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Premiere im Stollwerck

Immisitzung mit grandioser Conchita-Wurst-Parodie

Von Jürgen Schön 
Die Kölner sind tolerant, sogar im Karneval. Beweis? Bei der Immi-Sitzung begrüßt das Publikum den Hoppeditz, das Karnevals-Maskottchen aus der Nachbarstadt, mit einem kräftigen „Düsseldorf helau!“. Bei der Premiere im Bürgerzentrum Stollwerck gab’s wieder drei Stunden lang heiße Musik, perfekte Tanzeinlagen und witzige Sketche. Dazu eine grandiose Conchita-Wurst-Parodie. 

Markenzeichen dieser Karnevalssitzung ist das Bühnenensemble: vier Frauen und fünf Männer aus sieben Nationen, nimmt man Düsseldorf hinzu, sogar acht. Neu dabei ist der deutsche Inder Gracias Deveraj – eine absolute Bereicherung, obwohl „zu dunkel(häutig) für einen Katholiken“, wie er sich einmal von einer Kölnerin belehren lassen musste. Was Ausländer in Deutschland und speziell Köln erleben, ist das zentrales Thema.
Mit den Nachrichten ist das so eine Sache: Russen, Griechen oder Inder reagieren höchst unterschiedlich auf Angela Merkel. Ein deutlicher Hinweis in „eigener Sache“: Wer als Immigrant im deutschen Gesundheitswesen Karriere machen will, sollte im Interesse der Patienten die Landessprache können – sonst kann es für den Patienten böse enden. Was der Schadenfreude des Publikums keinen Abbruch tut. Genau so wenig wie der Versuch, über Telefon beim Thai um die Ecke Essen zu bestellen. 

Quartett der Diktatoren

Am Beispiel eines Apfel zeigen sie, wie schwer es ist, aktuelle politische Konflikte mit dem Graben in der Vergangenheit zu lösen. Sie machen sich über deutsche Frauen lustig, die sich bei einem indischen Guru selbst entdecken wollen, und sorgen sich um Kinder, die von ihren Eltern zum Erfolg getrieben werden und erst in vier Jahren Zeit für ein Date mit der Freundin finden – oder auch nicht. 
Aus den Trümmern von Flüchtlingsbooten lassen sich makabre Kunstobjekte basteln, und mit Putin können die Russen nach Stalin beim Diktatoren-Quartett endlich an den Deutschen mit Hitler und den Koreanern mit Kim Il Sung vorbeiziehen. OB Roters zeigen sie, wie sich die Sanierung der Rheinbrücken finanzieren lässt. 

Alles hat ein "Gender", nur die Wurst hat zwei

Einfach köstlich ist die Nummer, wenn knallbunte Clowns auf der Bühne erscheinen, dada-lallen und sich mit Freistoß-Spray gegenseitig die Bewegungsfreiheit rauben. Grandioser Höhepunkt ist die Conchita-Wurst-Parodie des US-Amerikaners Simeon Long. „Alles hat ein Gender, nur die Wurst hat zwei“ singt er und breitet sein raumgreifendes Fächerkleid aus. Da gab’s lange „Zugabe“-Rufe, die selbstverständlich erfüllt wurden. 
Für tagespolitische und närrisch tiefenpsychologische Einschüben sorgten wie immer in „Waldorf & Stadler“-Manier die Puppenspieler Robby Göllmann (Düsseldorf!) und Andreas List (Deutschland). Der ganz böse politische Biss allerdings fehlte in der 6. Auflage. Schade auch, dass „Ihre Leiblichkeit Immi-Mymmi I.“ – die gewichtige Brasilianerin Myriam Chebabi nach ihrem vorjährigen erfolgreichen Debut als Sitzungspräsidentin so wenig aus dieser Rolle macht. Aber tanzen und singen tut sie immer noch wunderbar. 
Bis Karnevalsdienstag am 17. Februar stehen 23 Auftritte an – traditionell im Bürgerhaus Stollwerck.(Foto: Immisitzung/Jassin Göllmann)

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