Erste Kritik an Peter Kurth
Lange Gesichter bei Kölns CDU
Von ddp-Korrespondent Markus PetersKöln (ddp-nrw). Es war ein wirklich hässliches Wort, das einem Kölner CDU-Funktionär herausrutschte, als am Sonntagabend die erste Prognose zum Ausgang der Kommunalwahl in Köln veröffentlich wurde. Dass der aus Berlin importierte CDU-Hoffnungsträger Peter Kurth das Rennen um das Oberbürgermeisteramt gegen Jürgen Roters als gemeinsamem Kandidaten von SPD und Grünen nicht gewinnen würde, war angesichts der Umfragen erwartet worden. Offenbar hat die CDU aber auch ihren Status als größte Fraktion im Kölner Stadtrat verloren - eine herbe Schlappe für die Christdemokraten in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens.
Für Kurth war es um viel gegangen. Mit einem dynamischen, teilweise geradezu hektischen Wahlkampf war der ehemalige Berliner Finanzsenator innerhalb kurzer Zeit in Köln sehr bekannt geworden. Er hatte für seine Mission im Rheinland seinen gut dotierten Vorstandsposten beim Berliner Entsorgungsunternehmen Alba aufgegeben, ohne Rückkehr-Option, wie er stets betonte. Mit etwas gequältem Lächeln präsentierte er sich am Sonntagabend seinen Parteifreunden, die ihn mit verhaltenem Applaus empfingen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Kurth für seine eher undankbare Mission in Köln mit einem Posten in der zukünftigen NRW-Landesregierung entschädigt werden soll.
«Der ist doch nie wirklich in Köln angekommen», hieß es denn auch prompt vereinzelt auf dem CDU-Flur im Rathaus. Mit seiner rigorosen Absage an kölschen Klüngel und Pöstchenwirtschaft hatte sich Kurth in der Partei nicht nur Freunde gemacht. Manch einer trauerte Fritz Schramma (CDU) nach, der angesichts der öffentlichen Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Stadtarchivs auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Bis zuletzt hatte die Kölner CDU vergeblich darauf gehofft, dass der FDP-OB-Kandidat Ralph Sterck zugunsten von Kurth auf seine Bewerbung verzichtet.
Am Ende hätten auch die bescheidenen knapp sechs Prozent der Wählerstimmen für Sterck Kurth nicht geholfen. Früh stand fest, dass SPD-Mann Roters mit rund 55 Prozent Zustimmung Nachfolger von Schramma wird.
Doch auch bei SPD und Grünen, die als Bündnis wohl auch in Zukunft mit komfortabler Stadtratsmehrheit die Richtlinien der Kölner Kommunalpolitik bestimmen werden, hielt sich der Enthusiasmus in Grenzen. Die NRW-weiten Ergebnisse zeigten, dass trotz der CDU-Verluste die schwarz-gelbe Mehrheit im Land derzeit nicht bedroht scheint. Der erhoffte Rückenwind für die Landtagswahl im Mai ist also für Rot-Grün ausgeblieben.
Unverdrossen waren die Aktivisten von SPD und Grünen am Wahlabend in den Polo-Hemden und T-Shirts mit den Parteilogos erschienen, man prostete sich mit dem unvermeidlichen Glas Kölsch zu und zaghaft ertönten gar «Jetzt geht's los» Rufe.
Für lange Gesichter bei den anderen Parteien sorgte auch das Abschneiden der rechtspopulistischen Bürgerbewegung «Pro Köln», die vor allem einen «Anti-Islamisierungswahlkampf» geführt hat. Die Gruppierung konnte ihr Resultat von der Kommunalwahl 2004 von 4,7 Prozent offenbar halten und womöglich sogar leicht verbessern.
Die großen Emotionen fanden also nicht im Kölner Rathaus, sondern in den Kneipen der Nachbarschaft statt. Dort wurde das Auswärtsspiel des 1. FC Köln übertragen, der sich in Hamburg vergeblich gegen eine erneute Niederlage stemmte.
(Erstellt am 30. August 2009 - 20:37 Uhr; aktualisiert 30. August 2009 - 20:41 Uhr)
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Kommentare
Nein zu ProKöln! Nein zum
Nein zu ProKöln! Nein zum Faschismus! Nein zum Ausländer und Muslimhass! Köln ist bunt und nicht braun! Für eine multikulturelle, multireligiöse Gesellschaft. Weg mit dem braunen Ungeziefer!
Das ,meine Damen und Herren
Das ,meine Damen und Herren von der CDU habt ihr ganz alleine vergeigt!Wer in Köln meint so Regieren zu können,der schaffte das stets nur eine Wahlperiode.









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