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"Umgekehrtes Wembley-Tor"

4:1! Müller schießt England raus

Dank eines Doppelpacks von Thomas Müller und eines nicht gegebenen Tores hat Deutschland England mit 4:1 besiegt. Die DFB-Elf trifft im Viertelfinale auf Argentinien oder Mexiko.

Dramatisch, historisch, unglaublich - und wieder ein Klassiker: In einem Spiel für die Geschichtsbücher hat die deutsche Nationalmannschaft das Viertelfinale der WM in Südafrika erreicht. Die DFB-Auswahl demütigte den Erzrivalen England in einer denkwürdigen Begegnung mit 4:1 (2:1). "Das Ergebnis ist der Wahnsinn", sagte der zweifache Torschütze Thomas Müller. Der "Mann des Spiels" setzte selbstbewusst gleich noch einen drauf: "Jetzt ist alles möglich, auch wenn ein harter Brocken auf uns wartet. Aber das ist eh egal, wir müssen sowieso alle putzen."

Argentinien oder Mexiko ist nun am Samstag (16.00 Uhr) in Kapstadt der Gegner, doch danach soll noch lange nicht Schluss sein für den deutschen "Kindergarten". "Unser Ziel bleibt das Halbfinale, und das wollen wir auch erreichen", sagte Miroslav Klose, Schütze des 1:0. Bundestrainer Joachim Löw wirkte dagegen eher gefasst und völlig unbeeindruckt von einem nervenaufreibenden Spiel. Er sagte: "Das war eine grandiose Leistung. Aber von einer Favoritenrolle im Turnier kann nicht die Rede sein." Beim G20-Gipfel in Toronto fieberte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit. "Es war ein toller Sieg, ein tolles Spiel. Ich bin noch ganz bewegt. Was ich hier an Akzeptanz für die deutsche Mannschaft gehört habe, wird sich weltweit rumsprechen", sagte Merkel.

Höchste Niederlage der Engländer

Die höchste Niederlage einer englischen Mannschaft in der WM-Geschichte wurde aber beinahe überlagert von einer unfassbaren Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Gespanns aus Uruguay: England wurde ein klares Tor von Frank Lampard verweigert (38.), es wäre der Ausgleich zum 2:2 gewesen - in einer für die Deutschen kritischen Phase. "Wir dürfen nicht vergessen, dass das Spiel auf der Kippe stand", sagte Müller daher. Englands Coach Fabio Capello verlor fast die Fassung: "Wir haben Fehler gemacht, aber der Schiedsrichter hat einen noch viel größeren gemacht."

Ehe Müller, auch Vorlagengeber zum 2:0, das Spiel mit einem Doppelschlag (67./70.) entschied, hatte Klose die deutsche Auswahl nach zögerlichem Beginn zunächst mit seinem 50. Länderspieltor in Führung gebracht (20.), Lukas Podolski erhöhte mit dem 40. Treffer im Nationaltrikot auf 2:0 (32.). Nach dem Anschlusstor beinahe aus heiterem Himmel von Matthew Upson (37.), den Jerome Boateng und Torwart Manuel Neuer begünstigten, erzielte Lampard mit einem 17-Meter-Schuss den zweiten Treffer für England - der Ball sprang von der Unterkante der Latte einen halben Meter hinter die Linie.

Schiedsrichter Jorge Larrionda und sein Assistent Mauricio Espinosa waren offenbar die beiden einzigen Menschen im Stadion "Free State" von Bloemfontein, die das Tor nicht gesehen hatten. "Das ist die ausgleichende Gerechtigkeit für Wembley", sagte Müller. Der frühere Schiedsrichter Hellmut Krug sagte in der ARD dagegen: "Das ist ein unverzeihlicher Fehler. Das muss der Assistent sehen. Das war kein Wembley-Tor, der Ball war ganz klar hinter der Linie."

England drängt in erster Halbzeit auf Ausgleich

Nach der Szene, die dennoch stark an das WM-Finale 1966 erinnerte, hatte die deutsche Mannschaft ihre schwächste Phase. Die Engländer drückten mit aller Macht auf den Ausgleich, im deutschen Strafraum ging es zum Teil drunter und drüber, Lampard hatte auch noch mit einem Freistoß an die Latte Pech (52.). Die deutsche Elf hatte auch danach Glück, behielt aber die Nerven und konterte die "Three Lions" vor 40.510 Zuschauern zweimal eiskalt über die linke Seite aus: Beim 3:1 kam der Pass von Bastian Schweinsteiger, beim 4:1 von Mesut Özil.

Ehe sich gegen Ende der ersten Halbzeit die Ereignisse zum ersten Mal überschlugen, hatte die deutsche Mannschaft nach einer nervösen Anfangsphase die Begegnung gut in den Griff bekommen. Doch erst ein Stellungsfehler der Engländer führte zum 1:0. Nach einem weiten Abschlag von Neuer setzte sich Klose gegen John Terry durch und beförderte den Ball im Fallen an Torhüter David James vorbei ins Netz. Für Klose war es im 99. Länderspiel das 12. WM-Tor - er zog dadurch mit Pele gleich.

Schlechte Abwehrarbeit begünstigt Podolskis Treffer

Podolskis Treffer nach Vorarbeit von Klose und Müller war erneut von der schlechten Abwehrarbeit der Engländer begünstigt. In der 37. Minute baute die deutsche Mannschaft die bis dahin schwachen Engländer allerdings wieder auf. Boateng sprang bei einer Flanke nicht hoch, Neuer kam nicht entschlossen genug heraus, Upson köpfte zum 1:2 ein. 60 Sekunden danach folgte dann die Szene, über die wohl ähnlich wie beim "Wembley-Tor" noch lange gesprochen werden wird. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte: "Selbst ich habe von der Tribüne aus geglaubt, dass der Ball drin war."

Das Pech der Engländer war das Glück der Deutschen, die in der Schlussphase der ersten und lange Zeit in der zweiten Halbzeit doch arg ins Wackeln kamen. Am Ende trat die deutsche Mannschaft aber entschlossener, kompakter und aggressiver auf, sie besaß zudem spielerische Vorteile. Besonders Müller, Schweinsteiger und Özil stellten die englischen Stars in den Schatten. England war bis auf die Phase vor und nach der Pause eher enttäuschend. Steven Gerrard, Wayne Rooney, Lampard waren kaum zu sehen. England wirkte behäbig, ohne Ideen und zudem in der Abwehr wackelig.

 

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