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Studie zum "hydraulischen Grundbruch"

Forschungsergebnisse zum U-Bahnbau ignoriert?

Eine Untersuchung der RWTH Aachen zum U-Bahnbau in Köln wirft offene Fragen auf: Die wissenschaftliche Arbeit zum Thema "hydraulischer Grundbruch" stellt die herkömmlichen Berechnungsverfahren für die Konstruktion der Schlitzwände für die Kölner Bodenverhältnisse in Frage. Inwieweit diese Erkenntnisse dann auch tatsächlich beim Bau aller Haltestellen umgesetzt wurden, ist unklar. Ein "hydraulischer Grundbruch" gilt als wahrscheinliche Ursache für den Einsturz des Stadtarchivs.

Alle Informationen zum Unglück

Die Untersuchung entstand offenbar, weil den an der Planung der Haltestellen beteilgten Firmen Zweifel an den üblichen Berechnungsweisen für die Tiefe der Schlitzwände kamen. Tatsächlich kam die Untersuchung auch zu dem Schluss, dass eine aufwändigere Berechnungsmethode nötig sei - und dieser zufolge müssen die Schlitzwände einige Meter tiefer gehen, als in der Ausschreibung der KVB festgelegt.

Der Leiter des Aachener Instituts für "Geotechnik im Bauwesen", Prof. Martin Ziegler, betonte, dass die Konstruktion der Haltestelle "Rathaus" den aufwändigeren Berechnungen entspreche. Ob das auch bei der Haltestelle Waidmarkt so gewesen sei, konnte der Forscher allerdings nicht sagen. Fest steht aber auch, dass die Studie erst entstand, nachdem die Schlitzwände schon fertiggestellt waren. Möglicherweise hätten aber noch nachträglich zusätzliche Sicherungsmaßnahmen die Katastrophe verhindern können.

Brisant erscheint auch die Tatsache, dass die Studie weder Stadt noch KVB bekannt war. Offenbar hatten die Baufirmen bei der Planung und Ausführung weitgehend freie Hand, eine Kontrolle durch den Auftraggeber scheint nicht  stattgefunden zu haben. (ol)

(Erstellt am 19. März 2009 - 8:59 Uhr; aktualisiert 19. März 2009 - 14:48 Uhr)


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Kommentare

OB-Kandidat Beisicht: Chaos

OB-Kandidat Beisicht: Chaos endlich beenden!

Zu den neuen Enthüllungen um die Einsturz-Katastrophe von Köln, bei der zwei Menschen ums Leben kamen, erklärt der OB-Kandidat der Bürgerbewegung pro Köln, der 45jährige Rechtsanwalt Markus Beisicht:

„Gut 14 Tage nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs kommen jeden Tag neue Hinweise auf die Unglücksursache ans Licht. Gestern wurde bekannt, dass ein Gutachten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen schon im September 2008 vor den Risiken beim Kölner U-Bahn-Bau gewarnt hat. Das Gutachten wurde offenbar nicht ernst genommen. Konsequenzen wurden jedenfalls nicht gezogen.

Die Stadt Köln und die KVB waren offenbar zu einer ordnungsgemäßen Bauaufsicht weder willens noch in der Lage. Wir erleben ein unfassbares Kontrollversagen der Behörden. Die technische Aufsicht für den U-Bahn-Bau in Köln lag ursprünglich bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Diese delegierte sie bereits im Jahre 2002 an die Stadt Köln, die sie wiederum auf die KVB übertrug. Die KVB ihrerseits gab die Aufsicht an ein Ingenieurbüro in Essen weiter. Nur an den Haltestellen Heumarkt und am Unglücksort Waidmarkt setzte die KVB eigene Ingeneure zur Aufsicht ein. Die Verantwortlichen versuchen sich jetzt gegenseitig die Schuld zuzuschieben.

Fakt ist jedoch, dass Aufträge für die Prüfungsingeneure des Milliarden-Projekts nur nach dem Kriterium niedrigster Preis auf Kosten der Sicherheit vergeben wurden. Die Schuldfrage wandert von der Düsseldorfer Bezirksregierung, zu Schramma & Co. und diese geben den schwarzen Peter an die KVB weiter. Niemand hat skandalöserweise bislang daran Anstoß genommen, dass der Bauherr KVB auch gleichzeitig für die Bauaufsicht zuständig war.

In Köln wird von den verbrauchten Rathauparteien in bekannter Manier geklüngelt, gemauschelt, getrickst und geschoben, bis halt das Stadtarchiv eingestürzt war. Eine Bauaufsicht, die keine Kontrolle ausübt, hat jedenfalls ihren Namen nicht verdient. Die Unglücksursache muss lückenlos aufgeklärt werden und alle Verantwortlichen, egal welches Parteibuch sie besitzen, müssen die notwendigen Konsequenzen ziehen. Ein Wiederholungsfall muss ein für allemal ausgeschlossen werden. Das sind wir der Stadt und den unschuldigen Opfern schuldig!"

Nun, die obige Meldung ist

Nun, die obige Meldung ist sicher schlampig formuliert.
Tatsache bleibt aber, dass es tatsächlich eine Untersuchung bezüglich "hydraulischen Grundbruchs" gab, die von den beteiligten Baufirmen erwirkt wurde. Tatsache ist auch, dass in dem bewussten Forschungsbericht dann (nicht näher erläuterte) "Bemessungsdiagramme" geliefert wurden, welche die erforderliche Einbindetiefe der Schlitzwände betreffen. Nun ... es steht zwar nirgends ausdrücklich dabei, aber - ich gehe davon aus, dass in diesen Diagrammen nicht Tiefen empfohlen wurden, die NIEDRIGER waren, als die vormals ermittelten. :o)
Schließlich kam der Forschungsbericht nur deshalb überhaupt zustande, weil die Baufirmen Zweifel hatten ob des Genügens der bis dato ermittelten Einbindetiefe...

Also: Köln-Meldung zwar schlampig, aber nicht vollkommen am Thema vorbei.

Für die Schuldfrage bedeutet das wohl: wenn die Baufirmen einerseits allzu freie Hand bei der Baudurchführung hatten, sowie schludrig Meldung taten und andererseits KVB und Stadt ihrer "Aufsichtspflicht" nicht nachkamen - dann sind eben alle miteinander für die Folgen verantwortlich. Und müssen dafür geradestehen. Päng.

schon gestern geisterte die

schon gestern geisterte die Nachricht über diees "ominöse" Gutachten hier auf der SEite rum. Schon gestern wurde im Rundfunk darüber berichtet, dass diese Information falsch ist.

Warum wird sie heute hier wieder aufgewärmt?

Leider darf man heutzutage Presseberichten erst glauben schenken, wenn die Behauptungen selbst nachrecherchiert worden sind. Die Berichterstattung in der schlagzeilen-heischenden Presse ist leider inzwischen häufig so schlecht recherchiert, dass selbst eine Nachfrage bei der Quelle auf die man sich beruft nicht mehr erfolgt.

Na, wenn Sie nach

Na, wenn Sie nach recherchiert haben, dann legen Sie doch bitte gleich mal los. Oder ist  Radiohören ihre Recherche? Sie schaffen es ja nicht einmal zu schreiben, welche Information falsch sein soll.

 

Danke für den Link. Ich

Danke für den Link. Ich hatte die Erläuterung der RWTH Aachen heute morgen auf deren Seiten nicht gefunden. Die Frau Kirschmeyer von FDP Köln in Kommentar 1 hätte den ja auch gleich mitveröffentlichen können. Bleiben dennoch genug Fragen an die Stadtpolitiker, die Bauherrin und die Baufirmen. Mit dem Stadtarchiv ist auch der letzte Rest an Vertrauen zusammengestürzt...zu viel war schon vor dieser Katastrophe passiert.

Erstens ist das die RWTH

Erstens ist das die RWTH Aachen und nicht die RTHW :-) Von einem Dementi weiß dort niemand etwas. Warum auch sollte eine Technische Hochschule etwas veröffentlichen, um es einen Tag später wieder zu dementieren? Wenn ein solches Dementi tatsächlich öffentlich gemacht wird muss man sich als Bürger der Stadt Köln sofort wieder die altbekannte Frage stellen: Wie ist das nun wieder gegangen?
Das Vertrauen war schon länger stark belastet; mittlerweile ist es schlicht nicht mehr da. Ein Oberbürgermeister, der sich auf die Trauerfeier wagt, um dort politische Schadensbegrenzung zu betreiben anstatt einfach seinen Rücktritt einzureichen, wie es jeder anständige Politiker macht, der sich nicht vor politischer Verantwortung scheut, trägt auch nicht unbedingt zur Vertrauensrückgewinnung bei.

Sicherlich ist Ihnen

Sicherlich ist Ihnen entgangen, dass die RTHW Aachen, dazu bereits ein Dementi herausgegeben hat ?

Vielleicht sollte man dieses auch der Öffentlichkeit zugänglich machen !

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