Nachwuchs
Zwei junge Bisons im Kölner Zoo geboren
Nicht gerade das beste Wetter hatten sich die beiden jungen Bisons ausgesucht, um der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Doch Kälte und feiner Nieselregen machten ihnen nichts aus. Schon am 22. Mai hatte Kuh Ribana einen kleinen Bullen geboren, erst am Montag bekam Tatonka ihr Junges, dessen Geschlecht noch nicht fest steht. Auch Namen haben sie noch nicht
Bildergalerie: Bison-Nachwuchs im Kölner Zoo
Die beiden Mütter sind 13 Jahre alt und in Köln geboren. Auch von ihrer Schwester Cheyenne (15) wird in den nächsten Tagen Nachwuchs erwartet. Vater Rih ist schon 16. Er kommt aus Nordamerika, sein Vater war ein wildlebender Büffel – darum sind seine Nachkommen bei Züchtern besonders begehrt.
„Es sind erfahrene Kühe, die schon viele Kälber zur Welt gebracht haben“, lobt Zoo-Tierarzt und Rinderexperte Olaf Behlert die Mütter. Etwas mehr als ein Jahr werden sie den Nachwuchs säugen. Der wird dann an Züchter verkauft. Meist Privatleute, die einen Narren an den wuchtigen Tieren mit der hohen Schulter und dem wolligen Fell gefressen haben. „Als Fleischlieferant lohnen sich die Tiere nicht“, so Behlert, „da ist zu wenig dran.“
Das lohnt sich nur, wenn große Herden gehalten werden können. So wie in ihrer Heimat Nordamerika, wo heute wieder etwa 520.000 Tiere leben – 97 Prozent davon in Farmen. Im 16. Jahrhundert, so Schätzungen, gab es dort 30 Millionen Büffel. Sie waren eine wichtige Lebensgrundlage der Indianer, denen sie Nahrung, fell, Sehnen und Knochen zur Herstellung von Kleidung, decken, Sätteln, Seilen, Leim oder geschirr lieferten.
Doch dann kamen der Eisenbahnbau und Büffeljäger wie William C. Cody alias „Buffalo Bill“ mit ihren Gewehren Er soll es auf 60 Tiere täglich gebracht haben. Anfang des vorigen Jahrhunderts lebten nur noch 23 Tiere in freier Wildbahn. Erst ein rigoroses Schutzprogramm rettete sie. (js)
(Erstellt am 7. Juni 2012 - 10:28 Uhr; aktualisiert 8. Juni 2012 - 11:06 Uhr)
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