EM-Vorbereitung
Podolski als Antreiber im DFB-Trainingslager
Im südfranzösischen Tourrettes macht Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft während des Trainingslagers fit für die EM 2012 in Polen und der Ukraine. Allen voran Lukas Podolski, der mit vollem Elan bei der Sache ist und seine Kollegen antreibt.
Lukas Podolski versprüht auf dem Sportplatz von Tourrettes, den Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp bauen ließ, wieder den ganz besonderen Nationalmannschaftselan. Poldi rackert, Poldi ist präsent, Poldi schießt Tore, wenn der Bundestrainer auf einem verkleinerten Spielfeld immer wieder Wettkampfsituationen simulieren lässt. «Ohne Ball in die Tiefe zu gehen, mit vollem Tempo in Schnittstellen zu stoßen, das ist seine Stärke. Da hat er viele Tore gemacht und vorbereitet», sagte Joachim Löw über den schon 95-maligen Nationalspieler.
«Die Vorfreude auf das Turnier ist da. Für mich ist es noch etwas ganz Besonderes, auch wenn die ersten drei Spiele in der Ukraine sind», erklärte der gebürtige Pole Podolski, der seinen Frust über den Abstieg mit seinem geliebten 1. FC Köln abgeschüttelt hat. «Wenn man mit dem Verein absteigt, in dem man die ganze Jugend verbracht hat, in dem man aufgewachsen ist, ist es schon bitter», bemerkte der 26-Jährige.
Doch schon in den ersten Trainingsspielen in Frankreich gab der Nationalmannschafts-Dauerbrenner wieder den Antreiber. «Hau ihn rein», rief Podolski dem Schalker Julian Draxler zu, als der einen Elfmeter zugesprochen bekam. «Bei den letzten Turnieren war ich noch sein Fan», bemerkte der 18-jährige Draxler.
Kreis der "Hunderter" wartet auf Poldi
Beim Turnier in der Heimat seiner Eltern kann Podolski in den erlauchten Kreis der «Hunderter» stoßen, in dem vom aktuellen EM-Aufgebot bisher nur der ebenfalls in Polen geborene Miroslav Klose (114) steht. Löw ist sichtlich froh darüber, dass Podolski schon jetzt nicht nur seine muskulären Probleme, sondern auch die mentalen Nachwirkungen einer Chaos-Saison mit dem 1. FC Köln überwunden hat. «Es war wahnsinnig schwierig. Nicht nur der Abstieg, sondern das ganze Jahr hinweg. Die vielen Dinge, die dort vorgefallen sind, haben ihm ein Stück weit zugesetzt», erklärte der DFB-Chefcoach.
Der aktuelle Umzug in die Welt der Nationalelf, die seit seinem DFB-Debüt am 6. Juni 2004 gegen Ungarn (0:2) immer auch sein Welt war, hat Podolski in Windeseile gut getan. Im ersten Trainingscamp auf Sardinien hatte er Frau und Sohn dabei. Seinem vierjährigen Sohnemann musste der Vater erklären, warum Köln denn nun eigentlich abgestiegen ist. «Er versteht das noch nicht. Er weiß aber auch, dass er bald mit nach London muss. Er fragt immer, warum und weshalb», berichtete Podolski von den «Männergesprächen» in der Familie.
Seine Frau Monika wird nun den Umzug vorantreiben. Für zwölf Millionen Euro wechselt Podolski zum FC Arsenal. «Meine Frau wird alles organisieren. Ich hab noch keine Zeit dafür», berichtete der Fan-Liebling, der als «Deutschland-Poldi» bei der EM erst noch etwas Großes vor hat: Er will seinen ersten internationalen Titel. (dpa, hl)
(Erstellt am 19. Mai 2012 - 15:17 Uhr; aktualisiert 19. Mai 2012 - 15:28 Uhr)
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Kommentare
Ich habe noch die Sprüche
Ich habe noch die Sprüche von Poldi vor der Abstiegssaison beim FC im Ohr - ein böses Omen. Bei Löw zählt Leistung weniger als Sprüche. Der vielgescholtene und ausgelachte Berti Vogs war jedenfalls erfolgreicher als der Sprücheklopfer Löw. Insoweit passt Poldi gut zur Nationalmannschaft und den Traumtänzern, die an den EM-Titel glauben. Löw hat nichtsvorzuweisen und steht nackt da.




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