DFB-Pokal in Stuttgart

FC kämpft um versöhnlichen Abschluss – und Millionen

Nach der müden Nullnummer in Sandhausen tritt der 1. FC Köln am Mittwoch zum Pokal-Achtelfinale beim VfB Stuttgart an. Glaubt man FC-Trainer Holger Stanislawski wird das "ein echter Pokalfight". Dabei wäre ein Weiterkommen für den FC nicht nur sportlich sondern vor allem finanziell "hochinteressant", so der Coach.

Von Cora Finner 

Liveticker: VfB Stuttgart - 1. FC Köln und alle anderen Achtelfinalspiele

Der 1. FC Köln und der DFB-Pokal: In der jüngeren Vergangenheit war das nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Nur einmal in den letzten neun Jahren schaffte der FC den Einzug in das Viertelfinale. Im vergangenen Jahr war sogar schon nach der zweiten Runde Schluss. Mit 1:2 mussten sich die Kölner am Ende bei der TSG Hoffenheim geschlagen geben. Trainer der Gastgeber damals: Holger Stanislawski. „Ich erinnere mich noch ganz genau“, sagte der Hamburger mit breitem Grinsen. „Dank einer taktischen Meisterleistung des Trainers sind die Kölner damals sang und klanglos ausgeschieden.“ Zwar war das in Anbetracht der durchaus unglücklichen FC-Niederlage von Stani nicht wirklich ernst gemeint, was aber blieb, war das vorzeitige Aus. 

Heute ist Stanislawski Coach beim FC und will ein frühes Ausscheiden der Kölner in diesem Jahr unbedingt verhindern. „Du brauchst an einem Wettbewerb gar nicht erst teilnehmen, wenn du ihn nicht gewinnen willst“, gab sich der 43-Jährige kämpferisch. Vom Pokalsieg ist Köln jedoch noch ein ganzes Stück entfernt. Zunächst wartet auf den FC im Achtelfinale am Mittwoch (20.30 Uhr) mit dem VfB Stuttgart ein dicker Brocken. „Die Mannschaft hat wahnsinnig viel Qualität, gerade im Hinblick auf das Offensivspiel“, warnte Stani vor dem Gegner. Vor allem Vedad Ibisevic (zehn Saisontreffer) bereitet dem Coach vor dem Duell Kopfzerbrechen. „ Ich kenne Vedad noch aus Hoffenheim. Der Junge ist unheimlich schnell und hat immer Zug zum Tor.“ 

Ohne Bröker, dafür "mutig und selbstbewusst"

Dennoch fährt der FC-Trainer optimistisch ins Schwabenland: „Ich glaube, dass wir in der Lage sind dem VfB Paroli zu bieten. Wir sind in der Defensive deutlich stabiler geworden, und auch Stuttgart ist hinten immer mal wieder für einen Fehler gut“, so der Coach, der zur Sicherheit noch schnell ein „hoffentlich auch morgen“ hinterherschob. Verzichten muss Stanislawski neben Adil Chihi auch weiterhin auf Thomas Bröker, der laut Trainer nach seinem Magen-Darm-Infekt „noch nicht wieder auf dem Damm“ ist. 

Aber auch ohne den 27-Jährigen hofft der Coach auf einen „mutigen und selbstbewussten“ Auftritt seiner Truppe. „Wir werden 90 oder 120 Minuten Vollgas geben“, versprach der Hamburger einen „echten Pokalfight“ und fügte schmunzelnd hinzu: „In der Zeit muss alles hinten anstehen – auch Weihnachtsstress und die Vorfreude auf Gänsebraten.“ Schließlich tue ein Ausscheiden ohne vorher alles versucht zu haben doppelt weh. Dass sich die Mühe am Ende durchaus lohnen könnte zeigt ein Blick auf die Statistik: Die letzte Niederlage des FC in Stuttgart liegt bereits dreizehn Jahre zurück. Damals verlor die Mannschaft von Ewald Lienen mit 0:4 – in einem DFB Pokal-Achtelfinale übrigens. 

Das Kölner Millionenspiel 

Sportlich wäre das Überwintern im Pokal ein versöhnlicher Abschluss eines verkorksten Kölner Jahres. Erst der Abstieg, zuletzt die müde Nullnummer gegen Sandhausen, da käme eine Pokal-Überraschung in Stuttgart gerade Recht. „Wir freuen uns, dass wir uns mit einem Bundesligisten messen dürfen, sagte Stanislawski. Gleichzeitig sei das Spiel „eine riesen Herausforderung“. 

Doch das Spiel birgt für den FC noch eine weitere Chance: Über eine Million Euro würde der Einzug in die Pokal-Runde der letzten acht Teams garantiert in die Kassen der klammen Kölner schwemmen, bei einer Fernsehübertragung noch weitaus mehr. „Natürlich wäre ein Weiterkommen finanziell hochinteressant“, gab daher auch der Coach unumwunden zu. Ob die Zusatzeinnahmen jedoch zum Schuldenabbau oder doch für eine Verstärkung im Winter genutzt werden, dazu wollte sich Stani nicht äußern. „Wir werden sehen, was der Weihnachtsmann für uns bereit hält.“

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