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Marode "Familienkutsche" an der A4 aus dem Verkehr gezogen

Köln (ots) - Der Mercedes Sprinter mit britischer Zulassung, den Beamte der Kölner Autobahnpolizei am späten Donnerstagabend (13. Juli) an der Bundesautobahn 4 sichergestellt haben, hatte es in sich. Angefangen mit einer zwölfköpfigen rumänischen Familie, verteilt auf neun Sitze. Und die amtliche Bewertung des technischen Zustands, der sich bei einem möglichen Unfall auf ebendieses Dutzend sicher verheerend ausgewirkt hätte, konnte strenggenommen nur lauten: Unterirdisch.

Gegen 23 Uhr stellte eine Streifenwagenbesatzung das Pannenfahrzeug am Ende des Verzögerungsstreifens der Anschlussstelle Eifeltor, Fahrtrichtung Olpe fest. An dem grünen Transporter mit angehängtem Wohnwagen versuchten augenscheinlich mehrere Insassen, einen Motorschaden zu beheben. Das Erste, was den kontrollierenden Polizisten ins Auge fiel, war eine im Motorraum geöffnet stehende, mit Diesel gefüllte Getränkeflasche. Der Fahrer (53) versuchte, hieraus Diesel anzusaugen. Bei den Angetroffenen handelte es sich um das Elternpaar mit seinem Nachwuchs, darunter einem Baby, mehreren Kleinkindern sowie - im Fußraum zwischen den beiden Rücksitzbänken liegend - einem offenbar behinderten Kind. Das Auto verfügte über keinerlei Kinderschalen oder -sitze. Den Säugling hielt seine Mutter auf dem Arm.

Das Gestänge der Auflaufbremse des Wohnwagens war verbogen, das angehängte Fahrzeug somit ohne Bremswirkung. Der Verriegelungshebel der Anhängerkupplung war mit Klebeband "gesichert". Die Beleuchtung des Wohnwagens hatte der 53-Jährige über lose Kabel an die Beleuchtung des Sprinters untergeklemmt. Angsteinflößend auch dessen schiefstehende Räder, abgesehen von dem Leck an der Kraftstoffanlage.

Diese Feststellungen erlaubten dann auch nur eine Konsequenz: Die Polizisten stellten das Gespann sicher. Zum Einen, um beide Fahrzeuge dem TÜV vorzuführen. Zum Anderen, um eine Weiterfahrt mit den völlig ungesicherten Kindern zu unterbinden. Mit dem Ziel, die Kinder vorübergehend seitens der Stadt Köln unterzubringen, fuhren die Beamten die Familie zunächst zur Wache in Köln-Sülz. Eine solche Unterbringung lehnten die Erziehungsberechtigten jedoch ab. Unter Hinzuziehung einer Dolmetscherin erläuterten die Beamten den Eltern die entsprechende Rechtslage und die gefertigte Ordnungswidrigkeitenanzeige. Kurz darauf verließ die Familie die Diensträume mit unbekanntem Ziel. (cg)


(2017-07-14T15:38:33+0200)

(Erstellt am 14. Juli 2017 - 15:38 Uhr; aktualisiert 17. Juli 2017 - 10:42 Uhr)

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