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Schauspiel zeigt Flüchtlingsdrama

"Occident Express": Kleine Puppen, großes Spiel

Der Orient-Express war ein Luxuszug für reiche Europäer, mit dem sie von Paris nach Istanbul reisen konnten. Heute ist die Richtung umgekehrt – und nicht Reiche, sondern mittellose Flüchtlinge machen sich auf den Weg. Ihr Schicksal erzählt das (Puppen-)Stück „Occident-Express“ von Stefano Massini, das jetzt im Schauspiel Premiere hatte.

 

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Im Mittelpunkt steht die Witwe Haifa. Terroristen haben ihr Dorf niedergebrannt, als einzige hat sie mit ihrer Nichte das Massaker überlebt. Nun ist sie auf der Flucht durch ein zerstörtes Land. Ein Hirte hilft ihr – und wird bei einer Kontrolle erschossen. Mit dessen Kindern kriecht sie – nackt, ölverschmiert – durch eine Gasleitung in die Türkei. Schafft es als blinder Passagier auf einem Güterzug bis nach Izmir.

Wird von Schleusern mit einem Boot nach Thessaloniki gebracht, verliert auf der Überfahrt ein Kind. Überwindet Grenzen, die von Stacheldraht und Minengürteln „geschützt“ werden, durchschwimmt die kalte Donau, schafft es nach Leipzig und wartet nun darauf, mit Drogenbeutel im Magen in Containern voller Schweine nach Schweden geschmuggelt zu werden – dem Ziel der 118 Tage dauernden Flucht.

Schleuser, Polizisten und Drogendealer verdienen an ihr und den anderen Flüchtlingen, bestimmen die Regeln. Wird ihnen nur genug Geld geboten, dann helfen sie auch Haifa, deren Alter eigentlich als Hemmnis vorgeschoben wird. Doch sie schafft es – auch weil sie sich mit einer jungen Frau verbündet.

Inszeniert hat das Stück Moritz Sostmann. Wieder lässt er die Geschichte von Puppen und Menschen spielen – mit weniger Aufwand als gewohnt, was der dichten Atmosphäre sichtlich bekommt. Hier sind es sechs Schauspielerinnen, die den sensibel gestalteten Figuren von Hagen Tilp ihre Stimmen leihen und sie zum Leben bringen: Annika Schilling, Magda Lena Schlott, Katharina Schmalenberg, Marlene Tanczik, Birgit Walter und Kotti Yun.

Beklemmende Bilder 

Blitzschnell wechseln sie die Rollen. Ziehen sich auch mal selber aus und schmieren sich mit schwarzem Öl ein, um besser durch die enge Gasleitung zu „flutschen“. Gehen selbst mit den Bösen respektvoll um und machen sie nicht zu Karikaturen. Mit Liebe und Sorgfalt kümmern sie sich um die Schutzbedürftigen, trösten Haifa und sprechen ihr Mut zu. Wenn die Puppe verzweifelt dem Zug nachrennt – und in letzter Minute hinaufgezogen wird, stockt dem Publikum der Atem.

Das Spiel beschränkt sich auf eine kahle, weiße Plattform, verstärkt so den Eindruck der Enge, der die Flüchtlinge ausgesetzt sind. Beklemmende Bilder wechseln mit poetischen. Lichteffekte lassen den Zug rasen und Regen prasseln. Wie in einem Bahnhof werden auf einer Anzeigetafel die 16 Stationen der Flucht aufgelistet.

Ob Haifa nach gut 100 Theaterminuten ihr Ziel erreicht, bleibt offen. Die Zuschauer aber lässt diese Inszenierung nicht kalt, wie der starke Beifall beweist. Und allen, die derzeit über Obergrenzen oder Richtzahlen für Flüchtlinge palavern, sollte ihr Besuch zur Pflicht gemacht werden.

„Occident Express“ – die nächsten Vorstellungen: 14. und 17. Oktober (jeweils 20 Uhr), 22. Oktober (19 Uhr), Schauspiel Köln, Depot 2 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim. Ticket erhalten Sie in unserem Ticketshop.

 

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