Neue Studie
Fluglärm macht Anwohner krank
Der Fluglärm des Köln/Bonner Flughafen macht seine Anwohner krank. Das hat jetzt eine Studie des Umweltbundesamtes ergeben, die am Montag veröffentlicht wurde. Mehr Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfälle sind das Resultat des nächtlichten Krachs.
Dass der Fluglärm des Flughafen Köln/Bonn die Anwohner stört, ist schon lange ein Thema. Jetzt sorgt eine Studie des Umweltbundesamtes für neuen Streitstoff. Rund ein Drittel der Bevölkerung klagt über Fluglärm, so lauten die Ergebnisse einer Umfrage des Amtes. Die Einwände der Bewohner scheinen berechtigt, wie eine Studie des Epidemiologen Eberhard Greiser nun gezeigt hat.
Es wurde nachgewiesen, dass nächtlicher Fluglärm zu mehr Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfällen führt. Bei Frauen rufe der Lärm zudem Depressionen hervor. Ein erhöhtes Herzinfaktrisiko konnte Greiser nicht nachweisen. Dies läge daran, dass Bluthochdruck nicht an erster Stelle der Risikofaktoren stehe, wie etwa das Rauchen und Fettstoffwechselstörungen.
"Wir müssen mehr tun, um Bürger vor Lärm zu schützen."
Dass Fluglärm den Bluthochdruck steigern kann, bewiesen bereits zuvor mehrere Studien des Umweltbundesamtes. So zum Beispiel eine voraus gegangene Arzneimittelstudie, die höhere Medikamentenverschreibungen bei Personen nachwies, die nächtlichem Fluglärm ausgesetzt waren.
"Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass wir mehr tun müssen, um Bürgerinnen und Bürger vor Lärm zu schützen. Wir sollten im Sinne einer nachhaltigen Mobilität, kritisch darüber nachdenken, welche Nachtflüge wirklich notwendig sind", sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Die freiwilligen Schallschutzmaßnahmen des Flughafens Köln/Bonn hält das Umweltbundesamt für fehlerhaft. Diese würden zwar die Lärmrisiken senken, könnten jedoch die gesundheitlichen Fluglärmwirkungen nicht vollständig verhindern. Am Köln-Bonner Flughafen finden derzeit die meisten Nachtflüge in Europa statt. (rg)
(Erstellt am 2. März 2010 - 16:02 Uhr; aktualisiert 2. März 2010 - 17:31 Uhr)
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