FC-Stammtisch-Moderator nach Banach-Vorwürfen
"Mit diesen Reaktionen habe ich nicht gerechnet"
Die Anschuldigungen von Claudia Banach gegen den 1. FC Köln beherrschten in dieser Woche die Schlagzeilen. Die Witwe des 1991 verstorbenen FC-Spielers Maurice "Mucki" Banach hatte beim FC-Stammtisch über die schwere Zeit nach dem Unfalltod ihres Mannes berichtet und die ihrer Ansicht nach mangelnde Unterstützung durch die Vereinsführung beklagt.
Die Vorwürfe von Claudia Banach in der koeln.de-Sendung lösten bei vielen Anhängern des 1. FC Köln Enttäuschung und Entsetzen aus. Gleichzeitig wurde Kritik laut, dass niemand vom Verein Gelegenheit hatte, Stellung zu beziehen.
koeln.de sprach mit Moderator Ralf Friedrichs über die Sendung und die Gründe, warum kein Vertreter des 1.FC Köln anwesend war.
Herr Friedrichs, der FC-Stammtisch mit Claudia Banach hat in den Medien und bei den Anhängern des 1.FC Köln für viel Aufregung gesorgt. Wussten Sie bei der Einladung von Frau Banach, wie brisant die Sendung werden wird?
Mit diesen Reaktionen habe ich natürlich nicht gerechnet. Zunächst hatte ich auch lediglich Danny Banach einladen wollen. Ich hatte im FC-Brett (Internet Fanforum des 1.FC Köln) einen Themenbereich gelesen, der sich mit Mucki Banach befasste und mal wieder bestätigt bekommen, wie sehr Mucki von den Fans noch geliebt wird. Dabei kam in mir die Frage auf, was eigentlich nun seine Familie heute macht. Dachte mir halt, du könntest doch vielleicht mal den älteren Sohn Danny einladen, das wäre doch mal was für die Fans. Wir sind ja ein Fan-Stammtisch, bin ja selbst Fan und mich hat das eben auch interessiert.
Bei einem Telefonat mit Danny spürte ich zwar Interesse, aber auch ein leichte Unsicherheit. Kurz darauf rief dann Claudia Banach bei mir an. Aus dem Gespräch ergab sich, das man auch als komplette Familie auftreten könnte, ich fand diesen Gedanken sehr interessant. Im Vorfeld des Gesprächs hatte Frau Banach von Unstimmigkeiten berichtet, die es mit dem FC gegeben hatte. Was aber dann in der Sendung kam, die mitgebrachten Dokumente und die Reaktionen darauf, das war nicht absehbar.
Welche Reaktionen erreichten Sie auf die Sendung?
Das Telefon stand zeitweise nicht mehr still, die meisten Reaktionen waren zum Glück positiv, vor allem was meinen Umgang mit der Situation anging. Dann wurde natürlich auch in den FC-Foren heftig debattiert. Die meisten wunderten sich über den Zeitpunkt des Auftritts von Frau Banach und ihren Söhnen.
Denen kann ich auf diesem Weg nur sagen, dass es reiner Zufall war, das ausgerechnet der FC-Stammtisch die Plattform von Frau Banachs Äußerungen wurde. Meiner Meinung hat sich bei ihr etwas aufgestaut, was schon lange raus musste. Vermutlich war die Tragödie um Robert Enke tatsächlich der Auslöser, jetzt ein paar Dinge aus ihrer Sicht auf den Tisch zu bringen. Und dieser Tisch war dann zufälligerweise unser Stammtisch.
Wäre es nicht besser gewesen, zum FC-Talk auch einen Vertreter des 1. FC Köln einzuladen?
Ohne Zweifel wäre das im Nachhinein besser gewesen. Ich habe auch versucht, jemanden aus einem FC-Gremium in die Sendung einzuladen. Leider hatte diese Person an diesem Tag bereits einen nicht verlegbaren Termin. Ich habe ihn auch darauf angesprochen, dass Frau Banach von Unstimmigkeiten im Zusammenhagng mit dem Tod ihres Mannes berichtet hatte. Er meint aber, dass seines Wisssen nach damals alles korrekt abgelaufen sei. Jedoch muss ich dazu sagen, dass diese Person erst später, also weit nach der Tragödie um Mucki, in das FC-Gremium eintrat. Als Alternative habe ich dann - wie in fast jeder Sendung - kurzfristig einen Sport-Redakteur einer großen Kölner Zeitung eingeladen.
Aber ich möchte betonen, dass ich bei der Aufzeichnung, als ich die Brisanz in der Runde bemerkte, mehrfach auf den Umstand hingewiesen habe, dass eben kein FC-Verantwortlicher sich nun dazu äußern kann.
Werden Sie das Thema "Banach" beim nächsten FC-Stammtisch noch einmal aufgreifen? Diesmal vielleicht mit einem Vertreter des 1. FC Köln am Tisch?
Das wird zur Zeit schon versucht, aber es ist schwierig an die betreffenden Leute heran zu kommen. Außerdem ist dies alles sehr kurzfristig, man wird sehen. Ob das Thema "Banach" so unbedingt noch einmal auf die Tapete muß, hängt ganz davon ab, ob jemand vom FC bei uns offiziell Stellung nehmen möchte. Wenn ich ehrlich bin, hat diese sensible Thematik in einem Stammtisch eigentlich auf Dauer auch nichts verloren. Aber ganz verschweigen werden wir es am Montag sicher nicht. Dafür hat die Sache die Fan-Szene zu sehr aufgewühlt. Hauptthema wird aber der Sport, das Spiel gegen Nürnberg und eine Bilanz der Hinrunde sein.
Erklären Sie unseren Lesern doch bitte einmal, was der FC-Stammtisch eigentlich ist.
Der FC-Stammtisch ist ein Fan-Format, bei dem aktuelle Spiele, Personalien und sonstige Themen rund um den 1.FC Köln besprochen werden. Er vermischt Volkes Stimme, in diesem Falle den FC-Fan, mit Insidern aus der Fußball-Branche. Es ist meiner Meinung nach unglaublich interessant, einen ehemaligen Nationalspieler, Trainer oder Schiedsrichter mit einem Fan wie Du und ich an einen Tisch zu setzen. Dazu die Braushaus-Atmosphäre im Gaffel am Dom, das Kölsch. Es ist ja nicht so, als wenn da Stammtischparolen gekloppt werden. Es geht natürlich mal etwas polternd zu, aber auch analytisch und fundiert. Dazu das ganze Herzblut, trotz mancher kritischer Sichtweisen wird der FC ja geliebt. Das kommt zumeist auch voll rüber. Das alles macht mir einen Riesenspaß und einem Großteil der Zuschauer auch, wenn man die Reaktionen verfolgt.
Wenn würden Sie gerne einmal als Gast in Ihrer Sendung begrüßen?
Ach, so viele Namen aufzulisten würde hier den Rahmen sprengen. Alle, die in irgendeiner Form mit dem FC verbunden sind oder waren, sind für mich interessant. Das können die größten FC-Idole sein, ehemalige Trainer, aber auch mal Spieler, die heute kaum noch einer kennt. Oder der Platzwart, oder der Fan, der als Teenager 79 zu Hause ausgebüchst ist, um in Nottingham dabei zu sein. Die Liste ist quasi unendlich. Mein größter Wusch aber wäre es in der Tat, mein absolutes Idol aus meiner Kindheit vor die Kamera zu bekommen. Den besten Techniker alle Zeiten, Heinz Flohe, den Kapitän der Double-Mannschaft von 78. Man muss ja Ziele haben. (hl/sp)
Der FC-Stammtisch mit "Mucki" Banachs Witwe Claudia
(Erstellt am 18. Dezember 2009 - 13:26 Uhr; aktualisiert 18. Dezember 2009 - 15:55 Uhr)
Schon gelesen?
Vorheriger Artikel: Die FC-Zeichen stehen auf Sieg gegen Nürnberg
Kommentare
FC-Stammtisch-Moderator nach
FC-Stammtisch-Moderator nach Banach-Vorwürfen
"Mit diesen Reaktionen habe ich nicht gerechnet"
Und ehrlich gesagt,wir können es einfach nicht begreifen.Da fehlt uns warscheinlich der abgezogte Charakterzug eines früheren Endscheidungsträgers beim 1.FC Köln.
Aber..nun nicht lange Reden sondern blitzschnell Handeln..das macht diese Angelegenheit sicherlich erträglicher !
Ruck zuck...Posthum...
Mal sehen was für Qualitäten die heutigen Endscheidungträger haben.
Wir sind alle gespannt...und das warscheinlich Weltweit lieber 1.FC Köln !!!





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