Heidi Klums Marketing-Masche
2.000 Mädchen standen Schlange für Topmodel-Casting
Seit dem frühen Mittwochmorgen führte eine mehrere hundert Meter lange Menschenschlange durch das triste ehemalige Industriegebiet im Kölner Stadtteil Mülheim. Rund 2000 junge Frauen waren zum einzigen offenen Casting der ProSieben-Show "Germany's Next Topmodel" in das Kölner "Palladium" gekommen. Etliche hatten zur Unterstützung den Freund oder die Eltern mitgebracht, einige waren sogar mit ihren Haustieren oder ihren Babys erschienen.
Bildergalerie: Das Topmodel-Casting
Im Studio hatte derweil ein Topstar mit ganz irdischen Problemen zu kämpfen. "Mir tun die Füße weh", klagte Heidi Klum - kaum, dass die ersten Bilder der neuen Staffel der Modellshow aufgezeichnet waren. Zuvor war die gebürtige Bergisch Gladbacherin noch souverän in gewagten Highheels über den Laufsteg flaniert.
"Wie sehe ich aus?"
Bei den Kandidatinnen vor der Türe war zunächst stundenlanges Warten angesagt. Einige waren eigens aus Kroatien und dem südafrikanischen Kapstadt angereist. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und unangenehmem Wind wurde in kurzen Röcken und dünnen Blusen bitterlich gefroren. Der insgesamt guten Laune unter den Bewerberinnen schien das keinen Abbruch zu tun, vom telegenen Zickenalarm war jedenfalls noch nichts zu spüren. Stattdessen war "Wie sehe ich aus?" die allseits beherrschende Frage. Und tatsächlich war das Styling für die große Stunde nicht immer von Fortune begleitet, manches Schmink-Desaster musste in letzter Minute kaschiert werden.
Isabel Ruzaja aus Siegburg hatte sich erst am Abend zuvor entschieden, am Casting teilzunehmen. Auch hier war die beste Freundin die treibende Kraft gewesen. Die 21-jährige Studentin hat schon erste Model-Erfahrung gesammelt: "Ich bin eigentlich total spontan. Wenn ich tatsächlich eine Runde weiter komme, lasse ich die Dinge einfach auf mich zukommen."
Oliver Pocher ist als Zuhälter dabei
Sat.1-Comedian Oliver Pocher nutzte die Gelegenheit, um im Zuhälter-Outfit die Bewerberinnen zu interviewen, argwöhnisch beobachtet von einer Gruppe Eltern, die ihre Töchter zum Casting gefahren hatten. "Das Modelleben erfordert ziemlich viel Disziplin und unsere Desiree ist ja eher bockig", klagte eine Mutter. "Nur 1,75 Meter groß, zu viel Po, zu viel Busen", listete eine andere Mutter selbstkritisch die Faktoren auf, die einer Laufstegkarriere ihrer Ältesten im Wege stehen könnten. Wenig enthusiastisch zeigte sich auch ein Vater: "Ich halte das Casting für keine gute Idee, aber meine Tochter würde mir ewig Vorwürfe machen, wenn ich ihr die Teilnahme verboten hätte."
Jana Kemper aus dem Münsterland ist auch in Begleitung ihrer Eltern nach Köln gekommen: "Sie wollen mich vor einer Blamage bewahren", sagte die Abiturientin. Ihr Vater blieb gefasst: "Sie macht immer solche Aktionen, das sind wir schon gewohnt."
Erster gemeinsamer öffentlicher Auftritt der Jury
Das Kölner Casting war gleichzeitig der erste öffentliche Auftritt von Klums neuen Mitjuroren. Während Fotograf Kristian Schuller dankbar die Rolle des extrovertierten Paradiesvogels annahm, wirkte der offenbar als Augenschmaus für die weiblichen Zuschauer gedachte Marketingagent Qualid Ladraa, genannt "Q", noch etwas verlegen. "Der ist süß, den nehmen wir mit", befand Heidi Klum zur Freude der Mädchen. Sie rief die Bewerberinnen auf, alles zu geben: "Übertreibt nicht, aber steckt all eure Energie in diese Minute - sonst ist der Traum vom Topmodel sofort wieder vorbei."
Für Hatice aus Bergheim sollte es am Ende aber nicht reichen. "Voll schade", fand die 19-Jährige. "Vielleicht lag es ja daran, dass ich auf dem Laufsteg nicht gelacht habe." Auch für Isabel Ruzaja war der Traum von einer Model-Karriere schnell wieder vorbei: "Naja, macht nichts", versuchte sie auch hinterher Haltung zu zeigen. (ddp - Markus Peters/cr)
(Erstellt am 21. Januar 2010 - 11:28 Uhr; aktualisiert 21. Januar 2010 - 12:17 Uhr)
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Kommentare
2.000 (geistig) arme Socken!
2.000 (geistig) arme Socken! Mein Beileid!
Sin die beklopp!!!
Sin die beklopp!!!









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