35.000 Euro für Gutachten erhalten
Auch Roters war für die Sparkasse tätig
Auch der SPD-OB-Kandidat Jürgen Roters wurde von der Sparkasse bezahlt: Er erstellte für 35.000 Euro ein Gutachten, das nicht genutzt wurde. Unterdessen hat sich OB Fritz Schramma in der Debatte um die Beraterverträge von Bietmann und Müller gegen die Vorwürfe von Roters verteidigt.Roters erklärte, dass er 2006 nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Regierungspräsidenten für 35.000 Euro ein Gutachten zur Metropolregion Köln-Bonn erstellt habe - im Umfang von etwa 60 Seiten. Den Auftrag dafür habe der frühere Sparkassen-Chef Gustav Adolf Schröder (SPD-Mitglied) gegeben, wie Schramma, der heutige Vorstandsvorsitzende des Vereins, der "Kölnischen Rundschau" sagte.
Genutzt hat der Verein das Gutachten jedoch nicht - der Vorstand war laut Schramma der Meinung, dass ihn die Expertise nicht weiterbringe. Bezahlt wurde es nach Angaben Roters von der Region Köln-Bonn Sparkasse GbR, zu der die Sparkassen Köln-Bonn und Leverkusen sowie die Kreissparkasse gehören sowie die RheinEnergie. Roters war zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung selbständig. Laut "Bild" kassierte Roters für die 60 Seiten das Honorar in Höhe von 35.000 Euro, obwohl der Inhalt durch ein anderes Gutachten bereits überholt war.
Roters kritisierte derweil, Bietmann habe sich Schrammas als "Statthalter" bedient, um hinter seinem Rücken "unlauteren Geschäften" nachzugehen, schrieb die "Kölnische Rundschau". Wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen hat Bietmann daraufhin Roters auf Unterlassung verklagt.
Schramma verteidigte sich indes und warf Roters seinersseits vor, dass er "erstmals die sportliche Linie, die wir für diesen Wahlkampf vereinbart hatten", verlassen habe.
Wer wird Nachfolger von Bürgermeister Müller?
Unterdessen ist im Kölner Rathaus ein weiterer Nebenkriegsschauplatz entstanden: die Debatte, wer das Amt des zurückgetretenen Bürgermeisters Josef Müller übernehmen soll. SPD und Grüne wollen laut Medieninformationen vor der Wahl im Juni keinen Nachfolger wählen. Schramma erklärte, dass der frühere FDP-Bürgermeister Manfred Wolf vorgeschlagen werden könne. Laut eigener Aussage habe der OB darüber bereits mit FDP-Fraktionschef Ralph Sterck gesprochen. Die SPD sprach von "Postenschacher" vor der OB-Wahl.
(4. Februar 2009 - 13:20)
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