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Gute Idee langweilig umgesetzt

Schultheater-Atmosphäre beim Kölner Domspiel

Ein großes Schauspiel vor der imposanten Kulisse der altehrwürdigen Kathedrale sollte es werden: doch das "Kölner Domspiel", welches am Mittwochabend auf dem Roncalliplatz Premiere feierte, geriet zur seichten Schultheateraufführung.

Von Julia Schmitz

Der Roncalliplatz ist weiträumig abgesperrt und mit zahlreichen Sitzreihen versehen, der Dom steht mittendrin in seiner ganzen Pracht. Bläuliche Beleuchtung verleiht dem Westportal der Jahrhunderte alten Kathedrale einen feierlichen Anstrich. Das Publikum wirkt gespannt. 

Die schönsten Bilder aus dem "Kölner Domspiel"

"Es ist eine hohe Auszeichnung für die Macher des Domspiels, denn hier darf nicht jeder spielen", unterstreicht Oberbürgermeister Fritz Schramma in seiner Eröffnungsrede zum Schauspiel, dessen Idee bei einem Glas Wein zwischen ihm und Theatermacher Michael Batz entstanden sei. Offensichtlich jedoch vertraute dieser, in Zusammenarbeit mit Regisseur Robin Brosch und Komponist Markus Voigt, bei seiner Arbeit ganz auf die Wirkung des illuminierten Kölner Wahrzeichens, ohne sich näher um eine interessante Handlung zu kümmern.

Denn die ist schnell erzählt: Ein Steinmetz des Kölner Doms kommt auf die Idee, verschiedene Steinfiguren der Kathedrale zum Leben zu erwecken und sie in die Wirren der heutigen Welt zu entlassen. Finden sie innerhalb von drei Tagen einen Menschen, der sie aufrichtig liebt, so bleiben sie lebendig; schaffen sie es nicht, werden sie in Steinfiguren zurückverwandelt. 

Schultheater-Atmosphäre 

Was einfach klingt, wird leider auch langweilig umgesetzt: Michael Batz lässt die Schauspieler, die durchaus Talent an den Tag legen, vor seichten Platitüden und kölschen Stereotypen nur so überschäumen - so vergißt auch keiner, dass wir uns in Köln befinden.

Doch dabei unterlaufen dem gebürtigen Hannoveraner wichtige Fehler: Unter den herumspringenden Steinfiguren befinden sich auch der "Kallendresser" und der "Platzjabbeck" - die nicht an der Kathedrale, sondern in der Altstadt hängen. Untermalt wird das Stück von seichten Popsongs, die dem Ganzen einen Hauch von Schultheater verpassen. 

Nach knapp anderthalb Stunden ist das Spektakel vorbei, die Domglocken erklingen, die Steinfiguren haben sich gegen den Steinmetz durchgesetzt und dürfen lebendig bleiben. Das Schauspiel ist schnell vergessen; zurück bleibt nur der Gedanke, dass es manchmal auch in Köln nicht ausreicht, einfach den Dom zu besingen. 

(Erstellt am 10. September 2009 - 10:05 Uhr; aktualisiert 11. September 2009 - 8:48 Uhr)


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Kommentare

Hallo, kann mich der Kritik

Hallo,

kann mich der Kritik von Julia Schmitz nur anschließen. Habe mich schrecklich gelangweit und bin schließlich geflüchtet. Die Musik war belanglos wie seichte Schlager, die Choreographie erinnerte an schlechtes Fernsehballett. Es stimmt, dass die Schauspieler Talent haben. Sie konnten dem uninteressanten Stück aber kein Leben einhauchen.

Aliki

Die Fehler hat hier wohl

Die Fehler hat hier wohl eher Frau Julia Schmitz gemacht.
Es gab weder einen "Kallendresser" noch einen "Platzjabbeck" unter den Steinfiguren. Ein Blick ins Programmheft oder ein wenig Aufmerksamkeit während der Vorstellung hätten genügt und es wäre nicht zu diesem eher einfältigen Fehler gekommen. Na ja, meiner Familie und mir hats gefallen...

Natürlich gab es die. Sind

Natürlich gab es die. Sind nur nicht aufgefallen, weil Du schon eingeschlafen warst.

Aha... ich habe es hier wohl

Aha... ich habe es hier wohl mit einem anmaßenden und unhöflichen Analphbeten zu tun. Wie gesagt, ein einziger Blick ins Programmheft hätte genügt. Wer hat denn den Platzjabeck oder den Kallendresser gespielt? Niemand, weil keine der Steinfiguren so hieß. Und ob ich eingeschlafen bin oder nicht, dass kann ich selbst wohl eher beurteilen als Sie.

Analph... Was? *schnarch*

Analph... Was? *schnarch*

Der Artikel ist noch sehr

Der Artikel ist noch sehr zurückhaltend gegenüber dem, was uns für teuer Geld dort geboten wurde! Ich habe schon sehr viel bessere Schulaufführungen gesehen und es war uns fast peinlich, dass Herr Schramma auch noch Bürgermeister anderer Städte zu Gast hatte, die sicher anderes erwartet hatten.
Die Musik war einfaltslos, die Schauspieler sehr mäßig und ihr Gesang teilweise katastrophal, da machte die schlechte Tontechnik schon fast nichts mehr!
Schade um den schönen Dom und die wirklich gute Lichttechnik!
Der Dom hat besseres verdient und das Kölner Publikum ist besseres gewöhnt!

Cooler Artikel!

Cooler Artikel!

Der Kommentar des Autors ist

Der Kommentar des Autors ist sogar noch verhalten nett.
Was uns an diesem Abend geboten wurde, war wirklich eine Zumutung. Hätte es eine Pause gegeben, wären sicherlich NOCH mehr Leute gegangen. Schon so waren die Flüchtenden während der Aufführung nicht zu übersehen.
Ich wäre auch gegangen, wollte aber meinen schlafenden Nachbarn nicht wecken.

Auch die Techniker dürften eingeschlafen sein, oft genug wurden die Micros der Darsteller nicht wieder aufgedreht. Macht aber nichts. Was diese zu sagen hatten, war sowieso nicht interessant.

Das ganze Stück kam nicht eine Sekunde wirklich in Schwung. Die Choreografie war ebenso sparsam wie die Botschaft, die uns so dramatisch versucht wurde zu vermitteln.

Et hett noch immer joht jejange? Diesmal nicht, liebes Köln. Diesmal nicht!

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