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Stadt droht mit Ausstellungsverboten

Streit um Sex-Plastinate der "Körperwelten"

Dem Veranstalter der umstrittenen Anatomieschau "Körperwelten", die am Samstag in Köln-Kalk beginnt, droht Ärger: die Stadt Köln will die Ausstellung von Plastinaten mit sexuellen Inhalten verbieten.

Kurz vor dem Start der Ausstellung "Eine Herzenssache" im "Körperwelten-Dom" neben dem Odysseum will das Ordnungsamt Köln möglicherweise mehrere Figurengruppen mit "sexuellen Inhalten“ verbieten. "Wir prüfen, ob drei Exponate gegen die Menschenwürde verstoßen", teilte Amtsleiter Robert Kilp mit. Die Entscheidung über ein mögliches Verbot soll an diesem Donnerstag fallen.

Zudem beschäftigt sich die Stadt mit der Frage, ob die Anatomieschau jugendgefährdend ist. Die Jugenddezernentin Agnes Klein will anordnen, dass Jugendliche unter 16 Jahren die Ausstellung nur in Begleitung Erwachsener besuchen dürfen. "Da sind schockierende Dinge zu sehen", erklärte Klein die Bedenken der Stadt. Gerade junge Menschen müssten noch an Ort und Stelle über ihre Eindrücke reden können.

Geschlechtsakt durfte nur verhüllt gezeigt werden

Gegenüber dem letzten Gastspiel der "Körperwelten" auf dem Kölner Heumarkt vor neun Jahren sind einige spektakuläre wie heftig diskutierte Exponate dazu gekommen. Besonders umstritten ist der "liegende Akt", der Mann und Frau beim Geschlechtsverkehr zeigt. In Augsburg, wo der Akt zum ersten Mal gezeigt werden sollte, liefen Politik und Stadtverwaltung Sturm gegen das Ausstellungsstück, das dort in einem separaten Raum und nur ab 16 Jahren zu sehen sein sollte. Schließlich verbot das Verwaltungsgericht in Augsburg den Akt zu zeigen und er wurde mit einer Goldfolie verhüllt.

Dies könnte dem Ausstellungsmacher Gunther von Hagens auch in Köln drohen, wenn die Verantwortlichen der Stadt ähnlich wie die Richter in Augsburg einen "nicht gerechtfertigten Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Menschenwürde", die auch über den Tod hinaus wirke, feststellen. Denn nach Ansicht des Gerichts seien die Leichen der Verstorbenen unter Ausblendung deren Persönlichkeit zur Materie degradiert und dienten nur der Ausformung und Darstellung der künstlerischen Anliegen des Plastinators von Hagens. Dies aber verstoße gegen die Menschenwürde.

(Erstellt am 17. September 2009 - 11:00 Uhr; aktualisiert 17. September 2009 - 15:57 Uhr)


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Kommentare

Was für verklemmte

Was für verklemmte Spiesser!Diese Damen und Herren sollten sich viel mehr mit den freien Fernseh-Programmen beschäftigen. Ich bin entsetzt, was da täglich auf mehreren Programmen an "nackten, teilweise ordinären TATSACHEN" gezeigt wird, primitiv, vulgär, ordinär!!! Das alles gehört bestimmt nicht ins Fernsehen, auch wenn es spät abends erst ausgestrahlt wird. Ich persönlich schalte um, aber Jugendliche bestimmt nicht! Dadurch verlieren die Jugendlichen und manche Männer auch jeden Respekt uns Frauen gegenüber. Ich bin 68 Jahre und sehr aufgeschlossen, Hella aus Belgien

Wie kommt jemand auf die

Wie kommt jemand auf die Idee, diese Figuren als etwas Erotisches oder gar Pornografisches zu sehen? Was geht in den Köpfen der Verantwortlichen des Ordnungsamtes Köln vor, wenn sie denken, dass Kinder und Jugendliche von gerade diesen Exponaten gefährdet sind? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über soviel falsche Sittenwacht lachen - und das in Köln!! Wo bleibt die vielgerühmte Toleranz und Offenheit?

Stadt Köln hat die Figuren

Stadt Köln hat die Figuren mit sexuellen Stellungen verboten Unter 18 ist der Zutritt nur in Begleitung Erwachsener gestattet. Ich finde das einfach nur lachhaft das man sich so anstellt wegen der Figuren . Man muss sich heut doch nur mal anschauen was Kinder heute für Filme auf ihren Handy haben . Was ist aus Köln geworden das immer so tolerant ist.

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