lit.COLOGNE
Oswalt Kolle und Alexa Hennig v. Lange diskutieren über die Liebe
Wie steht es um Liebe und Sexualität in unserem Zeitalter? Welchen Stellenwert hat sie, welche Konzepte sind gültig und welche längst überholt? Über "Die Liebe in Zeiten der Aufklärung" diskutierten am vergangenen Freitagabend Oswalt Kolle und Alexa Hennig von Lange im Tanzbrunnen Theater.
von Julia Schmitz
Die Einstellung Oswalt Kolles - dem "dritten Mann in ihrem Bett" - bezüglich Partnerschaft und Ehe scheint dem Publikum offensichtlich etwas zu locker gefasst. Auch Frau Hennig von Lange hält dagegen: Das sei zwar ein schönes Konzept und brächte sicherliche eine Menge Freiheit mit sich. Sie persönlich würde jedoch eine etwas engere Partnerschaft bevorzugen, bei der es nur einen Partner gibt.
"Bionade-Biedermeier"
Doch auch dies könne widerum viele Probleme mit sich bringen, gibt sie zu. "Erst fragt man 'Wo warst du?', dann hört man seine Mailbox ab und verschafft sich Zugang zu seinen Emails. Und dann - peng." Etwas peinlich berührt muss Alex Hennig von Lange darauf zugeben, dass ihre kürzlich abgewickelte Scheidung sie zu dieser Aussage gebracht habe.
Generell strebe die junge Generation heutzutage wieder die alten Strukturen Familie und Treue an, jedoch in modernisierter Form. Da sind sich die beiden einig. Jörg Thadeusz, Moderator des Abends, betitelt das neue Konzept, welches seiner Meinung nach besonders im Berliner Prenzlauer Berg zu finden sei, sogar süffisant als "Bionade-Biedermeier": Familie und Kinder gerne, aber dann bitte auch Altbau mit Stuckverzierung, freiberufliches Unternehmen und Gemüse aus dem Biosupermarkt.
Zu einem einheitlichen Schluss über die Liebe kommen die Teilnehmer letztendlich nicht, was aber angesichts rund 50 Jahren und zwei Generationen Altersunterschied nicht überrascht. Für einen Abend voller Lachtränen und Anregungen für das eigene Leben haben sie allemal gesorgt.
(Erstellt am 14. März 2009 - 10:54 Uhr; aktualisiert 16. März 2009 - 12:28 Uhr)
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