Streit um Nachtflugverbot am Flughafen
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat das Ultimatum der
nordrhein-westfälische Landesregierung zum Nachtflugverbot am Flughafen
Köln/Bonn zurückgewiesen. Es gebe keine Grundlage für ein solches
Ultimatum, sagte er in einem Interview mit "Kölner Stadt-Anzeiger" und
"Express" (Donnerstagausgaben). Zum geplanten Verbot von Passagierflügen
zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr erklärte er: "Dem Bund kommt hier nur
eine Fach- und Rechtsaufsicht zu. In Nordrhein-Westfalen wird nun der
Eindruck vermittelt, als hätte die Landesregierung ein Nachtflugverbot
beschlossen. Doch das stimmt nicht. Was vorliegt, ist der Entwurf für
eine Neuregelung von Nachtflugbeschränkungen - und kein Beschluss." In
dem Entwurf sei zum Beispiel nicht einmal ein Datum des Inkrafttretens
enthalten.
Ramsauer wies zudem darauf hin, dass der Sommerflugplan
bis zum 28. Oktober gelte. "Bis dahin gibt es feste Zusagen an die
Fluglinien. Wenn darin eingegriffen würde, wäre die Landesregierung
möglicherweise gewaltigen Schadenersatzforderungen ausgesetzt."
Eventuelle
Beschränkungen könnten sich also allenfalls auf den Winterflugplan
beziehen, betonte der Minister. "Die Anmeldungen für den Winterflugplan
können wiederum noch bis September eingereicht werden. Es ist also noch
genügend Zeit. Insofern ist die Fristsetzung vollkommen willkürlich."
NRW-Minister Harry Voigtsberger (SPD) hatte zuvor erklärt, lege Ramsauer
nicht bis Donnerstag Widerspruch gegen das Nachtflugverbot an dem
Flughafen ein, betrachte er dies als Zustimmung. (dapd-nrw)