"Advance Hackathon"
NRWs beste Hacker programmieren in Köln
48 Stunden programmieren die 80 besten Hacker Nordrhein-Westfalens an diesem Wochenende in der Kölner Gasmotorenfabrik.
Beim Kongress "Advance Hackathon" kommen Web- und Softwareentwickler aus allen Branchen zusammen. Unter ihnen sind Designer genauso wie Programmierer, Architekten oder Geisteswissenschaftler. Das Land Nordrhein-Westfalen bringt mit dem Kongress die Potenziale der Netzgemeinde und der medienaffinen Wirtschaft zusammen. Die bis zu 25 Jahre alten Experten reisen dazu aus allen Teilen des Landes an.
Einer der Programmierer im lichtdurchfluteten Raum im obersten Stock der Gasmotorenfabrik in Köln-Deutz ist Guido Lorenz. Der blonde Bonner entwickelt ein Programm, das mit einer Platte aus Legosteinen Musik komponiert. Eine Kamera erkennt die Platzierungen der Steine, die der Computer über sein Programm in eine Melodie umwandelt. "Spätestens bis morgen werden wir die verschiedenen Farben der Legosteine als Instrumente digitalisiert haben", erklärt Lorenz. Über die blauen Steine erkennt sein Programm eine Gitarre, über die grünen ein Keyboard und über die roten den Bass.
Lorenz sagt, dass der Spaß überwiege. Dennoch herrscht auch Konkurrenzdruck. Am Sonntagabend werden die drei besten Projekte der Computer-Freaks gekürt. Dabei haben sich die Designer, Programmierer, Spieleentwickler und Musiker zum Ziel gesetzt, gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie sie das Internet in den kommenden Jahren für ihre Branche besser nutzen können.
Hacken ist nicht nur Datenklau, sondern eine kreative Bewegung
Teilnehmer wie Lorenz verdeutlichen, dass man heute unter Hacken viel mehr versteht als den illegalen Datenklau von fremden Computern. Es geht vielmehr um eine Geisteshaltung. Um eine Bewegung von kreativen Menschen, die gelernt haben, ihre Kreativität auf digitalem Wege auszudrücken.
Die Leiterin des Organisationsteams des Kulturprojekts "Medien.Cluster" des Landes NRW, Nadia Zaboura, erklärt: "Wir möchten etwas Kreatives, etwas Positives für die Welt schaffen." Schon 2011 organisierte sie ein solches Treffen der verschiedenen Wirtschaftszweige, die die digitale Szene in NRW repräsentieren.
Es würden Programme und Internetsoftware entwickelt, die beispielsweise ein offen zugängliches und weltweites Fotografie-Archiv zum Ziel haben. Andere Ansätze wie etwa regionales "Crowdfundig" sollen diese subkulturelle Kunst finanzieren. Das Prinzip "Crowdfunding" soll durch viele Einzelspenden interessierter Privatpersonen die Weiterentwicklung solcher innovativer Projekte gewährleisten.
Talentschmiede für boomende Branche
Zaboura sieht den Kongress "Advance Hackathon" als Talentschmiede für die boomende Branche der digitalen Wirtschaft. Die 80 Programmierer, die sich wie Guido Lorenz an diesem Wochenende in Köln treffen, seien ein Beispiel dafür, dass NRW keinen Fachkräftemangel habe.
Lorenz sieht das ähnlich und hofft, dass auch die breite Öffentlichkeit bald die immense Bedeutung seiner Branche erkennt. In Zeiten des politischen Höhenflugs einer Internetpartei wie den Piraten kann er nicht nachvollziehen, dass sich noch immer so viele Menschen nichts unter der immer größeren Hacker-Szene vorstellen können. Er sagt: "Dabei sehen wir hier den führenden Wirtschaftszweig von morgen!" (dapd-nrw).
Mehr Information unter hackathon.advance-conference.com
(Erstellt am 29. April 2012 - 17:14 Uhr; aktualisiert 30. April 2012 - 10:06 Uhr)
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