FC ohne Bröker

Stanislawski sucht mit dem FC bei Pauli den "richtigen Punch"

Am Montag tritt der 1. FC Köln bei Holger Stanislawskis Ex-Klub St. Pauli an. Um da zu bestehen braucht es "einen großen Willen" und den "richtigen Punch", weiß der FC-Coach, der auf Angreifer Thomas Bröker verzichten muss. 

Im koeln.de-Liveticker: FC St. Pauli - 1. FC Köln

Von Cora Finner 

Wenn der 1. FC Köln am Montagabend (20.15 Uhr) beim FC St. Pauli aufläuft, ist das für FC-Coach Holger Stanislawski ein ganz besonderer Moment. Für ihn ist es nicht nur ein Zweitliga-Spiel, es ist eine Reise in die Vergangenheit. Eine Reise zu seinen fußballerischen Wurzeln. Der gebürtige Hamburger war von 1993 bis 2011 ununterbrochen Teil des Kiez-Klubs. Als Spieler absolvierte er 275 Pflichtspiele für St. Pauli, als Trainer führte Stanislawski die Norddeutschen von der Regionalliga in die Bundesliga. Wenn er daran zurückdenkt, gerät der 43-Jährige regelrecht ins Schwärmen. „Meine Zeit auf St. Pauli war einfach klasse. Das Arbeiten dort hat super viel Spaß gemacht, gerade die letzten dreieinhalb Jahre als Trainer mit dem Aufstieg in die Bundesliga 2010 waren herausragend gut“, so Stani. „Das kann man natürlich nicht einfach so ausblenden.

Am Montag jedoch kehrt er als FC-Trainer in sein „Wohnzimmer“ zurück. „Das ist das erste Pflichtspiel für mich auf der anderen Seite. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagte Stanislawski. Und seine Rückkehr wird von den Verantwortlichen des Kiez-Klubs schon sehnlichst erwartet. „Da wird schon ordentlich mit den Zähnen geklappert. Aber ich sage immer: Hunde die bellen, beißen nicht“, grinste der Coach. 

Bröker fehlt, Chance für Maierhofer? 

Doch nicht nur wegen seiner Hamburger Vergangenheit erwartet Stani ein „sehr emotionales“ Spiel. „Für beide Mannschaften geht es um sehr viel. Wir können mit einem Sieg einen großen Schritt nach vorne machen, und für St. Pauli ist es wichtig, nicht unten rein zu rutschen.“ Auch wenn Stanislawski den Druck „eindeutig auf Seiten der Hamburger“ sieht, ist die Partie auch für Köln eine Art Endspiel. Der FC ist bei Stanis Ex-Klub zum Siegen verdammt, um nicht noch mehr Punkte auf den ersehnten Relegationsplatz zu verlieren. Selbst ein Unentschieden wäre wohl zu wenig. 

Verzichten muss Stanislawski auf Offensiv-Akteur Thomas Bröker. Der 28-Jährige konnte wegen eines Blutergusses in der Wade, wie der Coach verriet, seit Freitag nicht mehr trainieren. Auch Mato Jajalo (Trainingsrückstand nach Sprunggelenksproblemen) droht gegen St. Pauli auszufallen. Möglich ist, dass Winter-Neuzugang Stefan Maierhofer dadurch seine erste Chance von Beginn an bekommt. „Er ist durchaus ein Kandidat für die Startelf“, wollte sich Stanislawski aber noch nicht endgültig festlegen. Gleiches gilt auch für Matthias Lehmann, der nicht nur wegen seiner St. Pauli-Vergangenheit auf einen Einsatz brennt. „Wir haben ihn in den letzten zwei Spielen bewusst draußen gelassen. Gut möglich aber, dass er uns in Hamburg helfen kann“, so der Trainer.

"Das wird kein Spiel für Feinschmecker" 

Egal wer letztlich auf dem Platz steht, ein schönes Spiel erwartet Stani ohnehin nicht. „Bei dem Acker wird das kein Spiel für Feinschmecker. Es wird eine intensive und zweikampfbetonte Partie“, so der 43-Jährige, der weiß worauf es ankommt. „Auf so einem Platz gewinnt die Mannschaft mit dem größeren Willen – und dem richtigen Punch.“ Und genau den hat Stani zuletzt bei seinem Team vermisst. "Wir brauchen einfach zu viele Chancen um ein Tor zu machen. Das muss sich ändern." Nur 24 Tore sind für Köln so wenige wie noch nie in der 2. Bundesliga nach 21 Spieltagen.

Einer der immer für einen gefährlichen Pass gut ist, ist der quirlige Sascha Bigalke. Sein Einsatz von Beginn an scheitert laut Stani aber schon an den Platzverhältnissen. „Das ist einfach nicht sein Rasen. Da muss du ja aufpassen, dass du ihn nicht irgendwo im Matsch verlierst“, sagte der Coach mit breitem Grinsen. Es ist dieser trockene Humor, mit dem Stanislawski nicht nur die Kölner Anhänger begeistert. Auch in St. Pauli lieben ihn die Fans für seine Art. Ein großer Empfang ist dem Hamburger und seinen Co-Trainern André Trulsen und Klaus-Peter Nemet daher garantiert. Ein heißer Tanz aber ebenfalls. Stani: „Ich freue mich zurückzukommen, aber die Freude ist nicht so groß, dass wir drei Punkte da lassen wollen.“ 

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