Dresdner lachende Dritte
Stani schimpft über "Slapstick-Gegentor" des FC
London-Export Podolski und die anderen 41.800 Zuschauer konnten es kaum glauben, als sie das kuriose Gegentor beim 1:1 des 1. FC Köln gegen Dynamo Dresden sahen: Eichner und Bigalke wollten offenbar nicht, die Dresdner waren lachende Dritte.
"Nimm du ihn, ich hab' ihn auch nicht. Das darf nicht passieren, da muss man mal Arschloch sein", schimpfte Kölns Trainer Holger Stanislawski. Es war eine Situation, die FC-Linksverteidiger Christian Eichner später als "Slapstick" bezeichnete. Er und Sascha Bigalke stellten sich in der 31. Minute so tölpelhaft an, dass Dresdens Mittelfeldmann Robert Koch sich den Ball einfach schnappen durfte und Mickael Poté die Vorlage humorlos zum Dynamo-Führungstreffer verwertete.
Eichner wollte nicht, Bigalke auch nicht, das Spielgerät blieb einfach liegen. "Da braucht es eine klare Ansage", bemerkte Stanislawski. Doch weil weder Eichner noch Bigalke hierzu in der Lage waren, ließ sich Absteiger Köln trotz 72 Prozent Ballbesitzes und 26:5 Torschüssen zwei Punkte nehmen. Zumindest rettete der Nigerianer Anthony Ujah (77.) dem FC das Remis, mit dem beide Mannschaften nicht zufrieden waren.
"Ganz liebe und nette Kerle"
"Irgendwie ist ein fader Beigeschmack dabei", urteilte Dresdens Cristian Fiel. Er monierte zurecht, dass die Elf von Chefcoach Ralf Loose allein durch Idir Ouali (33./38.) zweimal die Chance auf eine Vorentscheidung vergab. Loose war dennoch "sehr zufrieden" - ganz im Gegensatz zu Stanislawski, der Eichner und Bigalke als "ganz liebe und nette Kerle" einstufte.
Aber das ist in Liga zwei, auch angesichts des knappen Vier-Punkte-Abstands des FC und von Dynamo auf den Tabellenletzten Duisburg, nicht gefragt. Einfach mal dazwischenhauen - das will Stanislawski sehen. Er möchte das Positive herausarbeiten: "Solche Situationen bringen die Jungs auch weiter." An derartigen Fehlern arbeiten, sie abstellen - das ist Stanislawskis Maxime.
Gravierender ist das andere FC-Problem: Sie haben keinen Podolski mehr, der vor seinem Wechsel zum FC Arsenal 18 Treffer erzielte, ohne den FC-Abstieg verhindern zu können. «Wir machen einfach zu wenig Tore aus der Vielzahl unserer Möglichkeiten», bemerkte Stanislawski. Das 1:1 der Mainzer Leihgabe Ujah war im neunten FC-Spiel erst der siebte Treffer. (dpa)
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(Erstellt am 9. Oktober 2012 - 15:39 Uhr; aktualisiert 9. Oktober 2012 - 16:09 Uhr)
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Kommentare
Als FC-Fan ist man ja
Als FC-Fan ist man ja bescheiden geworden. Ich bin inzwischen zufrieden, wenn der FC nicht mehr auf einem Abstiegsplatz steht. Einen Wiederaufstieg habe ich mir in diesem Leben abgeschminkt. Ärgerlich finde ich nur die Montagsspiele.




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