Aneinander gefesselt geborgen
Tote im Baggersee: Vater riss Sohn mit in den Tod
Das Drama vom Baggersee: Bei den beiden Toten, die am Montagmorgen aus einem Baggersee in Köln-Rath geborgen wurden, handelt es sich um Vater und Sohn. Medienberichten zufolge soll der 33-jährige Mann das neun Jahre alte Kind mit in den Tod gerissen haben.
Wie der "Express" berichtet, waren die beiden aneinander gefesselt als die Rettungskräfte sie aus dem eiskalten Wasser zogen. Zudem soll in der Wohnung des Vaters ein Abschiedsbrief gefunden worden sein, so der "Kölner Stadt-Anzeiger".
Die Eltern des Jungen lebten seit einigen Jahren getrennt und wollten sich scheiden lassen. Derzeit war der Junge in einem Kinderheim untergebracht. Jedes zweite Wochenende verbrachte er bei der Mutter, die Sonntage bei seinem Vater. Sowohl die Mutter als auch die Mitarbeiter des Jugendamtes erklärten übereinstimmend, man habe zu keinem Zeitpunkt Anzeichen für einen Gewaltausbruch des Vaters in dieser Form erkennen können.
Der Vater lag im Streit mit dem Jugendamt, da er wollte, dass sein Sohn bei ihm lebt. Zum einen lag aber das alleinige Sorgerecht bei der Mutter, zum anderen verletzte der Vater in der Vergangenheit mehrfach seine Aufsichtspflicht, weshalb das Jugendamt den Umgangskontakt seit August 2009 auch auf Besuchskontakte am Tag beschränkte.
Am Sonntagnachmittag hatte der Vater den Sohn von der Mutter abgeholt. Nachdem diese am Abend jedoch nicht zurückkehrten, meldete die Frau die beiden als vermisst. Am nächsten Morgen entdeckte ein Passant das Kinderfahrrad und Picknickutensilienam Baggersee und informierte umgehend die Polizei. Nur wenig später wurden die beiden Leichen im See gefunden.
(Erstellt am 16. März 2010 - 11:10 Uhr; aktualisiert 16. März 2010 - 14:24 Uhr)
Schon gelesen?
Vorheriger Artikel: Stadt haftet Leihgebern nicht für verlorenes Archivgut









Kommentar hinzufügen