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FC nach Stöger-Entlassung

Von Pseudo-Moralaposteln und dem möglichen Unmöglichen

So richtig toll lief die Entlassung von Peter Stöger beim 1. FC Köln nach außen hin nicht. Fehler lassen sich Präsidium und Geschäftsführung aber nicht vorwerfen. Man hadert mit "Pseudo-Moralaposteln", will "jetzt das Unmögliche möglich machen".

Von Tobias Gonscherowski 

Am Sonntagmittag ist es ganz offiziell - das, was seit dem Schalkespiel am Samstagabend schon überall die Runde machte: Der 1. FC Köln und Trainer Peter Stöger gehen getrennte Wege. Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Sonntag erläuterten FC-Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle die Gründe für den unpopulären Schritt, der ihnen auch sehr schwer gefallen sei.

Nein, souverän haben der Präsident und der Geschäftsführer die Entlassung ihres Chefcoaches und den Eiertanz der letzten Wochen nicht gerade verkauft. Zwar wurde dem langjährigen Trainer aufrichtig für die großartige Zusammenarbeit in den vergangenen viereinhalb Jahren gedankt. Doch warum die Trennung nun ausgerechnet jetzt nach dem beachtlichen 2:2-Unentschieden auf Schalke erfolgte, konnten die beiden nicht schlüssig erklären.

Wehrle holte lange aus und berichtete ausführlich über die Entwicklung der letzten Wochen. Seit der 0:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim sei Peter Stöger darüber informiert gewesen, "dass wir auch andere mögliche Wege besprechen und wir uns mit anderen Trainern unterhalten. Das war für ihn völlig in Ordnung, er hat das auch eingefordert", sagte der Geschäftsführer. "Nach der Niederlage gegen Hertha kam es zu einer erneuten Abstimmung zwischen uns, Toni Schumacher und Jörg Jacobs waren auch teilweise involviert."

"Okay, es ist jetzt hier zu Ende"

Danach sei dann, so Wehrle nebulös, "einiges passiert. Dinge haben sich verändert. Auch bei Peter. Wir haben uns am Donnerstag und Freitag zusammengesetzt. Am Freitag haben wir vor dem Spiel gegen Schalke 04 gemeinsam vereinbart, und das war auch Peters Wunsch: Okay, es ist jetzt hier zu Ende. Das war klar zwischen uns im Vorfeld des Schalke-Spiels abgestimmt."

Welche Dinge sich verändert haben, wollte Wehrle nicht konkret benennen. Vermutlich spielte er auf Stögers Entscheidung an, den Fitnesstrainer Benjamin Kugel zu den verletzten Spielern zu dirigieren, sowie Stögers Pressekonferenz vor dem Spiel auf Schalke, in der der Coach Klarheit bezüglich der Trainerfrage forderte und den Vorstand somit unter Druck setzte. Zudem behauptete Wehrle auch, das Stöger gar kein gültiges Arbeitspapier für die 2. Liga besitzen würde. Damit widersprach er allerdings seiner eigenen Darstellung in einem kürzlich mit der DPA geführten und autorisierten Interview, in dem er genau das Gegenteil sagte.

Eine Reihe von Pseudo-Moralaposteln

Gegen den Vorwurf, der FC wäre respektlos mit Stöger umgegangen, wehrte sich der FC-Präsident vehement. "Es gibt eine Reihe von Pseudo-Moralaposteln in der Stadt, die uns einen respektlosen Umgang mit Peter Stöger vorwerfen. Wenn wir respektlos mit ihm umgegangen wären, hätten wir um 10 Uhr das Meeting gehabt und es um 10:05 Uhr beendet", meinte Spinner. "Die Tatsache, dass wir uns zweieinhalb Stunden ausgetauscht haben über das, was wir vielleicht falsch gemacht haben und das, was er vielleicht falsch gemacht hat, belegt das. Es war ein sehr offenes, ehrliches und klares Gespräch."

"Wir waren mit Peter immer im vertrauensvollen Dialog, den ich nicht öffentlich machen werde", ergänzte Wehrle. "Das Spiel gestern hat gezeigt, dass Substanz in der Mannschaft ist und man jetzt mit einer anderen und neuen Herangehensweise sicherlich den einen oder anderen Impuls setzen kann." Vom neuen Trainer Stefan Ruthenbeck erwartet Wehrle, dass "wir bis zur Winterpause den Kontakt auf den Relegationsplatz nicht verlieren. Dann werden wir die Situation im Winter analysieren."

"Das Unmögliche möglich machen"

Die verbleibenden 20 Bundesliga-Partien seien nach Meinung des Geschäftsführers nun alles Endspiele. "Es ist möglich, in jedem Spiel zu punkten. Das haben wir auf Schalke gesehen. Ich weigere mich, zum jetzigen Zeitpunkt die 2. Liga auszurufen. So lange es möglich ist, ist es auch unsere Verantwortung gegenüber den Fans, Mitgliedern und allen, die diesen Club lieben, den Klassenerhalt anzupeilen. Wir wollen das Unmögliche möglich machen."

Nicht nur den Profis sei die Entlassung Stögers nahe gegangen, auch ihm selbst. "Oder glauben Sie, dass ich von Freitag auf Samstag gut geschlafen habe?" sagte Alexander Wehrle. "Es ist doch völlig normal, dass man emotional reagiert, wenn man sich von einem Menschen, der über viel Empathie verfügt, verabschiedet." Die Spieler taten dies auch bereits in den sozialen Medien.

"Und nochmals ein dickes DANKE"

Auf Instagram postete Simon Zoller an das Trainerteam gerichtet: "Vielen Dank für alles! Ihr seid einzigartig & es war eine großartige Zeit mit euch!! DANKE!!" So sah es auch Leonardo Bittencourt: "DANKE für euer Vertrauen!! DANKE für eure Loyalität !! DANKE für eure Menschlichkeit !! Peter & Mani. Ich wünsche euch nur das beste. Bleibt so wir ihr seid!!!! Und nochmals ein dickes DANKE." Die Fans sehen es genauso. In einer Blitzumfrage im Express votierten 76 Prozent, dass Peter Stöger immer noch der richtige Trainer für den FC gewesen wäre. (Foto: Tobias Gonscherowski)

 

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