"Teile der Schlitzwand eingebrochen"
Ermittler prüfen Aussagen zum Unglückshergang am Stadtarchiv
Hamburg/Köln (ddp-nrw). Knapp zwei Wochen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs prüfen Ermittler laut einem Medienbericht nun auch intensiv, ob ein Herstellungsfehler oder eine falsche Berechnung der Wände in der nahe gelegenen unterirdischen Stadtbahn-Baustelle das Unglück ausgelöst haben könnte. Anlass dazu bieten nach Angaben des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» unter anderem erste Zeugenaussagen.
Mitarbeiter der Firma Brunnenbau Conrad aus Thüringen, die zum
Unglückszeitpunkt auf der Baustelle arbeiteten, gaben übereinstimmend
zu Protokoll, Teile der sogenannten Schlitzwand seien plötzlich
eingebrochen. Dabei seien große Mengen Wasser und Kies in die
unterirdische Baustelle gespült worden. Diese Darstellung passe zu
der Tatsache, dass Arbeiter sofort nach oben gerannt seien und
Mitarbeiter des Stadtarchivs sowie Anwohner gewarnt hätten, heißt es
bei der Staatsanwaltschaft.
Dagegen sollen Mitarbeiter einer anderen am Unglücksort tätigen hessischen Firma ausgesagt haben, das Wasser sei am Boden in die Baustelle eingedrungen. Die Ermittler hegen den Verdacht, dass die Zeugenaussagen in einer der Firmen womöglich abgesprochen waren, um von eigenen oder fremden Fehlern abzulenken. Das hessische Unternehmen kooperiert seit zehn Jahren mit der Firma Bilfinger Berger, die den Bau des Südteils der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn leitet.
Der Inhaber der Firma sagte, Widersprüche in Zeugenaussagen seien durch «unterschiedliche Wahrnehmungen im Moment der Panik» erklärbar. Absprachen habe es definitiv nicht gegeben. Ein Sprecher von Bilfinger Berger wollte sich nicht äußern. Bei Brunnenbau Conrad hieß es, die Mitarbeiter hätten offen und ehrlich ausgesagt.
(Erstellt am 14. März 2009 - 12:17 Uhr; aktualisiert 14. März 2009 - 16:39 Uhr)
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Kommentare
Ich komme aus einer Familie
Ich komme aus einer Familie mit einem Baugwerbe spezialiserte auf Tunnelbau, Brückenbau und statischen Berechnugen. Ist mal ganz klar dass hier diverse Fehler passiert sind, in der Planung und sowohl in der Ausführung und die Warnungen mit Rissen in den Häusern ganz einfach übersehen wurden, nicht darauf reagiert wurde!!! Ich denke mir auch aus Kostengründen, bei solchen Projekten sollte nicht am falschen Ort gespart werden. Das einzig Richtige wäre der Bau mit Unterwasserbeton oder der Gefriertechnik gewesen. Bei einer Stadt in Ufernähe eines grossen Flusses ist die Bodenbeschaffenheit meist ausschliesslich aus Kies und vor allem viel Untergrundwasser.
Wer so plant wie es zu diesem Unglück gekommen ist handelt sehr grob fahrlässig und sollte wenn jetzt Menschenleben und Evakuierungen auf dem Spiel stehen verurteilt werden.
Auf jeden Fall solle da die Gerechtigkeit siegen und nicht der Kölner Klüngel wie ja normal bis über die Grenzen in anderen Ländern bekannt ist!
Stimme Dir voll und ganz zu!
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