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Monteverdi-Premiere im Palladium

Opern-Odysseus als Comic-Held

Nach der erfolgreichen Neuproduktion von Claudio Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« (1642) im Gerling-Quartier unternimmt die Oper Köln mit »Il Ritorno d’Ulisse in Patria« erneut eine Zeitreise in jene Jahre, als die Oper sich als Gattung gerade erst zu entwickeln begann. Die Premiere im "Palladium" erntete sehr positive Kritiken.

Olaf Weiden in der Kölnischen Rundschau:

"Im Himmel vorwitzeln Götterfiguren, die in ihrer Plastikoptik einem Comic entsprungen sein müssen, über den Rand ihrer Galerie auf die Erde. Sie beobachten, was ihre Regiearbeit auf der Erde bewirkt, mit göttlicher Gelassenheit: Bei den Menschen läuft derweil das Blut von den Eigenheimwänden, abgesägte Arme entsorgt die Hausdame in die Mülltonne. "Die Heimkehr des Odysseus ins Vaterland", Oper von Claudio Monteverdi nach Giacomo Badoaro bzw. Homer, siedelt in ihrer Kölner Neuinszenierung zwischen "Operette" und "Psychodrama".

Als hätten Regisseur Bernd Mottl und sein Kostüm-/Bühnen-Ausstatter Friedrich Eggert eine wilde Mixtur der bisherigen Kölner Arbeiten anrühren wollen: Im Palladium prallten jetzt Opera buffa mit überdrehten Gestalten in schrillen Kostümen (wie in Mottls Csárdásfürstin) auf verzweifelt klagende Lamenti der Protagonisten (wie in Bartóks "Blaubart"-Version von Mottl). Nur mussten beide konträren Spielarten dem zarten Renaissance-Klang einer Monteverdi-Oper abgerungen werden. Und obwohl wir uns historisch im Frühtau der Operngeschichte befinden, muss dem "rüden" Interpretationsstil von Dichtung und Musik bestätigt werden: Der geht wirklich auf.

Das Publikum war sehr begeistert"

Markus Schwering im Kölner Stadt-Anzeiger:

"Von Handwerk und Appeal her ist die Inszenierung, die auch handlungsarme Strecken szenisch einfallsreich auflöst, hoch professionell - Langeweile kommt da nicht auf, trotz fast dreistündiger Aufführungsdauer,

Den guten Gesamteindruck befördert freilich großartig Konrad Junghänel, der am Pult von Gürzenich-Musikern und vielen Instrumentalspezialisten anheizt, innehalten lässt, jedenfalls ein Feuerwerk der differenzierten Farben und Gesten zündet. 

Herzlicher, buhfreier Beifall."

Axel Hill im EXPRESS:

"Giftgrün, knallorange, quietschpink - im Palladium macht Regisseur Bernd Mottl aus Monteverdis 370 Jahre alter Oper 'Il ritorno d'Ulisse in patria' ein poppig -buntes, bei der Premiere umjubeltes Comic-Spektakel."

Weitere Termine: 29. Februar, 2., 4., 7., 9., 11., 14., 17., 22., 24. März.

Mehr auf der Website der Kölner Oper

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