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Tristesse im eigenen Stadion

FC zuhause: Selbstbedienungsladen für Krisenclubs?

Es bleibt dabei: Gegen vermeintlich leichte Gegner gelingt dem 1. FC Köln das Siegen kaum. So wie gegen den VfB Stuttgart, gegen den es zuhause ein verdientes wie ärgerliches 1:3 gab. Wird der FC daheim etwa zum Selbstbedienungsladen für Krisenclubs?

Von Tobias Gonscherowski

Es zieht sich auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg wie ein roter Faden durch die Auftritte vor eigenem Publikum, dass der 1. FC Köln gegen Gegner, die in der Tabelle hinter ihm stehen, zuhause praktisch nicht gewinnen kann. In der letzten Spielzeit, die die Domstädter auf Platz 12 beendeten, gab es gegen die sechs hinter dem FC platzierten Teams keinen Heimsieg, vier Unentschieden und zwei Niederlagen. In dieser Saison hat die Elf von Peter Stöger daheim gegen die Abstiegskandidaten Stuttgart, Augsburg, Hoffenheim und Hannover noch schlechter abgeschnitten und gerade mal einen mickrigen Punkt geholt.

Während die Kölner der Schrecken der Topvereine bleiben, mutiert das RheinEnergieStadion zum Selbstbedienungsladen für Krisenclubs. Dabei deutete am 18. Spieltag gegen den VfB Stuttgart zunächst nichts auf eine Fortsetzung der unerklärlichen Misere der Hinrunde hin. Die Rahmenbedingungen waren prächtig. Trainer Peter Stöger hatte unter der Woche seinen Vertrag bis 2020 verlängert, die Hütte war voll. Die Roten Funken standen Spalier, der Spielmannszug des Traditionscorps schmetterte die FC-Hymne und die in Karnevalstrikots gewandete Geißbockelf hatte das Spiel 35 Minuten lang im Griff. Anthony Modeste hatte in der 19. Minute einen Elfmeter der Kategorie "kann man geben, muss man aber nicht" (Marcel Risse war auf den Stuttgarter Georg Niedermeier aufgelaufen) sicher zur 1:0-Führung verwandelt.

Völlig unnötige Verunsicherung

Dann ermöglichte ein eklatanter Fehlpass von Pawel Olkowski den Stuttgartern einen brandgefährlichen Konter, den Daniel Didavi im Nachschuss zum Ausgleich nutzte. Fortan war es mit einem Schlag um die Kölner Herrlichkeit geschehen. "Nach dem Ausgleich war eine Verunsicherung zu spüren, die völlig unnötig war, weil wir das Spiel vorher klar in der Hand hatten. Das hat sich fortgesetzt. Wir haben im Aufbauspiel viele leichte Fehler gemacht", ärgerte sich FC-Keeper Timo Horn.

Erstmals in dieser Saison ging der FC nach einer eigenen 1:0-Führung sogar gänzlich leer aus. "Nach dem 1:0 haben wir sie eigentlich am Haken und müssen das zweite Tor machen. Das haben wir nicht hinbekommen. Dann haben wir komplett die Kontrolle über das Spiel verloren. Es war ein verdienter Sieg für die Stuttgarter", analysierte FC-Manager Jörg Schmadtke nüchtern.

Zum wiederholten Male patzte der FC bei Standardsituationen. Dem Stuttgarter Führungstor durch den Kopfball von Timo Werner ging ein Eckball voraus. "Wir verteidigen im Raum, es ist schwer zu sagen, wer da Schuld hatte", meinte Dominique Heintz. "Aber wenn wir laufend so Tore bekommen, müssen wir darüber reden. Vielleicht sollte bei Standards jeder seinen Mann zugewiesen bekommen. Vielleicht täte uns das besser." Die Schwächen in der Defensive und der fehlende Blick für den besser postierten Mitspieler im gegnerischen Strafraum brachten Köln so auf die Verliererstraße.

Tore auf dem Präsentierteller

"Dass uns ein Fehler aus dem Konzept bringt, passt nicht zu uns, weil wir es immer geschafft haben, mit Rückschlägen in einem Spiel umzugehen", rätselte Dominic Maroh. "Wir haben den Stuttgartern alle drei Tore auf dem Präsentierteller zurecht gelegt. Das ist extrem bitter." So wartet der FC gegen den Angstgegner aus dem Schwabenland seit fast 16 Jahren und jetzt neun Spielen auf einen Heimsieg. Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten tut sich der 1. FC Köln in den eigenen vier Wänden so schwer.

Nach 18 Bundesliga-Spieltagen ist die Kölner Bilanz bei sechs Siegen, sechs Unentschieden und sechs Niederlagen total ausgeglichen. Das reicht, um nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden, es reicht nicht für höhere Ambitionen und Träume von einem internationalen Comeback nach 24 langen Jahren. Ginge es nur gegen die Spitzenteams der Bundesliga, könnte sich der FC durchaus Hoffnungen machen.

Gegen die Top 8 der Liga holte die Mannschaft von Peter Stöger 14 Punkte und verlor nur zwei Partien. Demgegenüber stehen nur zwei Siege in zehn Spielen gegen die Kellerkinder. So gesehen wartet am kommenden Sonntag eine machbare Aufgabe auf die Kölner. Sie gastieren beim heimstarken VfL Wolfsburg, der ja Vizemeister ist... (Foto: imago/Eibner)

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