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Ein Jahr Köln (9) - 30. Januar 2013

Spaß- statt Spaßvorschläge: Bütz mich, Köln braucht Geld!

Von

Ein Jahr Köln mit Edgar Franzmann - Do liss de an der Ääd
Nach 44 Jahren als Journalist und Autor geht koeln.de-Chefredakteur Edgar Franzmann Anfang Dezember 2013 in Rente, Anlass für die Kolumne „Do liss de an der Ääd!". Ein Jahr lang, immer mittwochs, erzählt Franzmann über „sein“ umwerfendes Köln. Lesen Sie heute die 9. Folge.

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"Rien ne va plus - nichts geht mehr" heißt es am Roulette-Tisch, bevor Verlust und Gewinn festgestellt werden. Mit der neuen Spielbank-Lizenz gehört die Domstadt zu den Gewinnern. Mehr Spaß- statt Sparvorschläge, Köln, da geht noch was.

Fünf Millionen zusätzliche Einnahmen pro Jahr erwartet die Stadt aus dem staatlich kontrollierten Glücksspielbetrieb, ein nettes Sümmchen, wenn man nichts im Beutel hat.

Für mich persönlich ist das Thema Spielcasinio bislang eher mit Monte Carlo verbunden. Ein Prachtbau in einer mondänen Stadt, die die Reichen der Welt anlockt. Auch Köln hat ein Vorbild für den künftigen Spielbankbetrieb: Duisburg.

Tatsächlich ist die Spielbank in der geplagten Ruhr-Metropole besonders erfolgreich. Von Duisburg lernen heißt verdienen lernen. An die Vorstellung muss man sich gewöhnen.

Manchem Kölner wird es ein Trost sein, dass eine andere Stadt, rheinabwärts gelegen zwischen Köln und Duisburg, die Lizenz nicht bekommen hat ...

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Ich finde, dass Glücksspiel sowieso gut zu Köln passt. Mer stonn zo dir, FC Kölle.

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Wenn die Stadt noch 59 weitere Geldquellen wie die Spielbank auftreiben würde, wäre das Finanzloch von 300 Millionen Euro geschlossen. Vielleicht sollten wir nicht nur nach Sparmögklichkeiten suchen, sondern auch nach Spaßmöglichkeiten, die Geld bringen. Das käme der kölschen Lebensart entgegen.

  • "Bettensteuer" und 
  • "Sexsteuer" haben wir schon.
Hier weitere Vorschläge:
  • "Kamelle- und Wurfmaterial-Steuer" (Einnahmen gehen zweckgebunden an die Müllabfuhr).
  • "Bütz- und Kuss-Abgabe" (Wangenkuss 50 Cent, Zungenkuss das Doppelte).
  • "Kölsch-Groschen" (in jeder Kneipe zugunsten der Stadtkasse einzukassieren. Wer kein Kölsch trinkt, kann sich mit einem Euro pro Kneipenbesuch freikaufen).

Weniger geeignet:

  • "Schlangen-Steuer" (zahlbar, wenn sich vor einem Verkaufsschalter oder an einer Bahn- bzw. Bus-Haltestelle eine Warteschlange auf einem Bürgersteig bildet).

Ich höre schon Ihren Aufschrei: "Wat ene Quatsch. Schlangen-Steuer. Dat jitt et doch jar nit."

Nein, die gibt es wirklich nicht. Aber Sie glauben gar nicht, wie knapp wir an dieser Steuer vorbeigeschrammt sind. Die musste der OB im Dezember persönlich einkassieren ...

Aber bestimmt haben Sie andere Spaßvorschläge. Ich bin gespannt.

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