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Autofahrer, aufgepasst!

Ab sofort dürfen Radfahrer auch auf der Krefelder Straße fahren

Ausgedient haben die Verkehrsschilder Nr. 237 StVO an der Krefelder Straße zwischen Innerer Kanalstraße und Balthasarstraße: Künftig besteht hier für Radfahrer keine Pflicht mehr, den Radweg zu benutzen. Eigens von der Stadt entwickelte Hinweisschilder bedeuten ihnen, dass sie ab sofort auch auf der Straße fahren dürfen. Man folgt damit neuen Erkenntnissen, nach denen die gemeinsame Nutzung der Straße sicherer sein kann als die Trennung von Auto- und Radverkehr.

Die Möglichkeit, die Nutzungspflicht von Radwegen aufzuheben, gibt es schon seit 1997, erklärte Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik. Man habe dies auch schon an verschiedenen Stellen in Köln so organisiert, etwa bei der Venloer oder der Dürener Straße. Jetzt wolle man das auch an der Krefelder Straße ändern.

Den vor allem stadtauswärts breiten Fußgängerweg werden sich Radfahrer und Fußgänger weiter teilen. Die Pflicht des Fußgängers, den deutlich abgetrennten Radweg zu beachten, bleibe bestehen, betonte Polizeioberrat Sascha Himmel vom Verkehrsdezernat. „Vor allem für schnelle Radfahrer sei aber die Straße geeigneter“, so seine Einschätzung. „Wir werden genau beobachten, wie sich Autofahrer und Radfahrer verhalten“, sagte „Vor allem beim Rechtsabbiegen haben Autofahrer vorausfahrende Radler besser im Auge, als wenn diese plötzlich hinter einem Baum auf einem Radweg auftauchen.“

Die neuen Hinweisschilder auf die „Wahlfreiheit“ bleiben drei Monate stehen, um alle Verkehrsteilnehmer auf die geänderte Verkehrssituation aufmerksam zu machen. Die Krefelder Straße als Hauptverbindungsachse wurde ausgewählt, um sie der geänderten Nutzung anzupassen. So hat sich die Zahl der Radfahrer hier in den letzten zehn Jahren auf heute täglich 3.000 verfünffacht. Zugleich sind täglich 8.000 PKW eine relativ niedrige Zahl, die eine gleichzeitige Benutzung durch Radfahrer erlaube, erläuterte Harzendorf.

In diesem Jahr werden sollen noch rund 100 weitere Radwege mit einer Gesamtlänge von 100 km auf die Freigabe der Benutzungspflicht überprüft. Viele Radfahrer sind skeptisch. So wie Manfred Schlomann. Der 61-Jährige fährt regelmäßig die Krefelder Straße entlang und meint: „Auf separaten Radwegen fühle ich mich grundsätzlich sicherer.“ (js)

(Erstellt am 5. September 2011 - 14:51 Uhr; aktualisiert 5. September 2011 - 15:08 Uhr)


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Kommentare

Niemand verbietet Herrn

Niemand verbietet Herrn Schlomann die Radwegnutzung, nur weil sie anderen nicht mehr aufgezwungen wird, er darf weiterhin drauf fahren, wenn er will und sich sicher auf ihnen fühlt.

gut so! ich bringe mein kind

gut so! ich bringe mein kind jeden morgen in eine KITA auf der krefelder straße. mit dem rad und einem kinderanhänger! jedes mal wenn wir auf dem bürgersteig aussteigen, rasen an uns die anderen fahrradfahrer vorbei als würden sie gerade an der tour de france teilnehmen. und wenn ihnen der radweg vielleicht sogar versperrt sein sollte (das kann mit so einem anhänger schon mal passieren), dann ist manchmal extrem aggressives gepöbel angesagt. lieber wieder ganz auf die straße. da herrschen jedenfalls zwangsläufig 'normale' verkehrsregeln. außerdem werden die radwege sowieso viel zu häufig zum parken während des be-und entladens benutzt.

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