Wirbel um "Maulkorb"
FC-Manager Meier ordnet Plauderverbot an
FC-Manager Michael Meier verhängt ein Plauderverbot und fordert in einem Brief mehrere Mitarbeiter auf, im Kontakt mit den Medien nur den Weg über den Pressesprecher einzuschlagen. Denn wenn Vereinsinterna nach außen getragen werden, wenn Journalisten eher als Trainer und Manager wissen, ob ein Profi spielen kann oder nicht, dann weiß man, warum.
Gegen intensive Kommunikation zwischen den Spielern auf dem Platz hat FC-Manager Michael Meier wohl kaum etwas einzuwenden. Wenn aber Vereinsinterna Opfer intensiver Kommunikation zwischen Angestellten des 1. FC Köln, seien es Profis oder sonstige Mitarbeiter, und der Öffentlichkeit in Form von Pressevertretern werden, wenn Journalisten besser über den Gesundheitszustand der Spieler Bescheid wissen, als die Offiziellen, dann stößt dies Meier sehr sauer auf. Dann will er dies abstellen. Da muss man sich nicht wundern, dass Meier einmal mehr auf "Verschwiegenheit" pocht und in einem Brief mehreren Mitarbeitern Verhaltensmaßregeln für den Umgang mit den Medien mit auf den Weg gibt.
Wie die "Bild" berichtet, teilte Meier den Mitarbeitern schriftlich mit, dass alle Äußerungen gegenüber Medienvertretern stets vorab mit dem Pressesprecher des FC, Christopher Lymberopoulos, abzusprechen sein. Wer sich nicht an diese Vorgehensweise halte, müsse Konsequenzen erwarten. Verwunderlich dabei: Der Brief, der zu Verschwiegenheit mahnt, ist komplett in der"Bild" abgedruckt. Fasst da´jemand Meiers schriftliche Verhaltensmaßregeln nur als Sturm im Wasserglas auf?
Journalisten sind besser informiert als Trainer und ManagerEinige jüngere Ereignisse zeigen, dass es beim FC zwar Regeln für den Informationsfluss an die Öffentlichkeit gibt, doch diese offenbar eher lax gehandhabt werden. Im November 2009 erhitzte die so genannte "Maulwurfaffäre" die Gemüter der FC-Offiziellen: Spieler hatten Interna aus einer Mannschaftssitzung nach außen getragen, was nicht nur Meier erboste. Selbst der sonst so ruhige Trainer Zvonimir Soldo sprach von einer "Verletzung des Ehrenkodex" (koeln.de berichtete).
Das Fass zum Überlaufen brachte dann offenbar ein Ereignis bei der Spieltagspressekonferenz vor dem Start in die Rückrunde gegen Dortmund. Da erfuhren Manager und Trainer von Journalisten die neuesten Erkenntnisse über den Gesundheitszustand ihres Innenverteidigers: Der Reporter eines Kölner Boulevardblattes wusste lange vor Meier und Soldo, dass Pedro Geromel gegen den BVB nicht würde auflaufen können. Sein Wissensvorsprung, den er vor versammelter Runde kundtat, sorge bei den anwesenden Pressekollegen für Erheiterung und bei den Offiziellen für Bestürzung - aus der Manager Meier jetzt die Konsequenzen zog.
(Erstellt am 29. Januar 2010 - 11:59 Uhr; aktualisiert 29. Januar 2010 - 20:57 Uhr)
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