Von Verein gedrängt?
Pezzoni: "Ich wollte nie meinen Vertrag auflösen"
Der von Fans gemobbte Ex-FC-Spieler Kevin Pezzoni hat sich erstmals zu Details seiner Vertragsauflösung geäußert und erhebt schwere Vorwürfe gegen den 1. FC Köln. "Ich wollte nie meinen Vertrag auflösen", sagte er der "Welt am Sonntag".
Update: FC weist die Vorwürfe zurück
Der Vertrag zwischen Pezzoni und dem 1. FC Köln war am 31. August aufgelöst worden. Noch am selben Abend sagte FC-Trainer Holger Stanislawski, eine Gruppe von Menschen habe Pezzoni vor dessen Privatwohnung aufgelauert, ihn angepöbelt und massiv bedroht. Pezzoni habe danach dem Verein gegenüber erklärt, nicht mehr für den FC spielen zu wollen.
Auch in einem am Dienstag veröffentlichten offenen Brief an die Mitglieder erklärte der Vereinsvorstand: "Die einvernehmliche Vertragsauflösung war schließlich der auch von Kevin Pezzoni und seinem Berater gewünschte beste Weg, um dem Spieler die Möglichkeit zu geben, seine fußballerische Zukunft in einem unbelasteten Umfeld und frei zu gestalten."
Dieser Darstellung widerspricht Pezzoni jetzt. "Ich wollte nie meinen Vertrag auflösen. Der Vorschlag wurde vom Verein an mich herangetragen," erklärte Pezzoni im Interview mit der Welt am Sonntag. Er habe den Eindruck gehabt, dass nur "auf eine günstige Gelegenheit gewartet wurde, um mich loszuwerden".
Dazu passt andererseits auch die Passage aus dem offenen Brief des FC-Vorstandes, dass der Vertrag nicht wegen "ein paar Chaoten" aufgelöst worden sei, die Pezzoni bedrängt haben. "Es ist absurd anzunehmen, der 1. FC Köln kapituliere vor aggressivem Verhalten einzelner Störer, wie zunächst behauptet wurde. Diese Chaoten haben keinerlei Einfluss auf Vertragsentscheidungen von Vorstand und Geschäftsführung, weder in der einen, noch in der anderen Richtung."
Weiter sagte Pezzoni in dem Interview: "Ich hatte gehofft, dass die Verantwortlichen sich hinter mich stellen und versuchen, mich zu schützen. Eigentlich sollte ein Verein dazu in der Lage sein, seine Spieler vor den Fans zu schützen. Das war in diesem Fall nicht so."
Auch in diesem Punkt unterscheidet sich Pezzonis Darstellung deutlich von der des Vereins. In dem offenen Brief heißt es dazu: "Der 1. FC Köln positioniert sich klar gegen Gewalt und stellt sich vor seine Spieler und Mitarbeiter. Im Fall von Kevin Pezzoni haben wir immer dann schnell und konsequent reagiert, wenn wir konkrete Anhaltspunkte hatten." Der Verein habe Facebook-Seiten löschen lassen und in diesen Fällen auch Anzeige erstattet. Von einer Reaktion auf die persönliche Bedrohung Pezzonis vor dessen eigenen Haustür ist in dem Schreiben allerdings nichts zu lesen.
Die fehlende Unterstützung des Vereins war dann nach Pezzonis Aussage auch ausschlaggebend für Vertragsauflösung: "Meine Situation wäre ja nicht besser geworden. Wer weiß, ob nach dem nächsten schlechten Spiel die Typen plötzlich in meiner Wohnung gestanden hätten statt nur davor."
(Erstellt am 8. September 2012 - 17:06 Uhr; aktualisiert 8. September 2012 - 21:08 Uhr)
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Vorheriger Artikel: FC wehrt sich gegen Pezzoni-Vorwürfe
Kommentare
Wer eine Vertragsauflösung
Wer eine Vertragsauflösung wirkich nicht will, der unterschreibt sie nicht!
Da hat einer ein Problem damit in seinem Heimatumfeld zu seiner Entscheidung zu stehen und versucht nun eine Gesichtswahrung.
Das ist aber verwunderlich.
Das ist aber verwunderlich. Weiß doch jeder, dass Hinterfotzigkeit beim FC einfach dazu gehört.




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