Premiere im Odeon
Neuer Wallraff-Film deckt deutschen Alltagsrassismus auf
Wie man als Schwarzer in Deutschland lebt, das hat Günter Wallraff sehr deutlich zu spüren bekommen. Ein Jahr lang reiste der Kölner Enthüllungsjournalist als somalischer Flüchtling mit versteckter Kamera durch Deutschland, unterstützt von den Dokumentarfilmern Pagonis Pagonakis und Susanne Jäger.
Dabei herausgekommen ist ein Film, in dem Günter Wallraff ein Deutschland porträtiert, von dem wir dachten es längst hinter uns gelassen zu haben. Fremdenfreundlichkeit ist Wallraff in den wenigsten seiner 120 Drehorte begegnet, auch nicht in Köln, selbsternannter Toleranzhochburg. Dafür erfuhr er die ganze Bandbreite rassistischer Vorurteile.
Nicht selten wurde es brenzlig, körperliche Angriffe auf den vermeintlichen somalischen Kriegsflüchtling konnten teilweise nur von couragierten Polizisten oder vereinzelten Mitmenschen verhindert werden.
Schwierige Wohnungssuche in Nippes
Die Wohnungssuche in Köln-Nippes scheiterte an den Vorurteilen der Vermieterin gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe. Diese blieb zwar freundlich, offenbarte allerdings später den sich als (hellhäutige) Wohnungsinteressenten ausgebenden Dokumentarfilmern, sie sei sehr erschrocken gewesen, wie schwarz der letzte Interessent gewesen sei. Ihre Wohnung an einen Ausländer zu vermieten käme für sie nicht in Frage.
Nachdem Günter Wallraff diese Woche auf der Frankfurter Buchmesse sein neues Buch "Aus der schönen neuen Welt" vorstellte, hat nun am 20. Oktober sein neuer Dokumentarfilm "Schwarz auf Weiß - Eine Reise durch Deutschland" im Kölner Odeon-Kino Premiere. Günter Wallraff wird an diesem Abend persönlich anwesend sein. Ab dem 22. Oktober läuft der Film dann täglich.
(Erstellt am 15. Oktober 2009 - 9:50 Uhr; aktualisiert 16. Oktober 2009 - 12:55 Uhr)
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