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Exklusives Interview

Littbarski: FC hat Kompetenz und Typen mit Herz für die Stadt

14 Jahre lang spielte Pierre Littbarski für den 1. FC Köln, jetzt arbeitet er beim VfL Wolfsburg. Beide Klubs treffen aufeinander. Im exklusiven Interview spricht Litti über den "neuen und guten" FC, das Problem der Wölfe sowie Herzen auf dem rechten Fleck.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

Pierre Littbarski spielte 14 Jahre für den 1. FC Köln, jetzt arbeitet er seit sechs Jahren beim VfL Wolfsburg als Leiter der "Spielerbeobachtung und Entwicklung". Im exklusiven Interview mit koeln.de spricht der heute 55-jährige Litti über den "neuen und guten" FC, das Problem der Wölfe sowie Herzen auf dem rechten Fleck. Und blickt vor dem Spiel des VfL gegen die Geißböcke am 19. Ligaspieltag zurück auf seine aktive Zeit in der Domstadt.

Als Profi in Köln gehörte Pierre Littbarski zwischen 1978 und 1986 sowie zwischen 1987 und 1993 zu den beliebtesten Kölner Spielern. Mit dem FC wurde er 1983 Pokalsieger, im Finale gegen den Stadtrivalen Fortuna Köln schoss er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg. Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1990.

koeln.de: Herr Littbarski, ihr aktueller Arbeitgeber, der VfL Wolfsburg, trifft auf den 1. FC Köln, jenen Verein, bei dem Sie 14 Jahre Profi waren. Wenn man sich die Tabelle anschaut, stellt man fest, dass die Kölner mit einem Sieg in Wolfsburg am VfL vorbeiziehen können. Sind die Kölner fast schon ein Konkurrent der Wölfe?

Pierre Littbarski: Selbstverständlich; das "Fast" ist falsch formuliert. Die Kölner sind ein Konkurrent. Das hat nichts mit den Vorgaben vor der Saison zu tun. Die Kölner haben sich ihre Punkte verdient. Sie stehen nur knapp hinter uns. Wir wollen wieder erst einmal den Konkurrenten auf Abstand halten.

Warum sind die Kölner so gefährlich für die Topmannschaften? Die Geißbockelf hat von den Top sechs der Hinrunde vier Teams geschlagen. Aber gegen die Abstiegskandidaten hapert es teilweise gewaltig. Wie ist das zu erklären?

Das liegt am Spielsystem und der Taktik. Die Mannschaft ist so ausgerichtet, dass sie hinten kompakt und gut steht. Die Spieler sind sehr laufwillig, sie können gut verteidigen. Die Stürmer arbeiten mit und schließen Räume. Das ist heutzutage wichtig. Köln schaltet schnell und gut um und steht auch schnell wieder kompakt. Gegen Mannschaften, die offensiver spielen, ist es wichtig, kompakt zu stehen. Das machen sie gut. Auf der anderen Seite gilt, dass man nie defensiv und offensiv perfekt spielen kann. Sich umzustellen, ist dann auch eine Kopfsache. Es ist nicht so einfach, auf die Offensive umzuschalten, vor allem, wenn man wie die Kölner zunächst einmal defensiv spielt und nicht verlieren will. Daran müssen sie noch arbeiten.

Wie beurteilen Sie aus der Entfernung die Entwicklung, die Ihr Ex-Verein in den letzten Jahren genommen hat?

Ich bin sehr glücklich, dass der FC für die Posten des Sportdirektors und des Trainers die richtigen Leute geholt hat. Jörg Schmadtke und Peter Stöger passen nicht nur wegen ihrer Kompetenz nach Köln, sondern auch als Typen. Sie fordern Leistung, verkörpern aber auch einen Schuss Gelassenheit. In Köln passt nicht jeder Trainer. Man muss das richtige Know-How rund um Köln haben und wissen, wie die Leute ticken. Man muss ein Herz haben für die Stadt und das Lebensgefühl der Kölner.

Zudem zieht Ihr alter Kumpel Toni Schumacher im Präsidium die Fäden.

Er kam in der Übergangszeit nach dem letzten Abstieg, als der FC noch nicht so gefestigt war. Er hat den Verein in einer schwierigen Situation wieder in die richtige Bahn gelenkt. Die Verbindung Schumacher-Schmadtke-Stöger passt sehr gut. Jeder hat sein Ego im Schrank gelassen und kümmert sich mehr darum, dass der Verein wieder erfolgreich wird.

Wie sind Ihre persönlichen Erinnerungen an Ihre Zeit beim FC? War das Ihre schönste Zeit als Profi, was ist hängen geblieben?

Wenn man so lange wie ich beim 1. FC Köln gespielt hat, bleiben natürlich sehr viele positive Erinnerungen. Sonst wäre ich ja nicht so lange geblieben. Das große Herz der Fans ist bei mir hängen geblieben. Wir haben die Fans immer wieder zum Weinen und zum Lachen gebracht. Ich glaube, am bemerkenswertesten ist, dass die Fans den Verein vor allem auch in den schweren Jahren nach meiner Zeit die Treue gehalten haben. Das hat mich am meisten berührt. Wir wurden auch mal ausgepfiffen, aber die Liebe zu den Spielern war immer da. Das ist heute ähnlich wie zu meiner Zeit. Die Kölner haben auch wieder Spieler in ihren Reihen, mit denen sich die Fans identifizieren können.

Denken Sie dabei an Spieler wie Timo Horn, Marcel Risse oder Yannick Gerhardt, die aus Köln und der Umgebung stammen?

Ja. Sie machen auf Understatement, sie haben keine große Klappe und das Herz auf dem richtigen Fleck. Das ist für die Kölner sehr wichtig.

Wie sehr haben Sie es bedauert, dass es für Sie mit dem FC nie zur Meisterschaft gereicht hat?

Wir haben in der Zeit unter Christoph Daum drei Jahre lang daran geschnuppert. Wir hatten damals eine sehr gute Mannschaft. Es war ärgerlich, aber es hat uns ummer ein Meter zu den Bayern oder vorher zum HSV gefehlt. Es hat nicht gereicht. So eine Meisterschaft sieht in einer Vita immer gut aus. Es hat nicht sollen sein.

Wie geht das Spiel am Sonntag gegen Köln aus? Was tippen Sie?

Wir sind normalerweise sehr heimstark. Allerdings liegen uns die Kölner nicht unbedingt, das weiß ich noch aus meiner Zeit als Co-Trainer von Felix Magath. Da hatten wir Riesenprobleme. Die Kölner Fans mögen es mir verzeihen, wenn ich auf einen 2:1-Sieg tippe. (Foto: imago/Kosecki)

 Lesen Sie Littbarskis Kurzanalyse des VfL Wolfsburg

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