Ray's Guesthouse
Musik, Tohuwabohu und "lovely" Hannah
Von Helmut Löwe
Übermütig, spontan, ausgelassen - und sehr musikalisch: So präsentierte der ehemalige MTV-Star Ray Cokes dem Kölner Publikum seine Show "Ray's Guesthouse": Auf der E-Werk-Bühne gab es ein munteres Durcheinander von Moderator, Bands und Zuschauern. Und reichlich zu lachen.
Politisch unkorrekt, verdorben, gespickt mit Gelächter und anarchisch. Und reichlich Musik - sowohl live zum Hören als auch als Gesprächsthema. So in etwa hatte sich Ray Cokes seine Show vorgestellt, mit der er zurzeit durch Deutschland reist und mit Bands und Sängern plaudert und blödelt. Und genau so war seine Show "Ray's Guesthouse"; das Bühnenspektakel der MTV-Ikone aus der Zeit, als Musikfernsehen noch "in" war, bei seinem Stopp im Kölner E-Werk am Dienstagabend.
Großen, sehr großen Anteil an der guten Laune und Ausgelassenheit im Publikum und auf der Bühne hatte Hannah, von Cokes liebevoll "lovely" Hannah genannt. Die junge Frau hatte Cokes zu Beginn der Show gemeinsam mit Sommelier Jan aus der Zuschauermenge gefischt und zum Thekendienst verdonnert. Ihr Aufgabe, Bühnenakteure und Künstler im Publikum mit Getränken zu versorgen, handhabte die 17-Jährige mit ihrem ganz eigenen Charme: aufgeregt und vielleicht durch das ein oder andere Kölsch erheblich erheitert, düste Hannah leicht planlos hin und her, wirkte dabei fast so, wie einst die überdrehte Ingrid Steeger in der Show "Klimbim" aus den 70er Jahren.
Fans und Bands in leutseliger Runde
Außer Hannah und Jan tummelten sich Marvin, den Ray einfach mal Rob nannte, Nicola und Ehemann Thomas, die drei Freundinnen Anne, Judith und Saskia, Hannas Mutter sowie Stefanie und Marco auf der Bühne; alle spontan aus den gut 200 Zuschauern geangelt. Und jeder von ihnen wurde von Cokes auf die ein oder andere Art mit seinen "prominenten" Gästen aus der Musikszene in Kontakt gebracht. Was die drei Freundinnen besonders freute, da diese sich als ganz große Donotsfans outeten und ganz aus dem Häuschen waren, mit ihren Helden in leutseliger Interviewrunde zu sitzen.
Immer auf Dampf
Das Motto von "Ray's Guesthouse" lautete zwar "Rock'n'Talk-Show", wäre aber mit "Musik'n'Jux-Durcheinander" weitaus treffender bezeichnet gewesen. Denn so wie einst in seiner berühmten MTV-Sendung "Most Wanted" lavierte sich Cokes spontan, übermütig und immer auf Dampf durch die gut zweieinhalb Stunden bester Unterhaltung. Es machte ihm offensichtlich ganz viel Spaß - den Gästen, den Freiwilligen aus dem Zuschauerraum und dem gesamten Publikum ebenfalls. Wenn auch die Frivolität manchmal etwas Überhand nahm - aber Engländer sind da ja bekanntlichermaßen aus anderem Holz geschnitzt. Kölner, wie sich am Dienstagabend zeigte, kaum weniger.
Interview mit Ray Cokes: Anarchisch und verdorben - Unterhaltung eines "Exhibitionisten"
(Erstellt am 23. Mai 2012 - 9:08 Uhr; aktualisiert 11. Oktober 2012 - 13:19 Uhr)
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