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Kerosin sparen und Lärm vermeiden

Köln/Bonn: Nacht-Landungen im Gleitflug

Alle nachts ankommenden Flugzeuge sollen ab Donnerstag, 12. Februar, am Flughafen Köln/Bonn im Gleitflug landen. Der Grund: Kerosin sparen und Lärm vermeiden. "Es gibt nicht die geringsten Sicherheitsbedenken", beruhigt Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) gegenüber dem Internetportal der WAZ-Mediengruppe, derwesten.de.

"Für die Passagiere wird es während des kontinuierlichen Sinkfluges ruhiger als bisher, weil die Triebwerke gedrosselt werden, sich im Leerlauf befinden", so Raab zum CDA-Anflugverfahren (Continuous Descent Approach), das ab Donnerstag am Köln/Bonner Airport vorgeschrieben ist. Der Flughafen Köln/Bonn ist der erste NRW-Airport (und der mit den meisten Nachtflugbewegungen), an dem CDA vorgeschrieben wird.

Die ständigen Wechsel zwischen Beschleunigung und Absinken sind charakteristisch für eine gewöhnliche Landung. Bei einer CDA-Landung werden die Triebwerke dagegen auf Leerlauf geschaltet, das Flugzeug sinkt kontinuierlich, ähnlich einem Segelflieger, bis zur Landebahn. Dadurch reduziert sich vor allem der Lärm für Anwohner, die im Umkreis von 15 bis 45 Kilometern vom Flughafen entfernt wohnen.

Beim CDA fliegen die Jets zudem bei ihrem steilen Sinken zwischen Kilometer 50 und 18 vor der Landebahn deutlich höher - am Boden kommt weniger Lärm an. Die Lärmbelastung der Anwohner dürfte um sechs Dezibel sinken, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Eine Verringerung der Lautstärke um zehn Dezibel empfinden Menschen als Halbierung der Lautstärke.

Der kontinuierliche Sinkflug nach dem Verlassen der Reiseflughöhe spart zudem Kerosin. "Für ein kommerzielles Flugzeug sehen wir Einsparungen zwischen 150 und 500 Kilogramm Treibstoff pro Landung", sagt John-Paul Clarke, Direktor des Air Transportation Laboratory am Georgia Institute of Technology in Atlanta. Schätzungen zufolge könnte eine große Fluggesellschaft auf diesem Weg etwa 80 Millionen Dollar pro Jahr einsparen.

"Nachts bei geringem Flugaufkommen kann CDA angewendet werden, tagsüber ist das vor allem an stark frequentierten Flughäfen nicht möglich", sagt Raab, der den Anflug mit einem Auto vergleicht, das im Leerlauf auf die Garage zurollt. Sobald andere Fahrzeuge in der Nähe sind, müsse man auf diese reagieren und könne nicht einfach weiterrollen.

CDA-Landungen werden nachts auch am Frankfurter Flughafen bereits praktiziert. Ab Mitte Februar sind in München Tests geplant. In Köln/Bonn ist CDA das Standardverfahren beim Nachtanflug ab dem 12. Februar.

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