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Flaschenverbot an Karneval

"Kohlensäure beschleunigt Glassplitter wie Projektile"

"Mehr Spaß ohne Glas" lautet die Kampagne der Stadtoberen zum ungeliebten Flaschenverbot an den tollen Tagen 2010. Sympathieträger wie die Bläck Fööss werben ab sofort im Stadtgebiet auf Plakaten und Citylights für die Aktion. Die Polizei nutzte den Vorstellungstermin, um die Bürger vor den Gefahren an Karneval zu warnen.

von Christian Rentrop

Das Flaschenverbot ist ein zweischneidiges Schwert für die Stadt Köln: Einerseits möchte man Verletzungen durch Glasscherben vermeiden, andererseits den Kölnern nicht den Spaß verderben. Auch die koeln.de-Leser übten deshalb teils heftige Kritik an der Aktion, es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Stadt bewegt.

"Wir von der Stadt möchten allerdings klarstellen, dass wir keine Spaßverderber sein möchten", merkte Polizeioberrat Volker Lange im Gespräch mit koeln.de an, "das Flaschenverbot ist natürlich kein Alkoholverbot!" Es ginge der Stadt einzig um das Verletzungsrisiko, das vom Werkstoff Glas ausginge, warnte der Polizist, "viele Leute wissen nicht, dass die Kohlensäure in Bierflaschen die Splitter wie kleine Projektile beschleunigt. PET-Flaschen, Plastikbecher und auch Bierdosen sind natürlich weiterhin erlaubt."

Dosen und Plastikflaschen dürfen mit

Doch wie soll das Glasflaschenverbot konkret durchgesetzt werden? Polizei und Ordnungsamt stellen an den Zugängen zu den Sperrzonen Kontrollstellen auf. Jeder, der kommt, kann zuvor seine Getränke in Ruhe austrinken und die Flaschen vor der Sperrzone abstellen. "Getränke, die nicht in Glasbehältern mitgebracht werden, dürfen natürlich mit reingenommen werden. Es geht nur darum, das Glas wegen des Verletzungsrisikos draußen zu halten", so Lange.

Die Besucher der Karnevalsschwerpunkte müssen also nur mit kleinen Unannehmlichkeiten rechnen. Anders die Kiosk-Besitzer, die innerhalb der Sperrzone ihren Laden haben: Jedes einzelne Büdchen verkauft nach Polizei-Informationen an jedem jecken Tag bis zu 7.000 Flaschen Bier an die Karnevalisten. "Das wären rund 14.000 Euro Umsatz - den wollen wir den Kiosks natürlich nicht streitig machen", versicherte Lange, "die können Dosen verkaufen oder Flaschen in Plastikbecher umfüllen, das bleibt den Betreibern überlassen. Sie dürfen nur keine Flaschen rausgeben."

Harte Strafen für Büdchenbetreiber

Um dem Verbot Nachdruck zu verleihen, sind bei Verstoß saftige Strafen fällig: 1.000 Euro beim ersten Mal, 5.000 Euro beim zweiten Mal an einem Tag. Wird ein Büdchenbesitzer dreimal an einem Tag bei der Herausgabe von Glasflaschen erwischt, wird sein Kiosk zwangsweise für diesen Tag geschlossen. "Wir werden verstärkt mit Ordnungsamt und Hilfskräften zugegen sein, um das zu kontrollieren", schreckte Jörg Wehner, Sprecher der Stadt, aufmüpfige Kioskbetreiber ab.

Polizeioberrat Lange warnt unabhängig von der Gefahr durch Glassplitter vor dem Risiko, an den Karnevalsschwerpunkten Opfer eines Räubers oder eines Diebes zu werden: "Wir hatte da in den letzten Jahren Banden, die extra per Billigflieger morgens aus dem Ausland in die Stadt kamen, um hier die Leute zu bestehlen. Abends saßen die schon wieder mit vollen Taschen im Flieger nach Hause." Die Aufklärungschance in solchen Fällen geht gegen Null.

Polizei warnt vor Kriminellen

Deshalb bittet der Polizist alle Karnevalisten inständig, in Sachen Geld, Handy, Bankkarten und Ausweispapiere nur das allernötigste mitzuführen: "Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als gestohlene Ausweispapiere. Das kostet viel Geld und macht eine Menge Ärger." Zudem würden Karnevalisten wegen des Alkohols leicht Opfer von Räubern: "Warum müssen die Leute ihr teures iPhone mitnehmen, wenn auch der jahrealte Nokia-Knochen den gleichen Zweck erfüllt?"

Lange rät allen Jecken, sich vor dem Aufbruch eine Minute lang zu überlegen, welche der mitgenommenen Dinge sie wirklich benötigen, wenn sie in der Altstadt, am Zülpicher Platz und an den Ringen unterwegs sind: "Karneval ist eine Massenveranstaltung, die wie alle derartigen Zusammentreffen Kriminelle magisch anzieht."

Mehr zum Thema: Anwohner klagt gegen Glasverbot zu Karneval (mit Karte der "Sperrbezirke")

(Erstellt am 2. Februar 2010 - 15:33 Uhr; aktualisiert 3. Februar 2010 - 14:33 Uhr)


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Kommentare

wowwwwww. Herr Lange vertut

wowwwwww.
Herr Lange vertut sich aber gewaltig mit dieser Aussage, dass jedes Büdchen 7000 Flaschen am Tag verkauft.Dies würde ja bedeuten, dass 350 Kästen Bier pro Tag und Büdchen verkauft werden.
So eine Behauptung ist falsch/irreführend und unverantwortlich. Ich möchte sehr gerne wissen, woher er diese Daten hat.

wowwwwww. Herr Lange vertut

wowwwwww.
Herr Lange vertut aber gewaltig mit dieser Aussage, dass jedes Büdchen 7000 Flaschen am Tag verkauft.Dies würde ja bedeuten, dass 350 Kästen Bier pro Tag und Büdchen verkauft werden.
So eine Behauptung ist falsch/irreführend und unverantwortlich. Ich möchte sehr gerne wissen, woher er diese Daten hat.

eigentlich solche leute wie

eigentlich solche leute wie lange hätten draußen kein chance gehabt die von der realität keine ahnung haben wie soll bitte eine kiosk der 30m2 ladenfläche hat 300 kisten pro tag lagern und noch verkaufen. Das ganze hat mit Verletzte, Sicherheit pipapo nix zu tun wenn man kein Glas haben will muss man rechtzeitig bescheid geben und ganze zentrum von glas frei machen 3 -4 monate vorher bescheid geben. ohne Alternativ anzubitten kann man nicht alles verbitten. Wenn die Kioskbesitzer in Becher verkaufen wollen müssen sie Toiletten aufstellen und Auschankgenehmigung für 30€+mwst bei der Stadt beantragen für ganz karneval um 200€ muss man rechnen und noch dazu Becher kaufen mehr personal einstellen und sie dürfen nur alkhol ausschenken wenn ist unter 15% ist usw... das alles kann man nicht in 3Wochen schafen. Es gibt viele und einfacher lösungen ohne die Brauerei oder die kioskbetreibern zu benachteilingen karneval zusammen zu feieren aber die Stadt war sie sich sicher dass keine klagt die kioskbesitzer haben kein Geld um Anwalt zu besorgen oder haben angst aber Gut dass das Gericht so entschieden hat

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