Beispiel Schauspielhaus
Philharmonie-Architekt beklagt Verfall kommunaler Gebäude
Köln (dapd-nrw). Der renommierte Kölner Architekt Peter Busmann warnt vor einer zunehmenden Verwahrlosung von Gebäuden in den deutschen Städten und Gemeinden. «Ich vermisse eine Wertschätzung für Architektur», sagte der 77-Jährige in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Von Busmann stammen unter anderem das Museum Ludwig in Köln und die Kölner Philharmonie.Busmann schlägt vor, die kommunalen Haushalte zu regelmäßigen Rücklagen für den Erhalt von Gebäuden zu verpflichten. Dafür sollte pro Jahr ein Prozent der jährlichen Investitionssumme in neue Gebäude angesetzt werden. «Weil das aber praktisch nirgendwo gemacht wird, werden notwendige Investitionen vor sich her geschoben», kritisierte er.
«Das Thema muss dringend auf den Tisch des Deutschen Städtetages», forderte der Architekt. Außerdem sollte ein «runder Tisch» mit Architekten, Vertretern von Kommunen, des Landes und des Bundes nach Wegen suchen, wie eine solche Rücklagenfinanzierung in Zeiten klammer Kassen auf den Weg gebracht werden könne. «Klar ist, dass der Umgang mit Gebäuden so wie jetzt nicht weitergehen kann», so Busmann.
Neben fehlenden Rücklagen sieht Busmann in Organisationsfehlern der Stadtverwaltungen das Hauptproblem für den «Verfall kommunaler Liegenschaften». Während in den früheren Hochbauämtern Architekten in den Vorständen mit entschieden hätten, gehe es seit der weitgehenden Ausgliederung des städtischen Gebäudemanagements in die Ämter für Gebäudewirtschaft nur noch um «Quantität statt Qualität».
Als eines der vielen «traurigen Beispiele» für den Umgang mit Architektur nannte Busmann die Pläne zum Abriss des von Wilhelm Riphahn entworfenen denkmalgeschützten Kölner Schauspielhauses. Inzwischen haben sich Stadt und eine Bürgerinitiative auf den Erhalt und die Sanierung des 1962 fertiggestellten Gebäudes verständigt. «Auch dieses Haus ist nie richtig renoviert worden», beklagte Busmann.
(Erstellt am 22. Dezember 2010 - 9:37 Uhr; aktualisiert 22. Dezember 2010 - 9:47 Uhr)
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Kommentare
Vielleicht liegt die
Vielleicht liegt die fehlende Instandhaltungsrücklage einfach am Haushaltsrecht. Hier dürfen nämlich keine solchen allgemeinen Rücklagen gebildet werden sondern nur Rücklagen für tatsächlich bereits geplante Maßnahmen sind zulässig. Das dient der Haushaltsklarheit und soll verhindern, dass Komunen in Schattenhaushalten (Rücklagen) Gelder ansammeln, die an anderer Stelle zur Erledigung von Pflichtaufgaben fehlen. Für Instandhaltungen gibt es allgemeine Hauahlatsansätze. Diese sind allerdings aufgrund der Finanzknappheit der Komunen so weit gedrosselt worden, dass die Bausubstanz leidet. Das ist nicht nur bei Museen und ähnlichen repräsentativen GEbäuden der Fall sondern auch bei Zweckbauten wie Verwaltungsgebäuden, Schulen, Sporthallen, Schwimmbädern etc. der Fall. Oft lohnt am Schluss ein Neubau mehr als die Grundsanierung eines abgewirtschafteten Gebäudes. Rechtzeitige Instandhaltung hätte dem vielleicht vorgebeugt, aber die Finanznot der Kommunen läßt diese eben schon seit mindestens 20 Jahren nicht mehr zu.
Hallo, der hätte die Kuppel
Hallo,
der hätte die Kuppel der Philharmonie in Köln besser gegen Trittschall Isolieren sollen als hier zu meckern, dann hätte die Stadtverwaltung viel Geld gespart. Es brauchte dann nicht wie jetzt bei jeder Veranstaltung der Platz über derselben mit Helfern abgesperrt werden um ein störungsfreies Konzert anhören zu können.
Gruß Sepp.









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