Gaukler und bissige Esel
Alle Highlights des Mittelalter-Weihnachtsmarkts
Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt am Kölner Schokoladenmuseum ist eröffnet und birgt einige spannende Highlights: Von leckeren Weizenfladen über handgearbeitete Schuhe, einen Barbier und Ablassbriefe bis hin zu einem bissigen Esel reicht die bunte Bandbreite der auf dem Markt geboteten Attraktionen.
von Christian Rentrop
"Ihr solltet den Esel nicht berühren", warnt der Tierpfleger noch, aber es ist zu spät, das Tier schnappt nach der britischen Touristin, die gerade noch rechtzeitig die Hand zurückzieht und sich über das freche Tier freut. Der divenhafte Esel gehört zur tierischen Belegschaft des mittelalterlichen Krippenspiels, das allabendlich um 17:30 auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt aufgeführt wird, und wird regelmässig über den Markt geführt. Wer ihm begegnet, sollte die Finger bei sich halten.
Schrullig-groteske Mischung
Doch der Esel ist nur einer der schrullig-grotesken Höhepunkte des mittelalterlichen Weihnachtsmarkts. Ein weiterer ist der Barbier Rod au Trottoir, der nicht nur tagtäglich um 15 Uhr seine mit Operationen und allerlei ekelerregenden Rezepten gespickte Show aufführt, sondern in der Zwischenzeit auch Haare schneidet, wie es seinerzeit üblich war, was einigen Zeitgenossen die Tränen in die Augen treiben dürfte, allerdings hauptsächlich vor Lachen.
Jung verliebte Pärchen dürften sich über die Möglichkeit freuen, sich auf dem Weihnachtsmarkt vermählen zu lassen. Der Mönch Bruder Ignatius vermählt Menschen jeden Alters und Geschlechts in einer mittelalterlichen Zeremonie für 24 Stunden, eine Ehe auf Probe, bei der man feststellen kann, ob die Liebste wirklich die Richtige ist, und natürlich erhält jeder, der sich traut, eine Urkunde für das heimische Schlafzimmer. Zusätzlich verkauft Bruder Ignatius auch "echte" Ablassbriefe: "Denn wenn der Taler in der Kasse klingt die Seele in den Himmel springt."
Handwerk und Handarbeit
Natürlich darf auch das Handwerk nicht fehlen: Neben dem Schmied, der Eisen funkensprühend in Form bringt, sind es vor allem die feilgebotenen Handarbeiten, die Freude machen: Von Kinderspielzeug über Schmuck, Edelsteine und Schreibwaren bis zu Körperpflegeprodukten ist alles vorhanden, was auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen darf - und zwar ausschließlich in seiner althergebrachten Form! Wer mag, kann auch bei der Produktion der Waren zuschauen, die laufend vor Publikum erfolgt.
Die Schausteller des Marktes sind natürlich nicht nur an ihren Ständen anzutreffen: Immer wieder treten sie in der ein oder anderen Form auf der kleinen Bühne auf, spielen die Rolle mittelalterlichen Personals so täuschend echt, dass man sich als Besucher tatsächlich schnell in die Zeit von Pest, Kirche und deftiger Sprache zurückversetzt fühlt. Ein auf dem Markt herumschleichender aussätziger Bettler, Musikgruppen und die spektakulären Schwertkämpfe der Rittertruppe Equites am Wochenende runden das Gesamtbild ab.
Doch keine Sorge: "Authentisch mittelalterlich" bedeutet auf dem Weihnachtsmarkt nicht, dass moderne Hygienestandards fehlen. So können Besucher selbstverständlich und gefahrlos vom hervorragenden Steinofenbrot am Eingang des Marktes kosten. Die Empfehlung der Redaktion an diesem Stand: Röstzwiebel-Baguette für 2,50 "Taler", also Euro - ein Hochgenuss! Auf dem Markt gibt es ohnehin diverse Leckereien zum Probieren, darunter schmackhafte Weizen-Fladenbrote mit allerlei Zutaten wie Käse, Zwiebeln oder sogar Wurst und natürlich die original orientalischen Falafel, die mit vier Euro zwar deutlich teurer sind als die aus der Dönerbude, aber auch wesentlich besser schmecken.
(Erstellt am 30. November 2009 - 10:01 Uhr; aktualisiert 2. Dezember 2009 - 11:02 Uhr)
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Kommentare
Unser absoluter
Unser absoluter Lieblingsweihnachtsmarkt seit vielen Jahren schon; der is' einfach durch nix zu toppen! :)









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