"Schlimmer kann es nicht mehr werden"

Meisner schockiert über Missbrauchsfälle

Berlin/Köln (ddp-nrw). Der Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, hat sich schockiert über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gezeigt. «Noch im Januar hätte ich mich eher einsperren lassen als anzunehmen, dass das alles wahr ist», sagte der Kardinal laut Vorabbericht der «Welt am Sonntag». «Das war für mich eine bittere Wahrheit. Das war ein furchtbarer Schock.» Aber es sei gut, dass diese Untaten endlich ans Licht gekommen seien. «Ich hoffe zu Gott, dass die Talsohle erreicht ist», sagte Meisner weiter. «Schlimmer kann es nach meiner Vorstellung nicht mehr werden.»

Durch die Missbrauchsfälle sei für Priester ein unbefangener Umgang mit Kindern schwer geworden, erklärte der Kölner Erzbischof. Alle Priester seien unter eine «Wolke des Verdachts geraten». «Mir haben junge Priester gesagt, wir machen keine Ferienarbeit mehr mit Kindern. Denn wenn uns dabei ein Kind zu nahe kommt - dann heißt es schnell, da ist etwas faul.» Andere Priester fragten sich, ob sie ihren Ministranten noch die Hand geben könnten. «Das ist eine wirklich teuflische Situation», sagte Meisner.

Entschieden verteidigte der Erzbischof den Zölibat. «Überzeugend gelebt ist der Zölibat immer noch der schlagendste Gottesbeweis», erklärte Meisner. Der Zölibat sei ein Stachel für die Gesellschaft. «Darum wundert es gar nicht, wie sehr sie dagegen anrennt. Bei einem Zölibatär muss man immer sagen: Entweder ist der verrückt, oder es gibt Gott.»

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\"Schlimmer kann es nicht mehr werden\"
Meisner schockiert über Missbrauchsfälle
Kardinal Joachim Meisner hat sich schockiert über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gezeigt. «Noch im Januar hätte ich mich eher einsperren lassen als anzunehmen, dass das alles wahr ist. Schlimmer kann es nach meiner Vorstellung nicht mehr werden.»
http://www.koeln.de/koeln/nachrichten/lokales/meisner_schockiert_ueber_missbrauchsfaelle_336315.html
http://www.koeln.de/files/koeln/meisner_ddp_225x150_0_2_1.jpg

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Kommentare

Wann wird diese Sekte

Wann wird diese Sekte endlich verboten?????

Guten Morgen, meiner Meinung

Guten Morgen,

meiner Meinung nach ist das alles schon seit Jahrzehnten bekannt und zum Glück wird die Liste der Tabuthemen immer kürzer.

Hinter vorgehaltener Hand wurde bei den "Schäfchen" immer schon gemunkelt - die Haushälterin, der "Pott" für Alimentenzahlungen, die Ministranten, die Kindergräber an der Klostermauer etc. -.

Mir kann jetzt keiner erzählen, dass das in den Reihen der Kirche nicht bekannt gewesen ist und meiner Meinung nach schon seit vielen Jahren.

Für mich eher ein "scheinheiliger" Verein, aus dem ich ausgetreten bin.

Allen einen schönen Sonntag!

A. L. Köln

Die meisten Jünger Jesu

Die meisten Jünger Jesu waren verheiratet!
Die Behauptung Meisners : „Überzeugend gelebt ist der Zölibat immer noch der schlagendste Gottesbeweis.“ zeugt von einer unverhohlenen und von Arroganz kaum zu überbietenden Depotenzierung sowohl der Mitbrüder aus den Kirchen der Reformation als auch den Mitbrüdern aus dem Bereich der orthodoxen Kirche als auch von einer veritablem Unkenntnis kirchengeschichtlicher Zusammenhänge, denn die meisten Jünger Jesu waren verheiratet!

1983 versuchte der CIC (1983) Argumente für die Ehelosigkeit vorzubringen. Der ehelose Priester könne leichter "mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen" und Gott und den Menschen dienen. Was ist das für ein Menschenbild! Die Frau wird zutiefst abgewertet, denn sie erscheint als Hindernis. Die Frau tritt in Konkurrenz zu anderen Menschen (anders als bei den Aposteln!) und ist Hindernis für das Wirken des Priesters. Christus und die Frau teilen sich das "Priesterherz"! Die Frau ist die Verführerin, die Jesus zu verdrängen sucht.

Paul Haverkamp, Lingen

Allerdings kennt das NT die Ehelosigkeit , und zwar angesichts der Naherwartung des Gottesreiches. Es zahlt sich nicht mehr aus, noch zu heiraten, denn die Wiederkunft Christi steht bevor. So denkt auch Paulus und meint daher, dass die Ehelosigkeit eine Gnadengabe (1 Kor 7,7) und der Eheschließung vorzuziehen sei. Noch Kinder zu zeugen, hätte keinen Sinn mehr. Als der Naherwartungsgedanke sich als Irrtum herausgestellt hatte, verlangten die Pastoralbriefe, dass die Amtsträger verheiratet sind. Denn: Niemand kann der Kirche, der Gemeinde, vorstehen, der nicht zeigt, dass er für die eigene Familie sorgen kann und ein besonnener Familienvater ist (1Tim 3).

Päpste argumentieren seit Jahrhunderten, dass Priesteramt und Ehe sich ausschlössen, das Ehe und Priester eben ganz für Gott da sein müssten. Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt indes die Fragilität dieses Arguments; denn bis ins Mittelalter hinein gab es auch in der lateinischen Kirche keinen Pflichtzölibat; auch hat die lateinische Kirche heute kein Problem damit, den mit Rom unierten Ostkirchen verheiratete Priester zuzugestehen.

Erst durch das 1. Lateran-Konzil (1123) wurde das Zusammenleben mit der Ehefrau verboten, durch das 2. Lateran-Konzil (1139) das Zölibatsgesetz eingeführt. Das mönchische Ideal tat das übrige dazu.

1983 versuchte der CIC (1983) Argumente für die Ehelosigkeit vorzubringen. Der ehelose Priester könne leichter "mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen" und Gott und den Menschen dienen. Was ist das für ein Menschenbild! Die Frau wird zutiefst abgewertet, denn sie erscheint als Hindernis. Die tiefe Erkenntnis des Satzes: „Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau" wird ad absurdum geführt. Die Frau tritt in Konkurrenz zu anderen Menschen (anders als bei den Aposteln!) und ist Hindernis für das Wirken des Priesters. Christus und die Frau teilen sich das "Priesterherz"! Die Frau ist die Verführerin, die Jesus zu verdrängen sucht.

Der Pflichtzölibat schließt die gleichzeitige Ausübung des Grundrechts auf Ehe und Familie und des Grundrechts auf freie Wahl des Priesterberufs aus. Der Pflichtzölibat kommt in seiner Wirkung der Aufhebung eines der beiden Grundrechte gleich und ist daher menschenrechtswidrig.

Solange Meisner weiterhin den Papst darin unterstützt, dass dieser

• das vom Konzil geforderte Communio-Prinzip verweigert,

• die Kritiker und Querdenker (Jesus war für mich der bedeutsamste Querdenker der Weltgeschichte – in der Kirche von heute fände er wohl keinen Platz!) zwar nicht mehr auf dem Scheiterhaufen verbrennt (welch ein Fortschritt!), sondern sie mit Amtsenthebungen und Bußschweigen mundtot macht,

• nicht die Leib-, Frauen- und Sexualfeindlichkeit auf dem Müllhaufen der Kirchengeschichte entsorgt,

• die grundlegendsten demokratischen Grundrechte in ihrem Ämtern und Strukturen blockiert,

• den unbiblischen Pflichtzölibat nicht abschafft,

• die Frauenordination zu einer Gottesfrage hochstilisiert und den Frauen endlich die Gleichberechtigung ermöglicht;

• mit einem Wort : solange ein „Aggiornamento" vom Papst als Teufelswerk diskriminiert und desavouiert wird,

solange hat der Kölner Bischof kein Recht, von einer „ecclesia semper reformanda“ zu sprechen.

Paul Haverkamp, Lingen

Bravo, ganz meine Meinung!

Bravo, ganz meine Meinung!

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