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Opernquartier

Bürgerinitiative wirft OB Roters fehlendes Engagement vor

Im Stich gelassen von OB Jürgen Roters fühlt sich die Bürgerinitiative „Mut zur Kultur“. Zu Jahresbeginn hatte sie ein erfolgreiches Bürgerbegehren gegen den Abriss des Schauspielhauses organisiert. Stattdessen legte sie einen umfassenden Plan für die Sanierung von Schauspiel und Oper vor. Roters hatte sich dem nach der Durchführung eines Runden Tischs angeschlossen. „Nun kann er sich nicht gegen seine Partei, die SPD, durchsetzen“, bemängelte Initiativen-Sprecher Jörg Jung am Freitag. Zugleich beklagte er fehlende Kommunikation: „Wir fragen seit Wochen nach einem Termin für einen neuen Runden Tisch nach, aus dem OB-Büro haben wir bislang keine Antwort erhalten.“

Den Runden Tisch hält die Initiative für unabdingbar, um den Planungsprozess weiter öffentlich begleiten zu können. Bis jetzt liege man voll im Zeitplan. „SPD und in ihrem Schlepptau die Fraktion der Grünen scheinen an einer Verschleppung interessiert zu sein“, so Jung. „Sie benehmen sich wie beleidigte Kinder.“ Es dürfe nicht dazu kommen, dass Vereinbarungen des Runden Tischs dem „sachfremden Ränkespiel koalitionspolitischer Strategien zum Opfer fallen“, heißt es dazu.

Die SPD war ursprünglich für den Abriss, folgte dann aber dem Bürgerbegehren. Jetzt fordert ihre Ratsfraktion die Verwaltung auf zu überprüfen, ob sich die Opernterrasse an Privat vermieten lasse. Die dort im Sanierungsplan – er wurde mit den Intendanten von Oper und Schauspiel erarbeitet – vorgesehene Kinderoper und Werkstattbühne als Ersatz für die Schlosserei fiele dann weg. „Das ist eine Beleidigung der Verwaltung, die überaus zügig an den Sanierungsplänen gearbeitet hat“, sagte Jung und fügte an: „Der Wegfall der beiden Bühnen, die es ja jetzt schon gibt, bedeutet auch geringere Einnahmen für Oper und Schauspiel.“

Die Initiative stellte noch einmal klar, dass entgegen anderen Behauptungen ein sanierter Opernkomplex nicht teurer werde als ein Neubau. „Hier werden unzulässigerweise Kosten angerechnet,“ erklärte Jung und führte unter anderem die Planungskosten von 11 Millionen Euro für den Neubau an. Für diese Kosten sei eine verfehlte Politik, nicht die Sanierung verantwortlich. Zudem würden falsche Zahlen genannt, so habe die Machbarkeitsstudie für die Sanierung nicht 1,5 Millionen Euro, sondern dank ehrenamtlichen Engagements nur 600.000 gekostet. Schließlich seien nach den Plänen der Initiative die Betriebskosten künftig erheblich geringer. Die Initiative fordert als Fazit eine Überprüfung des Rechnungswesens, damit die Politik künftig unterstützt statt fehlgeleitet werde.

(Erstellt am 17. Dezember 2010 - 15:39 Uhr; aktualisiert 17. Dezember 2010 - 15:48 Uhr)


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