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Kölner sollen entscheiden

SPD will Bürgerbefragung über Godorfer Hafen

Seit 30 Jahren wird über den Ausbau des Godorfer Hafens debattiert und gestritten, auch vor Gericht landete der Streit schon. Jetzt schlägt die Kölner SPD eine freiwillige Bürgerbefragung vor. Wenn der Vorschlag vom Rat der Stadt Köln genehmigt wird, könnte bereits im Mai über die Zukunft des Hafens entschieden werden.

Die Bürgerbefragung soll nach den Regeln des Bürgerentscheids ablaufen. Dabei müssen mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten, also rund 150.000 Kölner, gegen den Ausbau stimmen und gleichzeitig über der Anzahl der Befürworter liegen. Bereits im Vorfeld sollen die Bürger per Post ein Abstimmungsheft mit Infomaterial zu Pro- und Contra-Argumenten des Baus erhalten, um dann bei den Wahlen Anfang Mai antreten zu können.

Aktuelle Großprojekte hätten gezeigt, wie wichtig es sei, den Bürger in politische Prozesse mit einzubeziehen. Mit dem Entscheid will die SPD deshalb ein "generelles Misstrauen gegenüber der Politik" ausräumen und den Bürgern die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen. Dabei tritt die Partei aber auch weiterhin für den Ausbau des Hafens ein und hofft auf eine Mehrheit für ihre Position.

OB Jürgen Roters steht dem Vorschlag positiv gegenüber

Die Grünen und die FDP befürworten ebenfalls den Vorschlag der Bürgerbeteiligung, hoffen aber auf eine Ablehnung der Ausbaupläne. Und auch Oberbürgermeister Jürgen Roters spricht sich für die Vorlage aus: "Mir ist klar, dass die Stadt Köln mit diesem Weg Neuland betritt. Darüber bin ich sehr froh und hoffe, dass das Ergebnis der Befragung in der Stadtgesellschaft breite Akzeptanz bei allen Akteuren findet."

Die Abstimmung soll die Stadt rund eine Million Euro kosten. Bereits 2008 wurde eine Erweiterung des Hafens um ein viertes Becken genehmigt, doch die Bürgerinitiative "Rettet die Sürther Aue" klagte gegen den Bau im Naturschutzgebiet. Die Arbeiten wurden zwischenzeitlich aus formellen Gründen gestoppt. (koeln.de berichtete)

(Erstellt am 27. Januar 2011 - 11:37 Uhr; aktualisiert 27. Januar 2011 - 16:08 Uhr)


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Kommentare

Über Jahre hat sich die HGK

Über Jahre hat sich die HGK gesträubt, notwendige Zahlen rauszurücken, z.B. über den wahren Anteil der schiffgebundenen Umschläge (Was sonst so alles an Handel getrieben wird, braucht ja keinen HAFEN-ausbau!). Und nun soll auf einmal alles ganz schnell und ganz offen zugehen? Wer bitte ist denn so naiv?

Und warum will die SPD, die ja tatsächlich seit 30 Jahren sagt, ohne Godorf geht Köln wirtschaftlich zugrunde, eigentlich wissen, wer gegen die Erweiterung des bisherigen Chemiehafens ist? Wäre es nicht viel logischer, mal zu fragen, wer eigentlich dafür ist? Aber das hat einen Haken: Dann müßten nämlich genau die 150 000 plus Wählerstimmen motiviert werden, die man jetzt den Gegnern abverlangt. Die haben ja immerhin schon mal bewiesen, daß sie über 30 000 für ein Bürgerbegehren auf die Beine stellen konnten ( - was man aber als unzulässig abgeschmettert hatte). Ist der SPD vielleicht schmerzlich bewußt, daß sie bei der letzten Kommunalwahl gerade mal von 104 029 Menschen gewählt worden ist. Da sind mehr als 150 000 doch eine ganz andere Kategorie…

Wenn schon ehrlich und ergebnisoffen, dann eine Entscheidung JA oder NEIN; und zwar einfache Mehrheit. Jede/jeder kann sich beteiligen, muß aber nicht, wenn sie/er keinen Wert darauf legt. Das halten wir ja bei den Wahlen auch so. Und nehmen hin, daß keine 14% der Wahlberechtigten die SPD gewählt haben (mit Grünen =10% stehen also 24% der Kölner hinter der Stadtregierung!). Angesichts solcher Zahlen 20 Prozent für eine einzelne Ausbauentscheidung verlangen zu wollen, ist doch eher kraß – oder?
Niemand zwingt dazu, eine Bürgerbefragung nach dem Quoten-Vorbild eines (laut Landesrecht sowieso verbotenen) Bürgerentscheids laufen zu lassen.

Übrigens: Der Hafenausbau ist nicht aus formellen, sondern laut Gerichtsbeschluß aus formalen Gründen gestoppt: Wenn die falsche Behörde sich eine Entscheidung anmaßt, ist das keine Frage der Höflichkeit oder gar der Etikette.

Und es gibt auch keine Bürgerinitiative „Rettet die Sürther Aue!“, sondern ein Aktionsbündnis aus
„für sürth“ e.V., Dorfgemeinschaft(DG) Sürth e.V., Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V., NABU, DG Weiß e.V., BUND, Bürgerinitiative Hochwasser Altgemeinde Rodenkirchen e.V., Goding e.V., Immendorf 2000 e.V., Umweltforum Kölner Süden
> www.suerther-aue-retten.de

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