Schritt soll Armeeaufbau erleichtern
Karsai erwägt Wiedereinführung der Wehrpflicht
München (AFP) - Im Zuge der schrittweisen Übernahme von Sicherheitsaufgaben erwägt Afghanistans Präsident Hamid Karsai die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Derzeit habe das Land eine Freiwilligenarmee, sagte Karsai auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Allerdings könne Afghanistan auf eine Tradition der Wehrpflicht zurückblicken. Mit der Rückkehr zu diesem System könnten junge Männer aus allen Teilen des Landes eine militärische Ausbildung erhalten. Bis 1992 unterlagen in Afghanistan alle Männer zwischen 18 und 45 Jahren der allgemeinen Wehrpflicht.
Die internationale Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London hatte in ihrem Abschlussdokument erklärt, noch in diesem Jahr mit der Übergabe von Sicherheitsverantwortung an die Afghanen zu beginnen. Bis Ende 2011 soll die afghanische Armee durch verstärkte internationale Ausbildungsanstrengungen eine Stärke von 171.000 Mann und die Polizei von 134.000 Mann erreicht haben.
Karsai bekräftigte in München das Ziel, dass Afghanistan in fünf Jahren weitgehend selbst für seine Sicherheit sorgen könne und den Verbündeten "nicht länger zur Last" falle. Außerdem erneuerte er sein Angebot an moderate Taliban-Kämpfer, sie im Rahmen eines nationalen Aussöhnungsprozess wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Die Reintegration müsse allerdings "mit Rückendeckung unserer internationalen Partner" geschehen.
(7. Februar 2010 - 13:10)






