Neue Ungereimtheiten

Archiv-Einsturz: 4 Brunnen erlaubt, aber 23 Brunnen gebohrt!

Von Markus Peters

Köln (ddp-nrw). Bei den Ermittlungen zur Ursache des Gebäudeeinsturzes in der Kölner Südstadt sind weitere Ungereimtheiten aufgetaucht. Recherchen der Unteren Wasserbehörde hätten ergeben, dass im Bereich der U-Bahnbaustelle Waidmarkt noch mehr Brunnen ohne Genehmigung betrieben worden seien, als bislang bekannt war, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit.

Bildergalerie: Der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln

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Laut den jetzt vorliegenden Unterlagen wurden vom 22. April bis zum 11. Dezember 2008 19 sogenannte Zusatzbrunnen im Bereich der Baustelle in Betrieb genommen. Insgesamt erhöhte sich die Anzahl der Brunnen damit auf 23, wobei lediglich für vier eine wasserrechtliche Erlaubnis vorlag.

Bislang war die Stadt anhand des sogenannten «Wasserbuchs» der zuständigen Baufirma davon ausgegangen, dass lediglich 15 Brunnen in der Baustelle gebohrt wurden, was bereits ein erheblicher Verstoß gegen die Vorschriften bedeuten würde. Eine derart höhere Wasserförderung könnte zu einer Erosion des Untergrunds unter dem Stadtarchiv geführt haben. Dies könnte eine mögliche Ursache für das Unglück am 3. März gewesen sein. Bei dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser waren zwei junge Männer getötet worden. Das Umweltamt hat die Kölner Verkehrs-Betriebe AG als zuständige Bauaufsicht zu einer Stellungnahme aufgefordert.

An der Unglücksstelle behinderte am Dienstag starker Regen mit Windböen die Bergung des Archivgutes. Dennoch laufe die Bergung schneller als ursprünglich gedacht, teilte die Stadt weiter mit.

Von rund 30 Regalkilometern an Archivgut sind bisher schätzungsweise sechs Regalkilometer geborgen worden. Verhältnismäßig viele Teile sind überraschend gut erhalten und müssen nur gereinigt werden. Bettina Schmidt-Czaia, Leiterin des Historischen Archivs erklärte: «Es besteht möglicherweise die Chance, große Teile des Archivs wiederzubekommen. Das Archiv ist nicht tot!»

Bisher sind rund 4700 Tonnen Schutt an der Unglücksstelle abgetragen worden, das entspricht rund 330 abtransportierten Lkw-Ladungen.

Derweil fordern die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag von der Landesregierung Konsequenzen aus dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs. In einem Antrag an den Landtag fordern sie die Landesregierung unter anderem dazu auf, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um eine vollständige und schleunige Aufklärung der Vorgänge in Köln zu gewährleisten.

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) wurde am Dienstag von Jürgen Roters, dem Kölner Oberbürgermeister-Kandidat von SPD und Grünen, massiv kritisiert: «Das derzeitige Krisenmanagement zeigt, dass der Oberbürgermeister auch nach neun Amtsjahren nichts dazugelernt hat. Er versteht sein Handwerk nicht, er kann es einfach nicht!»

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Kommentare

Übrigens bin ich kein

Übrigens bin ich kein Pro-Köln-Anhänger -- ich werde wahrscheinlich Herrn Roters wählen, es sei denn, die CDU sorgt für einen besseren Kandidaten. Mann, eine Partei, die einen Konrad Adenauer (senior) hatte! Verglichen mit dem ist der Herr Schramma ein solcher Versager. Der Herr Blum hätte Köln so gut getan!

Tatsache ist, daß der Herr

Tatsache ist, daß der Herr Schramma Zeit fand, die Ehrenfelder Moschee zur Chefsache zu machen. Gleiches ist bei der U-Bahn offenbar nicht geschehen - obwohl es schon dramatische Probleme gegeben hat (ich erinnere an der Kirchturm.

Herr Schrammas Reaktion: Den Fortbau der U-Bahn-Linie - ein für Köln notwendiges Projekt, in das schon 1 Mrd Euro geflossen sind - anzweifeln.

Das ist sehr schwach.

An alle die nun sehr

An alle die nun sehr durchsichtig wie scheinheilig ihren Parteigenossen als Speichellecker dienen.

Tatsache ist, dass die verantwortlichen von Schramma, Streitberger über Reinharz bis Frenske alle samt von den Problemen wussten bzw. wissen konnten wenn sie gewollt hätten.
Tatsache ist, das bereits vor der Veranstaltung des Kölner-Rosenmontags-Zuges mit mehreren hundert Menschen im Katastrophenbereich bekannt war, dass es sich hier um einen außergewöhnlich, lebensbedrohenden Standort handelte. Dies belegt durch Protokolle zweier Sitzungen vor Rosenmontag in denen ein Grundbruch bereits bekannt war.

Vor diesem Hintergrund sind Frage erlaubt:

Handelt es sich bei den Verantwortlichen um mafiöse, Ganoven die einzig ihre persönlichen, niedrigen Interesse frönen nach dem Motto „ Gewinnmaximierung vor Sicherheit“?

Handelt es sich bei den Verantwortlichen um eine kriminelle Vereinigung von Menschenleben bedrohenden Subjekten?

Liegt es nicht auf der Hand, dass nach dem 03.März 2009 bei den Verantwortlichen Vertuschung und Vernichtung von Beweismaterial, Vorrang vor jedweder Aufklärung der selbst inszenierten und bewusst verursachten Katastrophe hatte?

Selbstverständlich haben

Selbstverständlich haben sie völlig recht lieber Enrico, nur ändern kann man es eh nicht.
Alle diese "Politgrößen" werden so weiter machen wie bisher wenn sie keiner aus dem Amt jagt. Ob das aber passieren wird ist zumindest sehr fragwürdig.

Gewünscht hätte ich mir,

Gewünscht hätte ich mir, dass bei diesem Unglück in Köln alle Parteien und Beteiligte bei der Krisenbewältigung an einem Strang gezogen hätten.
Das hätte Format gehabt.
So langsam kann wohl jeder erkennen, von was für fähigen Fachleuten diese Stadt regiert und verwaltet wird, die Feuerwehr ganz besonders ausgenommen.
Um den größenwahnsinnigen Baudezernenten ist es wirklich nicht schade, wenn Köln davon kurz und schmerzlos befreit wird.( Immer wieder drängt sich dieses Bild auf: Die Amerikaner haben im Weltkrieg mehr für das Stadtbild getan als alle Dezernenten in den 50 Jahren danach).

Jetzt wo das Kind in den

Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, meldet sich Herr Roters. Er sollte bitte daran denken, dass er auch dabei war als der Junge in den Brunnen geschupst wurde! Mit dem Draufschlagen kann man schön alles vertuschen und von sich ablenken. Gut so lieber OB Kandidat !?!

In dem Artikel ist es

In dem Artikel ist es wunderbar beschrieben. Die Bauaufsicht wurde an die KVB AG übertragen. Wer hat das befürwortet? Seit wann darf eine AG städtische Aufsicht ersetzen? Mir ist da kein vergleichbarer Fall bekannt. Das Umweltamt sollte sich da eher ein bisschen vorsehen mit Äußerungen, denn gegen diesen Beschluss hätte das Umweltamt seinerzeit klagen müssen! Das aber hat die dortige grüne Dame nicht getan. Vielleicht weil sie gleichzeitig auch im Stadtrat ist? Wenn 23 statt 4 Brunnen in Betrieb waren und das Umweltamt aber wenigstens noch mit dem Verzeichnen der abgepumpten Wassermenge beauftragt war; dies aber über Monate vernachlässigte...so ist das wahrhaft keine gute Ausgangsposition für einen große-Klappe-Angriff. Das zeigt eher die Verzweiflung und Unprofessionalität; vor allem aber ein eher trauriges Niveau.

Herr Roters disqualifiziert sich mit seinen populistischen Angriffen. Er war einer der starken Befürworter für diesen U-Bahnbau und hat nicht minder gepennt als unser derzeitiger OB. Man verließ sich einfach auf einen Reinarz, dessen Qualifikation schon in einer sehr frühen Phase als fraglich angesehen wurde. Seine Qualifikation bestand doch zu größten Teilen in seinen guten Beziehungen zum Stadtrat; insbesondere zu Schramma. Nur so war auch ein derart hahnebüchener Arbeitsvertrag möglich, der, juristisch gesehen, nun auch so erfüllt werden muss. Das ist Kölner Klüngel im Edelformat, was beim Thema Reinarz's Arbeitsvertrag dargeboten wird.

Die Kette der Patzer ist also recht lang. Ich persönlich würde noch am ehesten den wählen, der sich als Erster traut die Hosen runter zu lassen und und bereit ist sich der Verantwortung zu stellen. Lieber einen Geläuterten als einen Heuchler. Aber das wird wohl ein Traum bleiben... statt dessen wird ein Baudezernent geopftert, dem die oberste Bauaufsicht zuvor entzogen wurde, weil man diese an ein Unternehmen ausgelagert hatte. Ein neuer Witz, wenn auch ein sehr schlechter. Ein Reinarz wird zurecht geopfert, aber der wurde zuvor finanziell bestens abgesichert. Das ist Köln wie man es einfach über hat! Die Hauptschuldigen klagen die nächst Kleineren an und sorgen dafür, dass es denen wohl ergehen möge. Hört das denn nie auf?

Das Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen wird diesmal sehr schwer werden. Wir Bürger müssen zukünftig mit unserem Vertrauen sehr geizig sein, damit man oben mal lernt, dass wir irgendwie auch noch da sind.

Besondere Besorgnis erregt das Verhalten von Pro Köln und den Linken. Diese beiden sind recht aktiv im Ausschlachten der Katastrophe zum jeweils eigenen poltischen Vorteil. Beide Parteien stehen für Menschenverachtung und Zerstörungen, die bis heute in Umfang und Elend nicht übertroffen wurden. Das sind die Letzen Ratgeber, die man für eine Zukunft braucht. Im rechten Lager haben wir es mit einer Partei zu tun, die kein Problem damit hat gewalttätigen Personen ein Parteibuch zu geben. Immerhin sitzen zwei nicht unbedeutende Mitglieder wegen Mord.
Die Linke bietet keinerlei Lösungsansätze für die Zukunft und will verteilen was faktisch schon lange nicht mehr da ist.

Ausweichen in diese beiden Lager ist keine Lösung. Die Lösung sind wir alle selber! Wir Bürger müssen hinschauen und uns auch zu Wort melden. Eine Politik ist nur so schlecht wie wir es zulassen. Dieser Teil der Verantwortung für die Zukunft liegt also bei uns allen.

Das ist nett geschrieben,

Das ist nett geschrieben, jedoch werden wir wieder einmal das kleiner Übel wählen müssen weil sonst keiner da ist.
Eine Wählervereinigung ist nicht in Sicht. Wer sollte sich jetzt auch noch diesen Stress antun?

Sie fragen zurecht: "Wer

Sie fragen zurecht: "Wer sollte sich jetzt auch noch diesen Stress antun?" Hierzu kann ich Ihnen eine sehr gute Alternative zum Kölner Klüngel und zur Korruption auf den Weg geben. Lesen Sie sich das Programm der Bürgerbewegung Pro Köln durch, und Sie werden feststellen, DAS IST ES, DIE LÖSUNG!!!!

http://www.pro-koeln-online.de/stamm/programm.htm

Dem haben schon sehr viele meiner Bekannten nach der Lektüre des Programms zugestimmt, und es werden immer mehr!!!

ZU dem Beitrag vom Gast

ZU dem Beitrag vom Gast (nicht überprüft) am 25. März 2009 - 20:00. :

Das Einzige was man dort feststellt dass wieder einmal ein paar Hirnamputierte Vollidioten, die man schon lange bei anderen Aktivitäten in anderen einschlägig bekannten Parteien, blossgestellt hat.
Wahrscheinlich sitzt hinter dem Schreiber der "Vorsitzende der pro-köln" selbst, um auf dieser Weise weitere Hammeln für seine Herde zu gewinnen.
Eine Schande sich auf dieser Art und Weise mit dem Unglück Anderer profilieren zu wollen.

Hallo "Gast" - was ja schon

Hallo "Gast" - was ja schon alles sagt. Dass Ihr Euch an so eine Geschichte dranhängt und politisches kapital für Euer rechtes Gedankengut ausnutzt war ja wohl klar. Irgendwie kommt mir das sehr bekannt vor - hatten wir so etwas nicht vor rund 75 Jahren schon einmal? Ich hoffe sehr, Ihre angeblich vielen "Bekannten" sind sich auch im klaren darüber, wie es enden wird, wenn derartige Vereinigungen an Einfluß gewinnen!

Alles sicherlich ziemlich

Alles sicherlich ziemlich übel, aber rechtes Gedankengut möchte ich hier in Köln auch nicht an der Regierung sehen, denn ich stehe nicht auf Wiederholungen, schon gar nicht auf historische, die auf einer Hysterie und Hetztirade aufgebaut sind. In diesem Sinne erst mal nachdenken, bevor man zum Mitläufer einer Gruppe wie Pro Köln wird.Denn mal ehrlich anders werden die es auch nicht machen, erst mal in die eigene Tasche und dann schauen wir mal. In diesem Sinne erst mal Hirn aktivieren.

es sollten die

es sollten die richtigen
schuldigen gefunden werden
und nicht irgend ein bauernopfer
was leider fast immer der fall ist!

An Herr Mecky: Es wird immer

An Herr Mecky:

Es wird immer versucht politisch Kapital daraus zu schlagen wenn etwas passiert, egal was es ist und egal von welcher Partei.
Politik ist auf jeder Ebene ein schmutziges Geschäft.
Und der jetztige Bundespräsiden ist m.E. einer der letzten, dem es zusteht den Moralapostel zu spielen.
Schramma war entweder nicht in der Lage oder wollte diese mangelhaften Zustände nicht beheben.
Er und Reinarz hätten sich mächtig selbst gefeiert wäre als Ergebnis eine spottbillig gebaute U-Bahn entstanden . Jetzt ist das Ergebnis ein Trümmerhaufen und zwei Tote. Meiner Meinung müssen beide gehen.
Und zwar ohne satte finanzielle Entschädigung!

@ na ja,unter unbenannter

@ na ja,unter unbenannter Gast ist es wohl für Sie sehr angenehm so einen Unsinn von sich zu geben.

Ihr Angriff auf  unseren verehrter Herr Bündespräsident Horst Köhler ist schlicht und einfach eine Bösartigkeit !!!

Ich hatte aber mit keiner Silbe einen politische Einstellung oder Wertung in meinem vorigem Beitrag von mir gegeben,daher verstehe ich Ihre Antwort sicher richtig wenn ich sie unter der Kategorie "niveaulos und primitiv"!ablege.

Erwarten Sie bitte keine weiteren Stellungnahmen von mir ..... 

Was passiert ist ist einfach

Was passiert ist ist einfach schlimm.Aber...wenn nun so einige Schlaumeyer daraus politisches Kapital schlagen wollen,dann ist das einfach ekelhaft!
Was unser OB kann oder nicht kann,das muß uns Herr OB - Kandidat Jürgen Roters bestimmt nicht sagen.Kämpfen sie einfach fair und denken sie mal über die Worte unseres Bundespräsidenten nach,der gerade diese Art der Profilierung angemahnt hatte.Herr Jürgen Roters...bitte...fair und mit Anstand ! Was soll denn werden falls sie die Wahl gewinnen und es passiert irgendetwas...? Treten sie dann auch zurück weil Pöstchenjäger sie als Unfähig bezeichnen ?Geben sie der Politik und dem Ruf der Politiker bitte eine faire Chance..es wird allerhöchste Zeit !!!Es soll gewinnen wer etwas kann,aber nicht wer die größte Klappe hat.....

Es kommt scheibchenweise

Es kommt scheibchenweise (und damit nicht - wie im Vorfeld seitens der KVB großspurig angekündigt - tranparent) heraus, dass offensichtlich Warnzeichen unterschiedlichster Art ("ruckartige" Gebäudeabsenkungen, sehr hohe Grundwassermengen, ...) schlicht irgnoriert worden sind.

Wahrscheinlich hat dies hat zwei Jungs das Leben gekostet.

Firmenvideos von Kölner Unternehmen