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Weltpremiere

Stockhausen-Oper "Sonntag" begeistert in Köln

Köln (dpa) - Eine Oper der Superlative: Karlheinz Stockhausens «Sonntag» aus dem Opernzyklus «Licht» dauert mehr als sechs Stunden und galt aufgrund ihrer technischen und künstlerischen Anforderungen bislang als unspielbar. Unter großem Jubel ist im Kölner Staatenhaus nun die szenische Uraufführung gelungen.

Die Kölner Oper hat sich gute drei Jahre nach dem Tod des Komponisten an das sperrige Werk gewagt und den musikalischen Marathon auf zwei Tage verteilt: Samstag und Sonntag. Zwei Jahre Vorarbeit waren nötig, um das gewaltige Projekt zu stemmen. «Sonntag» ist der rituelle Höhepunkt von Stockhausens gigantischem Zyklus, dessen Opern er nach den sieben Tagen der Woche benannt hat. An den insgesamt 29 Stunden Musik arbeitete der Kölner Komponist 26 Jahre; 2003 vollendete er das Werk



Jeweils mehr als drei Stunden dauerten die beiden Aufführungen, die als Großereignis der Neuen Musik neben der eingefleischten Stockhausen-Gemeinde ein internationales Publikum anzogen. Allein die technischen Anforderungen von «Sonntag» sprengen jedes normale Opernhaus, da der Meister zwei Bühnen verlangte, die in der fünften Szene noch dazu simultan bespielt werden müssen. Um diesen Bedingungen gerecht zu werden, ist die Kölner Oper, die in der derzeitigen Sanierungsphase ohnehin auf alternative Spielstätten abonniert ist, auf die Deutzer Rheinseite in das Staatenhaus auf dem Messegelände gezogen.

Zwei jeweils 5000 Quadratmeter große Hallen wurden in das weiträumige Staatenhaus eingebaut, ein runder, weiß ausgestatteter Raum, in dem am ersten Abend 400 Liegestühle zum Entspannen einladen, und ein mit schwarzen Stoffen abgeteilter, rechteckiger Raum mit ansteigender Tribüne und traditioneller Guckkastenbühne. Diese räumlichen Koordinaten bespielt Regisseur Carlus Padrissa von der legendären katalanischen Performance-Gruppe La Fura dels Baus mit allen Mitteln eines spektakulären, effekt- und bilderreichen zirzensischen Theaters.

Neben Sängern, Choristen und Instrumentalisten in wechselnden Besetzungen sorgen Synthesizer für differenzierte Raumklänge, dazu wurden Tänzer und Akrobaten verpflichtet, raffinierte Videoprojektionen und sogar gezielt eingesetzte Weihrauchdüfte beschäftigen alle Sinne. Eine Handlung im herkömmlichen Sinne bietet Stockhausens «Sonntag» nicht, es wird vielmehr in jeder Szene ein musikalisches Ritual vollzogen, bis es in den «Hoch-Zeiten» schließlich zur mystischen Vereinigung von Eva und Michael kommt.

Stockhausens ungeheuer komplexe, farbenreiche Musik entwickelt eine sogartige Suggestivkraft, der man sich kaum entziehen kann. Der raunende Inhalt, der eine Art kosmische Universal-Religion entwirft, die der Komponist aus Versatzstücken der Weltreligionen und esoterischen Zutaten zusammengebraut hat, ist allerdings schwer verdaulich. Dem Regieteam gelingt es dennoch auf erstaunlich selbstverständliche Weise mit einem fast naiven Zugriff, einleuchtende und archaische Bilder zu finden, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Ein Opernerlebnis, das in jeder Hinsicht neue Dimensionen eröffnet.


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