Im Interview
Brings: "Jecke feiern trotz Krise mehr Karneval denn je"
Die Kölner Band Brings sieht derzeit keine Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den kölschen Karneval. Krise hin, Krise her - die Band werde mehr gebucht denn je, so Peter Brings im Interview.
Köln (ddp-nrw). Die erfolgreiche Kölner Band Brings sieht derzeit keine Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den kölschen Karneval. "Natürlich bekommen wir privat mit, wenn Freunde ihre Arbeit verlieren. Aber direkt im Karneval spüren wir die Krise nicht - im Gegenteil, wir werden mehr denn je gebucht", sagt Sänger Peter Brings im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Köln: "Vielleicht wollen die Leute beim Feiern einfach ihre Sorgen vergessen."
Zehn Jahre sind Brings inzwischen musikalisch im Kölner Karneval aktiv, nachdem sie zuvor als "kölsche Boygroup" in der Mainstream-Musikszene unterwegs waren. Inzwischen zählen Brings zu den Top-Bands im Rheinland. In den vergangenen Jahren ist die Szene in Bewegung geraten, beobachtet Peter Brings: "Ich denke, einige der neuen Bands haben Potenzial, wenn sie den Mut haben, einen eigenen Stil zu finden. Die Zuschauer wollen keine zweiten Höhner, Brings oder Bläck Fööss sehen, da muss schon was Eigenes her." Zudem seien die Entscheider in den Karnevalsvereinen eher konservativ und neuen Bands gegenüber zunächst skeptisch eingestellt.
"Kirche und Karneval gehören zusammen"
Mit ihren neuen Stück "Halleluja" stiegen Brings auf Platz 41 in die deutschen Single Charts ein, der bislang höchste Hitparaden-Einstieg ihrer Karriere. "Halleluja" sei ein ungewöhnlicher Titel für ein Karnevalslied, räumte Brings ein: "Doch in Köln gehören Kirche und Karneval eng zusammen. Deshalb hoffen wir auch, dass das Stück Aschermittwoch übersteht."
Inspiriert wurde »Hallelujah« von dem gleichnamigen Klassiker von Leonard Cohen: "Aber das war uns dann doch zu depressiv, da wären die Leute vermutlich aus dem Saal gelaufen." Brings präsentieren ihr «Hallelujah» mit griffigem Refrain und dezenter Anlehnung an Choräle; das alles verpackt in gefällige Euro-Disco-Klänge. "Das ist Musik aus der Zeit, als ich jung war", gesteht Peter Brings.
(Erstellt am 6. Februar 2010 - 10:04 Uhr; aktualisiert 10. Februar 2010 - 14:27 Uhr)
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