Wirtschaftsgeschichte der Stadt Köln
Handel, Verkehr, Industrie - und immer der Rhein
Mit der Abschaffung der Kölner Zünfte durch Napoleon kam der Bruch im stagnierenden Wirtschaftsleben. Alte Namen verschwanden, neue kamen. Vor allem protestantische Zuwanderer brachten durch Firmengründungen neuen Schwung. Von den Höhen und Tiefen des Kölner Wirtschaftslebens – angefangen bei den Römern, endend im Heute – erzählt das jetzt erschienene Bändchen „Kleine illustrierte Wirtschaftsgeschichte der Stadt Köln“.
Im Detail sind da viele Facetten, die die drei Autoren kenntnisreich und lesenswert ausbreiten. Christian Hillen ist für die Antike zuständig, Peter Rothenhöfer für das Mittelalter, Ulrich S. Soenius für die Zeit ab Napoleon. Die letzte Wirtschaftsgeschichte erschien in den 1970er Jahren, seitdem gab es viele neue Erkenntnisse, die ihren Niederschlag gefunden haben. Dazu zählt etwa, dass es im mittelalterlichen Köln Frauenzünfte gegeben hat – was es sonst nur in Paris gab. Auch die Jahre der Nazi-Diktatur und die Nachkriegszeit sind in der Zwischenzeit gründlicher erforscht.
Bei der Auswahl der Illustrationen erwies sich das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv zu Köln als sehr ergiebig. Eine Wiederentdeckung ist eine Karikatur, die sich 1895 über die Schwebebahn-Ideen des Technikers Eugen Langen lustig macht. Wenig später wurden in Köln dann tatsächlich die Waggons für die Wuppertaler Schwebebahn gebaut. Erstmals veröffentlicht wird jetzt etwa das Foto von Zwangsarbeiterinnen bei den Westdeutschen Waggonfabriken. (js)
Christian Hillen, Peter Rothenhöfer, Ulrich S. Soenius: „Kleine illustrierte Wirtschaftsgeschichte der Stadt Köln“ – Bachem Verlag, Köln 2012, 200 Seiten, zahlreiche Illustrationen, 19,95 Euro- direkt beim Verlag versandkostenfrei bestellen
(Erstellt am 13. Dezember 2012 - 11:46 Uhr; aktualisiert 7. April 2013 - 14:57 Uhr)
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