Illusionierende Designs
Drei Schwedinnen sind die "A&W-Designer des Jahres"
"Front" aus Schweden entwerfen Möbel, die nicht nur schön aussehen, sondern auch für ordentliche Verwirrung beim Betrachter sorgen. Die experimentellen Ideen der drei Frauen wurden jetzt mit dem Designer-Award der Zeitschrift "Architektur und Wohnen" ausgezeichnet. Im Gerling Quartier zeigen sie im Rahmen der Passagen noch bis zum 24. Januar eine Auswahl ihrer Werke.
Von Ronja Gasper
Illusionen schaffen, bei denen der Betrachter einmal genauer hinsehen muss, ist genau das, was die drei Designerinnen Sofia Lagerkvist, Charlotte von der Lancken und Anna Lindgren von Front mit ihren ausgefallenen Entwürfen bewirken wollen. Ein Konzept das funktioniert, findet auch die Zeitschrift "Architektur und Wohnen", die das Designer-Team aus Stockholm nun zum "Designer des Jahres 2010" kührte. Im noblen Ambiente des Gerling Quartiers bekamen sie am Montagabend den renommierten Design-Preis verliehen, mit dem schon Künstler wie Philippe Starck, Alfredo Häberli und Achille Castiglioni ausgezeichnet wurden.
Design trifft auf Kunst
Die drei Designerinnen kennen sich bereits aus ihrem Studium an der Stockholmer Kunsthochschule Konstfack, an der sie sich als eine der wenigen weiblichen Studentinnen in die Fachrichtung "Industriedesign" bewiesen haben. Das schweißt zusammen, so dass sie 2004 ihr eigenes Label gründeten, bei dem zunächst noch eine weitere Mitstudentin mitwirkte.
Die Entwürfe von Front sind experimentell, manchmal verwirrend und vor allem nicht alltäglich. Es gibt Kommoden, die vermeintlich an der Wand schweben, Vasen, die scheinbar in Zeitlupe von Regalen fallen, Stoffe, die durch einen 3D-Druck neue Perspektiven erzeugen und Schränke, die in ihrer Konstruktion nahezu instabil wirken.
Soviel Kreativität kommt nicht von Ungefähr, verrieten die Schwedinnen am Montag auf einer Pressekonferenz, denn Inspiration ist ihnen besonders wichtig.
"Es gibt viele Bereiche, von denen wir uns inspirieren lassen. Wir halten ständig Ausschau nach neuen Techniken, die wir verwenden können", so die Designerin Charlotte von der Lancken.
Die Inspiration für ihre Kollektionen holen sich die Schwedinnen auf ganz unterschiedlichen Gebieten. In "Design by Animals" haben sie das Entwerfen mal den Tieren überlassen - Ratten nagen Tapetenmuster, aus den Bewegungen einer Fliege wird die Silhouette einer Lampe und die Abdrücke einer Hundepfote werden kurzerhand zu eine Vase umfunktioniert.
Doch nicht alle Entwürfe werden auch umgesetzt, verriet die Designerin Sofia Lagerkvist gegenüber koeln.de. Manche Entwürfe seien so speziell und ausgefallen, dass sie für eine Serien-Produktion nicht geeignet sind.
Entwürfe für jedermann
Wer jetzt glaubt, die ausgefallenen Entwürfe des Trios stünden nur wohlhabenden Kunstsammlern zum Verkauf offen, liegt weit daneben: bei der schwedischen Möbelkette Ikea gibt es für den Durchschnittsverdiener die zwei Leseleuchten "Svarva" im Front-Design. Weiße, Bauklotzartige Steine bestimmen das Design der Lampenständer, die in abknickbaren Schirmen münden.
Kostenlose Ausstellung noch bis zum 24. Januar
Eine Auswahl der Front-Möbel kann man auf ihrer Ausstellung im Rahmen der Passagen vom 19. bis 24. Januar im Gerling Quartier betrachten. Der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.
(Erstellt am 18. Januar 2010 - 14:42 Uhr; aktualisiert 9. Juli 2010 - 10:28 Uhr)
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