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EU-Gericht:

Stadt Köln verstieß beim Bau der Messehallen gegen EU-Recht

Luxemburg/Köln (ddp-nrw). Die Stadt Köln hat beim Bau der neuen Nordhallen der Koelnmesse gegen das europäische Vergaberecht verstoßen. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem am Donnerstag in Luxemburg veröffentlichten Urteil entschieden.

Nach Auffassung der Luxemburger Richter hätte die Stadt Köln im Jahr 2003 das Großprojekt europaweit ausschreiben müssen. Dies geschah aber nicht, stattdessen entschied sich die Stadt Köln, den Bau nach ihren Vorgaben durch den privaten Oppenheim-Esch-Fonds realisieren zu lassen. Der Fonds ist an zahlreichen, auch umstrittenen, Großprojekten in ganz Deutschland beteiligt.

Die Stadt Köln akzeptiere das Urteil des EuGH, teilte ein Sprecher mit. Man werde sich unverzüglich mit der EU-Kommission in Verbindung setzen, um zu klären, welche Konsequenzen aus dem Urteil gezogen werden müssten. Aufgrund der Entscheidung des Gerichts kann die Kommission Deutschland auf Zahlung eines Zwangsgeldes im bis zu dreistelligen Millionenbereich verklagen.

Zum jetzigen Zeitpunkt stehe die Verhängung eines Zwangsgeldes nicht zur Debatte, betonte der Sprecher der Stadt. Ein solches Zwangsgeld komme nur in Betracht, wenn es wegen Nichterfüllung der mit der Kommission vereinbarten Konsequenzen zu einer weiteren Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof kommen würde. Die Stadt Köln werde aber mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dafür sorgen, dass eine derartige Situation nicht eintrete, hieß es weiter.

Die Stadt und die Bezirksregierung als Kommunalaufsicht hatten die Rechtsauffassung vertreten, dass eine europaweite Ausschreibung nicht notwendig war. Ihrer Ansicht nach ist die Koelnmesse kein öffentlicher Auftraggeber im Sinne des EU-Vergaberechts. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte sich dieser Einschätzung inzwischen angeschlossen. Die EU-Kommission hatte in der Klage indes darauf verwiesen, dass der Bauauftrag nach den Spezifikationen der Stadt Köln ausgeschrieben worden und demnach als öffentlicher Auftrag zu behandeln sei.

An der Koelnmesse GmbH ist die Stadt Köln zu 79 Prozent beteiligt. Gegenüber dem Oppenheim-Esch-Fonds als privatem Bau-Investor hatte sich die Stadt verpflichtet, bis zum Jahr 2035 einen jährlichen Mietzins für die neuen Hallen in Höhe von 20,7 Millionen Euro zu zahlen. In der Vertragslaufzeit summieren sich die Mietzahlungen auf rund 600 Millionen Euro.

Im Gegenzug errichtete der Fond die Messehallen nach Vorgaben der Stadt. Nach den Schätzungen der Koelnmesse beliefen sich die Baukosten auf 235 Millionen Euro.

Die Mietzahlungen soll durch die Untervermietung der neuen Hallen an die Koelnmesse GmbH erwirtschaftet werden. Sollte die Messe-GmbH die Zahlungen für die im Jahr 2007 eröffneten Hallen nicht aufbringen können, müsste die Stadt Köln - und damit die Kölner Steuerzahler - die Miete alleine aufbringen.

Hintergrund des Messeneubaus war die Entscheidung des Fernsehsenders RTL aus dem Jahr 2003, seinen Firmensitz bis 2008 in die alten Kölner Messehallen am Rheinufer zu verlegen. Dadurch konnte die Kölner Stadtspitze zwar den drohenden Umzug des Senders von Köln in das benachbarte Hürth verhindern. Allerdings musste der erst mittelfristig vorgesehene Neubau der Nordhallen nun vorgezogen werden, damit die bereits geplanten und teilweise schon gebuchten Messen wie geplant durchgeführt werden können. Eventuelle Absagen hätte die Koelnmesse in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.

Nach Auffassung des damaligen Oberbürgermeisters Fritz Schramma (CDU) und anderer führenden Kölner Kommunalpolitiker war unter diesen Umständen der Zeitrahmen für eine europaweite Ausschreibung zu knapp.

(Erstellt am 29. Oktober 2009 - 11:33 Uhr; aktualisiert 1. November 2009 - 20:15 Uhr)


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Kommentare

Das heißt der Köln Messe

Das heißt der Köln Messe gehört gar nichts, aber wenn die mist bauen darf die Stadt also der Bürger zahlen. Also wie immer im Nahmen des Volkes, das nicht gefragt wurde wie immer.Sealed

Genau so funktionieren die

Genau so funktionieren die diversen städtischen Vereinbarungen z.B. mit dem Oppenheim-Esch Fond. Ob Henkelmännchen, Messehalle, etc alle Projekte waren schon mit der Fertigstellung nicht rentabel und man hat dies bewusst auf die Steuerzahler abgewälzt. Da gab es schon etliche Presseberichte drüber!  Letztendlich zahlt in Köln immer der Steuerzahler für die privaten Investoren. 

was meint ihr denn was sich

was meint ihr denn was sich jetzt ändert ?
nix naturlich - und in köln schon gar nicht !

außerdem würde gerade die sal. oppenheim bank
zu 100% von der deutschen bank geschluckt.

bleibt entspannt

gruß ralf

Kompliment!

Kompliment!

Also, zunächst dachte ich

Also, zunächst dachte ich mir: tja, jetzt zeigen sich so langsam die Folgen der EU-Krake, äh, Bürokratur, auch hier bei uns im Alltag...
Dann: so ists recht, endlich bekommt der Klüngel ganz offiziell eins auf den Sack, recht so!

Und zuletzt: wen juckt es denn LETZTENDLICH, wenn Zwangszahlungen zu leisten sind, bzw. die Miete später nicht aufgebracht werden kann? Die Kölnmesse? Nö. Die Stadt? Eigentlich auch nicht. Aber den Oppenheim Fond, den juckt es tatsächlich. Genauer: die Anleger, die, in Erwartung hoher Renditen, ihr Geld durch diesen Fond "arbeiten" lassen wollten...
Also sähe die Lösung in einer besseren Welt ganz einfach aus: wenn es die Wirtschaft nicht hergibt, wird der Investor in die Pflicht genommen. Die Renditeerwartungen der "Maden im Speck" würden nicht durch öffentlich garantierte Zwangsabgaben, sprich Steuererhöhungen, garantiert, sondern die Herren Investoren müssten eben gefälligst in die Röhre schauen, und auf ihre heißgeliebte Rendite sowie Schampus und Kaviar für eine gewisse Zeit verzichten. Eigentum verpflichtet. Punkt.

Aber was red ich da.

...sind doch Peanuts für

...sind doch Peanuts für Köln. Die lassen sich doch ganz einfach wieder einsparen. Hier ein paar Vorschläge:

- Erhöhung der Beiträge für Kinderhorte und -gärten
- oder besser: Schließung dieser Einrichtungen
- Stilllegen von Strassen, statt wie heute notdürftig zu reparieren
- Eintrittspreise für Schwimmbäder drastisch erhöhen
- Eintrittspreise für Museen drastisch erhöhen
- oder besser Museen schließen und den Inhalt in dem großen Loch in der Severinsstrasse entsorgen.

Mit ein wenig gutem Willen und Phantasie lassen sich noch viele weitere Einsparmöglichkeiten finden um die 500 Milliönchen wieder reinzuholen.

.... die Politessen sind auf

.... die Politessen sind auf den Straßen schon wieder aktiv! Wenn ich das richtig beobachte müsste der Betrag bereits heute Abend in der Kasse sein.....

Nochmal davon

Nochmal davon geschrammt...
Alle, die den Vorgang beobachtet haben, wussten, dass es so kommen würde. Nur der Zeitpunkt, der wird jetzt zum Knackpunkt:
Kaum ist Schramma aus dem Amt, stellt der EGH die Schuld der Stadt Köln klar. Und einen Schuldigen gibt es nicht mehr. Nur noch die Zahler der Zeche, die bleiben: wir Steuerzahler - wie immer. Wie nett vom EGH, Herrn Schramma so zu schonen.
Oder reicht der Kölsche Klüngel gar bis
nach Brüssel?

Und wo führt das ganze

Und wo führt das ganze hin?
Wenn gezahlt werden muss, dann springt mit Sicherheit auch der Staat ein.
Für die Zahlung muss ein kredit aufgenommen werden und schwupps ist die Neuverschuldung wieder zu hoch.

Ehe man sich versieht kommt eine Strafe wegen zu hoher Neuverschuldung...und was ist dann?
Es muss wieder Geld gezahlt werden...
irgendwie dreht man sich da doch im Kreis...

tja, das sind dann die

tja, das sind dann die Schattenseiten einer EU-Mitgliedschaft. Man macht im Prinzip alles richtig, will sich beeilen und bekommt dafür einen auf den Deckel.
Vor 20 Jahren hätte wohl keiner was dagegen gehabt.

Endlich wird wieder ein

Endlich wird wieder ein Stück willkürlicher Klüngel korrigiert! 

Leider auf Kosten der Allgemeinheit und nicht der Verantwortlichen. 

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