Besucherbefragung
Lange Nacht der Museen: 77% wollen wiederkommen
Seit Jahren ist die "Lange Nacht der Kölner Museen" ein echter Besuchermagnet. Zwischen 19 Uhr am Abend bis 3 Uhr morgens können die jeweils rund 20.000 Besucher beliebig viele der insgesamt 42 Museen in der Stadt besuchen. Im Rahmen einer Befragung kam nun heraus: Viele der Besucher sind zum ersten Mal im Jahr im Museum – und sie wollen wiederkommen.
von Christian Rentrop
"Die Lange Nacht der Museen gehört neben der lit.Cologne zu den wichtigsten Kultur-Highlights der Stadt", lobte Prof. Georg Quander, Kulturdezernent der Stadt Köln die Veranstaltung, im Rahmen einer Pressekonferenz, "die Museen profitieren ganz klar von der Veranstaltung." Deshalb wurde die vergangene Nacht der Museen 2010 genutzt, um einmal den Hintergrund der Besucher zu hinterfragen. "Es ist für uns natürlich essentiell, die Besucher der Museen zu kennen", so Dr. Matthias Hamann, Direktor des Museumsdienstes der Stadt Köln.
Viele Erstbesucher
Befragt wurden zu diesem Zweck 917 Personen in 12 Museen. Die Hauptbesuchergruppe stellten dabei die 26-55-Jährigen mit insgesamt 72 Prozent der Besucher, von denen vor allem die Altersgruppe der 26-40-Jährigen mit 42 Prozent deutlich überrepräsentiert ist. Nur 11 Prozent der Besucher waren 56 Jahre und älter, 17 Prozent stellte die Gruppe der 14-25 Jährigen. Bei letzteren sei allerdings nicht klar, wie viel "Fremdverschulden" – also Zwang oder Druck seitens Schule, Universität oder Familie – dabei sei, so die Veranstalter. Von allen Besuchern der Nacht der Museen 2010 im November waren 88 Prozent zum ersten Mal 2010 überhaupt in einem Kölner Museum.
Die Analyse der Interviews ergab zudem, dass ein großer Teil der Besucher das Angebot aus Unterhaltungsgründen nutzte: So gaben vor allem die jüngeren Besucher an, dass sie die Nacht der Museen weniger aus Kunstinteresse, als aus Preis- und Spaßgründen besuche. "Wir können ganz klar sagen, dass die jüngeren Besucher eher spaßorientiert sind, während die Älteren sich ernsthaft informieren möchten", resümmierte Prof. Dr. Tibor Kliment die Umfrage.
86 Prozent aus Köln und Umland
Und noch mehr wurde ersichtlich: Rund 60 Prozent der Besucher stammen tatsächlich aus Köln, der Rest reist meist aus dem direkten Umland (26%) an, wobei der höchste Teil der Besucher höhere Bildungsabschlüsse oder einen akademischen Hintergrund hat. Urban Amborst, Projektleiter im StadtRevue Verlag sagte dazu: "Wir können erkennen, dass aus dem Umland vor allem Menschen mit mittlerer Bildung mit ihren Familien anreisen, während aus Köln vor allem Menschen mit studentischem Hintergrund die Museen besuchen."
Besonders beliebt bei den Besuchern der Langen Nacht der Museen war dabei das NS-Dokumentationszentrum: 95 Prozent der beim direkten Besuch Befragten beurteilten die Dokumentationsstätte mit "Sehr gut" oder "Gut" nach Schulnotensystem, ähnliche Werte erzielten aber auch das Schokoladenmuseum und das Kulturquartier am Heumarkt. Insgesamt beurteilten 86 Prozent der Besucher die Museen positiv. "Allerdings müssen wir dabei sehen, dass die Kölner selbst ihre Museen deutlich kritischer bewerten als Auswärtige", so Urban Amborst. Besonderes Interesse erregten zwar die Sonderausstellungen, nichtsdestotrotz planen viele Besucher einen Wiederbesuch: Satte 77 Prozent können sich vorstellen, wieder eines der Kölner Museen zu besuchen.
Weblink:
Lange Nacht der Museen in Köln
(Erstellt am 1. März 2011 - 14:14 Uhr; aktualisiert 23. März 2011 - 16:05 Uhr)
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