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Monty-Python-Musical

"Spamalot" feierte Deutschlandpremiere

Rund 1.700 Zuschauer haben am Sonntagabend im Kölner Musicaldome die Deutschlandpremiere des Monty-Python-Musicals "Spamalot" gefeiert. Unter den begeisterten Besuchern waren unter anderem Oliver Kalkofe, Bernhard Hoëcker und Lindenstraßenstar Marie-Luise Marjan.

Bildergalerie: "Spamalot"-Premierenfeier

Fliegende Kühe, niederträchtige Franzosen und reichlich doofe Edelleute - die Besucher bekamen eine völlig überdrehte und äußerst vergnügliche Mittelalter-Posse geboten, die schon am Premierenabend das Potenzial zum Klassiker zeigte.

Bildergalerie: Buntes Treiben in "Spamalot"

Vor 40 Jahren hatte die Erfolgsgeschichte der sechsköpfigen «Monty Python's» bei der britischen BBC begonnen, «Spamalot» zeigt jetzt, wie unverbraucht und unkonventionell der Humor der Comedy-Truppe bis heute ist. Ur-Mitglied Eric Idle schrieb den Text des Musicals, das bereits erfolgreich in London und New York gezeigt wurde. Die Handlung ist, wie Idle sagt, «liebevoll geklaut» von dem Monty Python's-Klassiker «Die Ritter der Kokosnuss» und wurde mit weiteren bekannten Sketchen und Songs der Briten angereichert. Dabei bleibt das Musical streckenweise erstaunlich nah an der filmischen Vorlage.

Einfältige Ritter auf der Suche nach einem "Kelch"

In «Spamalot» soll König Arthur gemeinsam mit den Rittern seiner Tafelrunde in göttlicher Mission den Heiligen Gral suchen. Bedauerlicherweise ist der sagenumwobene König intellektuell eher kompakt geraten und auch den Rittern der Tafelrunde wäre mit der Bezeichnung «minderbegabt» noch geschmeichelt. Aber die Handlung ist ohnehin selten mehr als roter Faden für eine groteske Nummernrevue.

Dabei kommen auch einige Szenen auf die Bühne, die bei Python-Fans völlig zu Recht Kultstatus genießen. So beginnt das Stück mit dem Abtransport eines widerspenstigen Pest-Toten, der den Schinder ebenso hartnäckig wie vergeblich davon überzeugen will, dass er eigentlich immer noch unter den Lebenden weilt.

Und es gibt die Konfrontation von König Arthur mit dem «Schwarzen Ritter». Dieser verliert beim Schwertkampf bedauerlicherweise nach und nach sämtliche Extremitäten, besteht aber dennoch darauf, dass das Duell als ein Unentschieden zu werten sei.

Politisch äußerst unkorrekt

Souverän jongliert das Stück auch mit einer heiklen Einlage, dem «Jinks»-Song, in dem der vermeintliche Einfluss von jüdischen Geldgebern am Broadway karikiert wird. Das ist natürlich politisch äußerst unkorrekt, doch potenzielle Kritiker werden der furiosen Tanz- und Show-Einlage kaum antisemitische Ressentiments unterstellen können. Am New Yorker Broadway lief das Stück übrigens von März 2005 bis zum 11. Januar dieses Jahres mit fast 1600 Vorstellungen.

Karlheinz Freynik, zuständig für den deutschen Text, hat schon in den 1970er Jahren die Texte der Monty Python's ins Deutsche übertragen. Beim «Spamalot» begnügt er sich nicht mit einer wörtlichen Übersetzung, sondern findet stattdessen gelungene eigene Wortspiele. Und wenn Regisseurin Alison Pollard ihre mittelalterlichen Helden mit «Yes we can»-Plakaten motivieren lässt, ist sie ganz auf der Höhe der Zeit.

Das durchgehend stark besetzte Ensemble überzeugt nicht nur durch reichlich Spielfreude, sondern auch mit einem beeindruckenden Gespür für die Komik des Stoffes und das richtige Timing. Alfred Biolek, der die Python's einst ins deutsche Fernsehen holte, darf in der Rolle des Historikers auch einige Sätze sagen.

Sir Lancelot im Copacabana-Rausch

Musikalisch bleibt «Spamalot» auf der sicheren Seite und bricht dabei lustvoll Klischees. So hat der wackere Ritter Lancelot sein knatschbuntes schwules Coming Out bei munteren Samba-Klängen, während die Choreografie der Ritter beim unvermeidlichen «Always look on the bright side of life» dreist an Gene Kellys Klassiker «Singin' in the rain» angelehnt ist. Das ergibt natürlich überhaupt keinen Sinn, doch es hilft, das Genre Musical gleichzeitig durch den Kakao zu ziehen und dabei doch ernst zu nehmen.

Der Titel des Stückes war als Wortspiel aus König Arthurs Festung Camelot und dem amerikanischen Büchsenfleisch «Spam» entstanden. Das Nahrungsmittel taucht als Wort allein 132 Mal in einem der wohl bekanntesten Sketche der Monty-Python's auf - und wurde später zum Synonym für massenweise unerwünschte Werbe-Mails.

Spam, das dubiose Dosenfleisch, gab es passenderweise auch beim Buffet der Kölner Premierenfeier. Die meisten Gäste mieden es. (ddp)

(Erstellt am 26. Januar 2009 - 10:11 Uhr; aktualisiert 27. Januar 2009 - 10:49 Uhr)


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