Innovative A-capella-Truppe
Außerirdische Voca People erobern Köln
Außerirdische vom Planeten Voca sind in Köln gelandet! Die Voca People sind gekommen, um im Rahmen des Kölner Sommerfestivals zwischen dem 21. und 31. Juli 2011 die Philharmonie zu besetzen. Die Veranstalter versprechen "intergalaktische Beatboxkunst" und "überirdischen Humor". Derweil nutzten die quirligen Aliens ihren Erstkontakt mit den Kölnern, um auf der Domplatte ihr Unwesen zu treiben.
von Christian Rentrop
Bildergalerie: Die Voca People in Köln
Natürlich ist es eigentlich nur Kunst und die Voca People sind natürlich auch keine echten Außerirdischen, sondern eine israelische Künstlertruppe. Trotzdem ist die Vorstellung schön, dass die am Boden liegende Musikindustrie die nächstbesten Außerirdischen mit Knebelverträgen auf der Erde festhalten und zu Auftritten als Musik-Clowns zwingen könnte. Doch die in ihren weißen Anzügen mit weißen Gesichtern und roten Lippen auftretenden Voca People machen das, was sie tun, natürlich freiwillig.
Quirlige A-Capella-Truppe
Die acht quirligen Künstler vom Mittelmeer gefallen sich jedoch in ihrer Rolle als außerirdische Besucher, watscheln wie Pinguine und erkunden Alltägliches wie etwa die beim schönen Wetter dieser Tage gleich reihenweise auf der Domplatte auflaufenden Straßenkünstler und chinesischen Touristen. Deren Verwunderung über die fremdartig verkleideten Beatbox-Künstler ist grenzenlos, Fotoapparate werden gezückt, Videokameras begleiten die "Aliens" auf Schritt und Tritt. Sogar ein Fanclub ist eigens angereist, um die 2009 gegründete Kombo live und in Person bei ihrer Erkundungstour im Herzen von Köln zu begleiten.
Bekannt wurde die Formation durch ein Youtube-Video, das in kürzester Zeit über 20 Millionen Klicks erhielt. Kein Wunder: Trotz der fast albernen Kostümierung sind die Voca People musikalisch weit vorne, intonieren in ihrer Show beliebte internationale Gassenhauer wie "Mr. Sandman" (von The Chordettes), "My Heart will go on" (von Celine Dion) oder "Sex Bomb" (von Mousse T & Tom Jones), dazu bekannte klassische Stücke und Highlights der Filmmusik. Dabei verwendet die A-Capella-Truppe keine Instrumente, sondern simuliert diese ebenfalls A-Capella über das früher bei Hip-Hoppern beliebten Beatboxing. Natürlich ließen sich die Voca People auch in Köln nicht nehmen, einige Stücke zum Besten zu geben.
Hohe Professionalität
Erstaunlich ist die Professionalität, mit der die Gruppe die Rolle der Außerirdischen spielt: Obwohl sie in irdischem Englisch singen, unterhalten sie sich in einer Kunstsprache – sogar mit ihrem Produzenten Lior Kalfo, dessen leicht halbseidenes Äußeres irgendwo zwischen Michael Wendler und einem südländischen Loverboy das Bild der von der Musikindustrie geknechteten Alien-Sklaven noch verstärkt. Amüsant und sehenswert ist das allemal, zumal die Voca People definitiv zu den besseren A-Capella-Gruppen gehören.
Nach ihrem Besuch in Köln entschwanden die Voca People wieder auf ihren Planeten, um sich auf ihren Auftritt im Juli in der Philharmonie vorzubereiten. Tickets für die insgesamt 12 Shows sind ab 32,50 Euro an den üblichen Vorverkaufsstellen erhältlich.
(Erstellt am 9. Juni 2011 - 13:53 Uhr; aktualisiert 15. Juni 2011 - 15:02 Uhr)
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