1:2-Niederlage

1. FC Köln ohne Punkte in Nürnberg

Nürnberg (dpa/sp). Für den 1. FC Köln ist Samstag schon wie Aschermittwoch: Die Geißböcke von Trainer Solbakken kassierten in Nürnberg eine verdiente 1:2-Niederlage und festigen damit ihren Platz als Dauergast in den unteren Tabellenrängen.

Im Abstiegsduell vor 38 101 Zuschauern sicherten Wirbelwind Alexander Esswein (28. Spielminute) und Stoßstürmer Tomas Pekhart (85.) dem FCN drei Punkte. Zwischenzeitlich hatte Milivoje Novakovic (66.) ausgeglichen. Der «Club» hat seinen Vorsprung auf die Abstiegsränge damit deutlich ausgebaut, sich ins hintere Tabellenmittelfeld abgesetzt - und auch Köln überholt.

Erstmals nach seiner Muskelverletzung lief Hoffnungsträger Hanno Balitsch für den Pokalsieger von 2007 auf - und gab gleich den Lenker im Spiel des Abstiegskandidaten. Der im Winter aus Leverkusen gekommene Mittelfeldstratege brachte Ruhe und Struktur ins fränkische Aufbauspiel. Mit wohl überlegten Pässen narrte er ein ums andere Mal die überforderte Kölner Abwehr, in der überraschend auch der Slowene Miso Brecko stand - trotz seiner nächtlichen Alkoholfahrt samt Führerscheinentzug und einem Boulevard-Aufschrei vor Wochenfrist.

Nach dem desaströsen Auftritt vergangenen Sonntag in Augsburg kam der wiedergenesene Balitsch wie gerufen fürs Nürnberger Spiel. Gleich die erste Chance leitete der 31-Jährige ein, als er den Ball schön auf Pekhart (12.) durchsteckte - doch Torwart Michael Rensing war etwas schneller als der fränkische Stürmer. Kurz darauf wurde ein Distanzschuss von Balitsch zum Kullerball (13.).

Erfolg hatte erst Alexander Esswein: Aus verdeckter Position jagte der junge Linksaußen den Ball nach knapp einer halben Stunde ins obere Kölner Toreck zur FCN-Führung. Der Jubel beim 21-Jährigen war übergroß - das Tor diente als Bestätigung: Noch in Augsburg war Esswein von Trainer Dieter Hecking wegen schwacher Trainingsleistungen auf die Reservebank gesetzt und erst spät als Joker gebracht worden.

FC kann nur 20 Minuten mithalten

Köln konnte die Partie nur in den ersten 20 Minuten ausgeglichen gestalten, danach wurde die Nürnberger Überlegenheit im Spiel zweier durchschnittlicher Teams immer größer. Ohne den verletzten Lukas Podolski (Bänderriss im Fuß) bewiesen die Rheinländer zunächst nur nach Standardsituationen ab und an Offensivstärke.

FCN-Keeper Raphael Schäfer blieb in seiner 400. Partie für den «Club» nahezu beschäftigungslos, bis Novakovic wie aus dem Nichts zuschlug: Von Odise Roshi freigespielt bugsierte der hoch aufgeschossene Schlaks den Ball artistisch über die Linie und schockte die Nürnberger, die zuvor allerhand Möglichkeiten zum 2:0 leichtfertig liegen gelassen hatten.

Erst fünf Minuten vor Schluss wurden die aufopferungsvoll kämpfenden «Clubberer» doch noch belohnt: Auf Vorlage von Esswein setzte sich Pekhart in der Luft gegen Verteidiger Geromel durch und köpfte mit Unterstützung des Innenpfostens zum überfälligen 2:1 ein. (Foto: David Ebener, dpa)

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